Der linke Daumen

Erst letzte Woche übte ich mit einem meiner Saxofonschülerinnen.
Dabei sah ich sofort, dass ihr linker Daumen auf dem falschen Platz war.

Gut es war erst die 2. Saxofonstunde, aber man muss es sofort korrigieren!
Natürlich haben wir zuvor die richtige Position der Finger besprochen, aber ein Fehler kann sich so schnell einschleichen.

Der Grund von falschen Fingerpositionen ist meist eine bequemere Handgelenks- und Fingerspannung mit der falschen Position.
Bei ihr war es tatsächlich so, dass sie die Griffe der linken Hand, also c2, h1, a1, g1 einfacher spielen konnte, wenn sie den
Daumen UNTERHALB des schwarzen Daumenknopfes legte.

Diese Daumenposition darf man sich nicht angewöhnen. Was habe ich ihr gesagt:
1. Zuerst legst du deinen linken Daumen auf den schwarzen Knopf
2. Dann folgen die restlichen Finger der linken Hand mit ihren jeweils richtigen Positionen
3. Lass dir damit unbedingt Zeit.
4. Fühle diese Positionen OHNE zunächst gleich zu spielen.
5. Mache das Auflegen 3mal: also Finger an das Saxofon – und dann wieder weg und hängen lassen – wieder Finger an das Saxofon (mit Daumen zuerst)

Man braucht einfach immer wieder die Routine, die Wiederholung und den Fokus auf 1 – 3 Prioritäten!

FAZIT:
1. Der linke Daumen muss mit dem Daumengelenk möglichst mittig auf dem schwarzen Daumenknopf liegen! Damit liegt der vordere Bereich des Daumens bereits über der Oktavklappe.
2. In dieser Position bleibt er IMMER! Durch das Gelenk auf dem schwarzen Knopf kann der Daumen wippen und die Oktavklappe mit einer kleinen Wippbewegung drücken.
3. Sind Töne der 2. und höheren Oktave zu spielen, dann wippt die Daumenspitze nach unten, damit wird die Oktavklappe gedrückt!
4. Die Position des Daumens bleibt aber immer gleich!
5. Der Daumen bewegt sich immer nur so wenig wie möglich: ökonomisch und entspannt spielen.
6. Falls der linke Daumen schmerzt, dann hat man zu viel Saxofongewicht auf diesen Daumen: 3 Lösungen: 1. Saxofon unten am Körper ein bisschen Abstützen, 2. Gewicht auf BEIDE Daumen besser verteilen. 3. Saxophon Balancer: entspannt den Daumen (Link hier) oder hier: Balancer-Sax/Schweiz

Ich hatte diese Daumenschmerzen auch bei einem alten Conn-Tenor. Diese Schmerzen wurden durch den speziellen Winkel des Halses verursacht. Ich habe das Problem durch Abstützen und gleiche Gewichtsverteilung (so mache ich das meistens) gelöst. Man muss sich dabei immer wieder permanent kontrollieren!

Super-Sax-Tipps: Achte auf die Verbindung Korpus zum S-Bogen

Saxofonspielen ist grundsätzlich das Einfachste der Welt. Kein Scherz 😉

Die komplizierte Mechanik des Instrumentes macht es für uns Saxofonisten wirklich supereinfach.

Diese Mechanik benötigt bei guten Saxofonen im Prinzip keine aktive Instandhaltung durch den Spieler. Das richtige Ablegen reicht schon: immer mit den langen Stangen auf der Unterseite!

Trotzdem kämpfen viele Saxofonisten mit Schwierigkeiten: Tonverbindungen zwischen hoher und tiefer Lage funktionieren nicht, oder Töne sprechen nicht sofort an.

Ein häufiger Grund dafür liegt nicht beim Saxofonisten, sondern bei der Zapfen-Ring-Verbindung zwischen Korpus und S-Bogen – siehe Bild: Dabei wird die Mechanik mit dem Zapfen (er kommt vom Korpus) mit dem Ring (dieser kommt vom Hals) verbunden.

ACHTUNG – ZENTRALER TIPP: Nachdem der S-Bogen auf dem Korpus gedreht und die Schraube zugedreht wurde, muss immer CA. 1 – 2 MM ABSTAND zwischen Zapfen und Ring vorhanden sein! ZAPFEN UND RING DÜRFEN SICH NICHT BERÜHREN.

Mit diesem kleinen Abstand ist garantiert, dass vor allem die Töne der unteren Lagen sauber ansprechen!

Falls der Zapfen den Ring berührt gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Du drehst den S-Bogen ein wenig. Damit kann der Abstand u.U. hergestellt werden.
  2. Du drückst beim S-Bogen mit einer Hand die Klappe zu – drückst sie also zu (mit ganzer Hand oder mit Dauen) und ziehst gleichzeitig den Ring mit den Fingern ein wenig nach außen, also vom Zapfen weg – aber ganz vorsichtig. Wenn du ziehst, darf oben die Klappe nicht aufgehen, weil du ja die Klappe auf dem S-Bogen ganz vorne beim Loch zudrückst. Nach jedem kleinen “Ziehversuch” prüfst du, ob ein kleiner Abstand vorhanden ist! (Wenn du dir hier nicht sicher bist, dann lass es deinen Lehrer machen oder schreib mir kurz, dann sende ich dir ein kurzes Video).

 

 

Wieso spielt Mona Lisa Saxofon?

Leonardo da Vinci starb am 2. Mai 1519 – also vor 500 Jahren. Sein Genie gilt als zeitlos universell. Sein berühmtestes Werk, die Mona Lisa wirkt geheimnisvoll spannend, vor allem das besondere Lächeln …

Leonardo selber aber betrachtete es als unvollständig! Natürlich, denn auch aus meiner Sicht fehlt natürlich hier ein Saxofon, denn:

“Mona Lisa würde heute sicherlich Saxofon spielen!”

Wieso? Mona Lisa war in ihrer Zeit eine moderne Geschäftsfrau – up-to-date sozusagen, also voll im Trend!

Und da die Beliebtheit des Saxofons ständig zunimmt (siehe Instrument des Jahres 2019), würde sie heute vermutlich zum Saxofon greifen. Vor allem die Mädchen haben in den letzten Jahren das Saxofon für sich entdeckt. Immer mehr herausragende Saxofon-SOLISTINNEN (Melissa Aldana/Jazz-Tenorsaxofon oder Asya Fateyeva klassisches Saxofon) belegen den Trend auch an der Spitze!

Vor allem in den südlichen Ländern, in Südamerika, Südeuropa nehmen die Zahlen der Saxofonspieler zu. Die Blasorchester, BigBands, Jazzbands mit Saxofonen zeigen ein deutliches Bild! Also wohl auch verständlich die heutige Mona Lisa ;))

Nun zu Leonardo und seinem Bezug zum Saxofon:

Leonardo da Vinci war Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler. Er gilt als das Sinnbild eines Universalgenies.

Neben der Mona Lisa und weiteren 40 Gemälden, die man ihm mehr oder weniger zurechnet, sind vor allem seine naturwissenschaftlichen Skizzen bekannt.

Hier hat er sich in Detailzeichnungen zu allen möglichen Themen vor allem der Mechanik beschäftigt. So hat er sich mit Spindeln, dem Vorläufer der heutigen Bohrmaschinen intensiv beschäftigt, zeichnete Getriebe, Umlenkrollen um Kräfte über weitere Strecken übertragen zu können. Parallel-Schubstangen-Getriebe, Schwenk-Hemmungs-Getriebe oder das Gelenkgekoppeltes Hubgetriebe sollen nur ein paar Beispiele sein, die zu seinen Erfindungen gehören.

Es ist daher anzunehmen, dass Adolphe Sax u.a. auf die vielen Vorarbeiten von Leonardo bauen konnte, als er das Saxofon entwickelte. Er brauchte für die Herstellung des Saxofons aufwendige Maschinen, die u.a. auch auf Leonardos Prinzipien basierten. Vielleicht weit hergeholt, aber stimmig und verständlich. Viele Maschinen, die Leonardo erdachte, zeichnete und zum Teil konstruierte, waren zu Zeiten von Sax bereits im Einsatz.

Bei der Erfindung des Saxofons scheint also auch Leonardo die Finger im Spiel zu haben…

Zudem war Leonardo auch von der Musik begeistert. Er war ein überragender Improvisator auf seiner Lyra da Braccia am Mailänder Hofe, berichtet Giorgio Vasari. Dazu hat er einige Instrumente erfunden und andere (Flöten, Lauten) weiter entwickelt.

Und selbst Adolphe Joseph Sax scheint einige Gemeinsamkeiten mit Leonardo aufzuweisen. Beide waren begeisterte Musiker. Beide kämpften sich recht und schlecht mit Ideen, erdachten Konstruktionen und Erfindungen durch.

Beide konstruierten im Dienste von Kriegsherren schreckliche Kriegsmaschinen: Sax eine “Sax-Kanone”, also eine Kanone, die u.a. bei der Belagerung von Sewastopol im Krimkrieg eingesetzt wurde. Leonardo entwarf für seinen Kriegsherren Cesare Borgia gigantische Armbrüste, die jedoch wegen des aufkommenden Schießpulvers keine Zukunft hatten.

Bleibt uns also Mona Lisa mit ihrem friedlichen Altsaxofon! Was sie wohl spielen würde? Mein Tipp: String of Pearls, denn ihr Mann Francesco Giocondo war ein reicher Perlenhändler in Florenz 😉

 

Diese Saxofonisten jetzt live hören! Lass dich inspirieren!

Lass dich inspirieren!

Am besten du hörst und siehst Saxofonisten live im Konzert!

Die Energie, das Auftreten, die Kommunikation innerhalb der Band und auch zum Publikum sind für mich immer eine Inspirationsquelle.

Mit CDs oder Videos ist ein Live-Konzert deshalb nicht vergleichbar!

Ich bin überzeugt: Nach einem Live-Konzert ist man ein “anderer Mensch”! Die direkte Wirkung der Musik und die Energie, die du aufnimmst drängen dich geradezu, selber aktiv zu spielen!

Hier habe ich einige Saxofonisten gelistet, die in den nächsten Wochen und Monaten im deutschsprachigen Raum unterwegs sind. Ich stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche Konzerte findet man nicht im Internet und doch tauchen die betreffenden Musiker plötzlich auf 😉

Mein Tipp:

Du kannst zu jedem Musiker auf Youtube viele Videos sehen und hast damit vorab einen Eindruck über den Stil. Somit kannst du ganz einfach entscheiden, ob die Musik “deinem Geschmack” entspricht.

 

Hier die Liste und Spielorte!

Joe Lovano:

Ein atemberaubender Jazz-Tenorsaxofonist. Kann alle Jazzstile spielen!

Wien, München, Regensburg, Berlin

 

Candy Dulfer:

Funk/Soul: tolle Stimmung auf Konzerten, Saxofon zum Tanzen!

Spielte mit Prince, Dave Stewart (Eurythmics)

Ulm, Straubing, Rottweil, Zürich, Aschaffenburg

 

Maceo Parker:

Soul/Funk der Weltklasse! Saxofon zum Tanzen

Spielte jahrelang bei Soulmeister James Brown

Linz, Stuttgart, München, Frankfurt, Bremen, Wuppertal

 

Joshua Redman:

Die pure Musikalität! Ein großartiger Geschichtenerzähler!

Moers mit WDR-Bigband, Luxemburg, Ennenda/Glarus

 

Quadro Nuevo:

Tango-Weltmusik mit Flair!

Saxofonist Mulo Francel spielt regelmäßig mit Quadro Nuevo im deutschsprachigen Raum.

 

Too Many Zooz:

Wilde Power-Musik! Baritonsaxofonist Leo Pellegrino ist mit dieser Band seit Jahren die Attraktion

Nicht nur in den U-Bahnen New Yorks sondern auch auf allen Jazzfestivals weltweit

Tilburg am 13. Mai

 

Asya Fateyeva

Die herausragende ARD-Musikpreis-Gewinnerin spielt klassisches Saxofon (meist Sopran) auf höchstem Niveau!

Schleswig Holstein Musikfestival – August,  Rostock im Juni, Elbphilharmonie im Mai

 

Tower of Power

Die beste Soulband mit unglaublich virtuosen und groovenden Saxofonisten, vor allem der Baritonsaxofonist Doc Kupka ist schon eine Sensation!

Zürich, Ulm, Bonn, Hamburg, Mainz, Koblenz

 

Roger Hanschel

Meiner Meinung nach der Altsaxofonist mit den schönsten und lyrischten Melodien sowie ein atemberaubender Techniker

Bonn, Dortmund, Bremen, Köln, Aachen

 

Johannes Enders

Moderner Jazz auf dem Tenorsaxofon: Kreativ und pure Musikalität

Zürich, Mannheim, Nürnberg, München, Karlsruhe

 

Klaus Doldinger

Fusion-Jazz / Klaus Doldinger mit Passport zählt seit Jahrzehnten zu den besten und kreativsten Jazzbands Europas. Doldinger feiert am Sonntag seinen 84. Geburtstag (!!!)! Seine Musik kennen alle: Tatort, Das Boot, die unendliche Geschichte uvm ! Neben seiner Filmmusik ist Klaus Doldinger ein begnadeter Saxofonist, der noch immer herausragend musiziert!

 

Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern und vor allem viel Freude bei den Live-Konzerten!

 

Meine 2 aktuell wichtigsten Sax-Tools

Wenn man schon jahrelang Saxofon spielt, so hat man vieles Kommen und Gehen sehen. Angefangen von Saxofongurte (ich habe ca. 10 verschiedene zu Hause und mindestens 2mal so viele ausprobiert) über Mundstücke bis hin zu Blätter, Koffer und Mikrofone.

Meine zwei aktuellen Haupt-Tools sehe ich da als große Ausnahme. Ich benutze sie wirklich TÄGLICH. Sie bieten für mich zwei unschlagbare Vorteile:

  1. Beide sind leicht zu bedienen!
  2. Beide bringen sofortige Verbesserung!

Legen wir los:

Der ReedGeek:

Im Prinzip eine einfache “Erfindung”. Der ReedGeek ist ein Metallstab mit extrem scharfen Kanten zur einfachen Bearbeitung von Blättern. Der ReedGeek löst folgendes Problem: Jedes Holzblatt schwingt “unbearbeitet” nur schlecht oder unzureichend, weil es auf der flachen Unterseite niemals wirklich glatt und eben ist. Mit dem ReedGeek schabt man z.B. 3-4mal mit der Kante über diese Unterseite, ein “Hauch von kleinen Spänen” ist nun an der Kante zu sehen. Das Ergebnis ist aber phänomenal:

  1. Die Töne sprechen unglaublich leicht an!
  2. In allen Tonlagen!
  3. Die Töne klingen klarer und besser.
  4. Das Blatt kann man in der Folge noch genauer bearbeiten: sogar einzelne Töne bzw. die jeweiligen Seiten (links/rechts/vorne/hinten) können sehr genau und fein bearbeitet werden.

Damit kann man ein Blatt in weniger als einer halben Minute extrem verbessern. Früher habe ich mit Schachtelhalmen, Rasierklingen und Schleifpapier gearbeitet. Der ReedGeek hat alles ersetzt. Er ist klein, passt in jede Hosentasche und unverwüstlich!

Was ich dazu auch empfehle: Immer wieder Desinfektionsmittel auf den ReedGeek! Hier warum: Ich bearbeite nahezu alle Blätter meiner Schüler damit: am Beginn der Unterrichtseinheit streiche ich mit der Kante 2-3mal (auf keinen Fall öfter) über die Unterseite. Sofort sprechen alle Töne besser an. Damit ich keine Krankheitserreger übertrage, streiche ich den ReedGeek regelmäßig mit ein wenig Desinfektionsmittel ein.

Auf YouTube gibt es mittlerweile einige sehr interessante und empfehlenswerte Videos – unbedingt ansehen.

Der einzige Wermutstropfen ist der Preis: Der kleine Wunderstab kostet bei Thomann mittlerweile stolze 77 Euro!!! Aber ich kann versichern, er ist es tatsächlich Wert! Sofern man den Stab nicht verliert, wird man ihn “ewig” als treuen und schnellen Helfer – für mich täglich – an der Seite haben.

Und noch etwas sollte man bei der Entscheidung für oder gegen den ReedGeek bedenken: Aus meiner Erfahrung hat sich gezeigt, dass die Qualität des Blattes (= Ansprache, Klang) mehr Einfluss auf den Saxofonton hat, als das Mundstück oder das Saxofon.

Es herrscht bei vielen – auch sehr guten Saxofonisten die Meinung, dass jeder Saxofonist auf den verschiedensten Mundstücken und Saxofonen GLEICH KLINGEN! Meistersaxofonist Branford Marsalis hat mir kürzlich in München erzählt, dass für ihn das Setup keine große Rolle spielt. Der Klang entsteht in der Vorstellung! Und ich habe erlebt, dass er während seines Konzertes in München spontan die Blätter gewechselt hat. Und die Blätter waren alle neu und unverpackt – das Verpackungspapier lag nach dem Konzert auf dem Bühnenboden – klanglich hatte man nach dem Wechsel keinen Unterschied gemerkt! Der Klang entsteht also im Kopf!

Das Blatt ist der wichtigste Bestandteil bei der Ansprache und beim “Wohlfühlen”! Also eindeutig Kaufempfehlung für den ReedGeek!

 

2. DRONE TUNER

Jeder seriöse lernwillige Musiker beschäftigt sich mit Intonation. Man muss diese genauso üben, wie Technik oder Klang. Bisher haben wir immer die gängigen Stimmgeräte (früher) und später die unzähligen Handy-Apps genutzt. Völlig in Ordnung, elegante Lösung und großartige Genauigkeit.

Jetzt habe ich aber im AppStore den Drone Tuner entdeckt und habe gefunden was ich gesucht habe. Der Drone Tuner ist ein Stimmgerät, das in reiner Stimmung misst und dazu noch die Intonation von Akkorden (!!!) anzeigt! unglaublich !!!!

Also nochmals – das bietet der Drone Tuner:

  1. Er misst die Reine Stimmung (beste Stimmung) bezogen auf einen Grundton (diesen muss man einstellen)
  2. Er misst die richtige Intonation von Akkorden: Man sieht also ob z.B. die Terz oder Quinte stimmt oder nicht
  3. Er zeigt deinen gespielten Ton als graphische Figur (Kreis …) an. Diese Figur ist in Drehbewegung, wenn du falsch spielst: Linksdrehung = dein Ton ist zu tief; Rechtsdrehung = dein Ton ist zu hoch ; Stillstand: dein Ton stimmt richtig.
  4. Dazu kann die App den Grundton als Referenzton spielen (in sehr guter Tonqualität). Nach diesem Ton kannst du dann auch deine Töne (beginne so: Prime => Oktave => Quinte => Terz => Sext => Sekund => Sept)

Es gibt meines Wissens kein Stimmgerät mit diesem Leistungsumfang

Klare Kaufempfehlung: Dein Gehör und deine Intonation wird sich schnell verbessern.

Leichte Bedienung und kleiner Preis mit echt großer Wirkung!

 

Hier die Links:

ReedGeek bei Thomann

ReedGeek Website

ReedGeek Youtube Original-Tutorial

Drone Tuner – Website

Drone Tuner – im App Store

 

Meine 3 wichtigsten Prinzipien beim Saxofonüben

Ich versuche ständig zu reflektieren, welche Übungen mich am besten voran bringen. Mittlerweile habe ich unzählige Methoden und Tricks beim Saxophonüben gefunden und wiederholt angewendet. Manche sind sehr speziell, sodass ich diese selten brauche, manche setze ich gerne ein, weil sie einfach Spaß machen und darüber hinaus zu sofort spürbaren Verbesserungen führen.

Aber einige wenige Methoden wende ich in jeder Übungseinheit an, weil damit das Üben

  • extrem effizient,
  • einfach,
  • erfolgsorientiert und
  • kurzweilig bleibt.

Zusammengefasst wurden diese Methoden zu meinen Übungsprinzipien aus zwei verständlichen Gründen:

  1. Ich kann diese Prinzipien immer und bei jeder Musik anwenden!
  2. Diese Prinzipien bringen den schnellsten Fortschritt und damit spürbaren Erfolg!

Ich habe diese Prinzipien bisher gar nicht aufgelistet, doch die aus meiner heutigen Sicht wichtigsten Prinzipien stelle ich hier vor. Du kannst diese Prinzipien selbstverständlich auch auf andere Instrumente übertragen, sie funktionieren auf allen Instrumenten.

 

1. Mache immer Musik! Spiele ständig ein Fantasie-Konzert!

Dieses erste Prinzip erscheint auf den ersten Blick fast banal oder vielleicht “schulmeisterlich”! Dahinter steckt aber der eigentliche Ursprung unseres Musizierens: Musik ist für Zuhörer gedacht. Natürlich können wir auch nur für uns selbst spielen und machen das auch die meiste Zeit, indem wir regelmäßig üben. Aber das eigentliche Ziel soll doch das Vorspiel, das Konzert, der Act, die Show … vor Zuhörern sein. Damit wird Musik zu einem Austauschmedium zwischen Spieler und Hörer, Kommunikation entsteht, Gefühl füreinander – das ist das eigentlich spannende an der Musik – das Gefühl der Zuhörer und ihr Feedback zu spüren!

Auf die Zuhörer oder das Zuhören ist Musik also ausgerichtet! Das bedeutet für uns Musiker, das wir etwas vermitteln: Eine Geschichte, eine Idee, eine Stimmung, was auch immer!

Und es spielt dabei keine Rolle ob wir einen einzigen Ton oder eine ganze Symphonie spielen. Was wir brauchen ist “eine Idee” mit der wir unsere Töne, Melodien, Harmonien vermitteln.

VOR dieser Idee – so sollte man meinen – muss aber zunächst die Beherrschung des Instrumentes erfolgen. Wenn ich zum Beispiel keine spanischen Vokabel kenne, wie soll ich dann erst jemanden auf Spanisch zum Essen einladen?

Aber NEIN, genau so wie man Technik, Melodieführung etc. übt muss man auch “das Gestalten” sofort üben. Man darf auf keinen Fall bis zum Auftritt damit warten und hoffen, dass man vor Publikum den Schalter automatisch umlegt.

Also: sobald ich eine Passage, eine Teilmelodie beherrsche versuche ich sie sofort überzeugend musikalisch zu spielen. Ich gestalte sofort, probiere verschiedene Varianten aus.

Dasselbe mache ich mit Skalen, Tonleitern, Dreiklängen – sofort überzeugend gestalten. Alles andere ist leblos und uninteressant!

 

  1. Übe vom Leichten zum Schwierigen – Anstrengung verboten & Lockerheit ist Pflicht

Regelmäßig wird man beim Üben auf persönlich schwierige Stellen treffen. Die Frage die sich dabei stellt: stürzt man sich sofort mit aller Energie auf die harte Nuß?

Ich mache das nie! Wenn ich mich mit Tonübungen aufwärme, so beginne ich immer mit den einfachsten Saxofontönen: c2, h1, a1. Von da aus arbeite ich mich nach oben und unten weiter. So wärme ich Atmung und Lippenmuskeln auf und bleibe von Beginn an entspannt.

Dasselbe Prinzip wende ich bei der Einübung einer Etüde, eines Konzertstückes, eines Standards etc. an. Damit bleibe ich entspannt und nehme diese Lockerheit in die schwierigen Bereiche mit.

Darüber hinaus wende ich dieses Leicht=>Schwierig-Prinzip auch bei schwierigen technischen Stellen an, indem ich mir diese vereinfache und zu leichten Stellen mache. Am besten gelingt das, durch Spielen im langsamen Tempo. Durch langsames Tempo wird jede schwierige Stelle zu einer relativ einfachen Stelle.

Ich verlangsame also so weit, bis ich mich sicher und wohl fühle. Von diesem Tempo steigere ich mich in kleinen Stufen in Richtung Originaltempo. Also wieder unbedingt “einfach machen”!

Aus meiner Sicht steht fest: Nur wenn man seriös und dauerhaft an der genauen Finger- und Tonkontrolle arbeitet – und zwar unbedingt in langsamen Tempo – so kann man in der Folge auf der Basis dieser Genauigkeit auch komplizierte Musik spielen.

Wir müssen also versuchen unser Instrument möglichst mit genauen Bewegungen zu kontrollieren. Damit können wir noch besser Musik machen (Siehe Punkt 1)!

Der beste Weg zur Beherrschung und Kontrolle des Instrumentes ist das Prinzip “vom Leichten zum Schwierigen”, weil nur so die Genauigkeit und Lockerheit im Spiel in schwierige Regionen mitnehmen kann.

 

  1. Übe in kleinen Einheiten – Üben ist wie LEGOSPIELEN!

Mit dem 2. Prinzip (Leicht=>Schwierig) verbinde ich immer auch das Üben in kleinen Einheiten. Dieses 3. Prinzip wirkt wahre Wunder. Ich spiele und übe meist sinnvolle Kleinmelodien, verdrehe diese, transponiere diese durch den Quintenzirkel und versuche den Sinn und die Idee hinter der Melodie zu verstehen.

Mein Ziel ist immer das Auswendigspiel dieser Melodie – und zwar musikalisch überzeugend. Dazu verwende ich verschiedene Methoden: Die einfachste ist, wenn ich eine Melodie 5 mal wiederhole und ab dem 3. Mal mit geschlossenen Augen spiele.

Ich habe zum Spiel in kleinen Einheiten bereits unzählige Techniken und Methoden entwickelt, die ich selber anwende und auch immer mit meinen Schülern übe.

Das Prinzip ist genial einfach: zerlegen wie LEGO und wieder zusammenbauen. Wenn meine Kinder LEGO-spielen, so bin ich immer wieder fasziniert von deren Fantasie. Obwohl mittlerweile die Legoteile doch schon sehr anwendungsspezifisch gebaut werden (anders als zu meiner Zeit mit einer Farbe und 3 verschiedenen Längen;), bauen die beiden mit denselben Steinen Raumschiffe, Häuser, Höhlen und alles, was die Fantasie so hergibt.

So lebendig kann auch die Musik werden, wenn wir sie zerlegen. Ich finde diese Methode genial: Auf diese Weise wird die Musik lebendig und das Üben abwechslungsreich.

Ich spiele also mit dem Material immer wieder herum. Ändere Töne, Rhythmen, verschiebe Akzente, transponiere, spiele Umkehrungen.

Das alles möglichst auswendig, denn nur auf “Auswendig-Niveau” klingt Musik wirklich frei und gut!

Vier brennende Fragen zum Saxofon-Start

 

4 brennende Fragen zum Saxofonstart

Regelmäßig erhalte ich Fragen zum Saxofonstart. Die wichtigsten und meist gestellten Fragen möchte ich in diesem Blogbeitrag relativ kurz behandeln.

 

  1. Benötige ich Vorkenntnisse?

Mit Vorkenntnissen sind hier vor allem das Wissen über musiktheoretischen Grundlagen gemeint. Für den Saxofonstart sind musiktheoretische Vorkenntnisse NICHT NOTWENDIG.

Es spielt keine Rolle, welches Saxofonbuch man verwendet, oder mit welchem Lehrer oder System man arbeitet. Denn mit der schrittweisen Verbesserung auf dem Instrument – also dem praktischen Lernprozess lernt man theoretisches Wissen (wie Notennamen, Notenwerte etc.) ebenso schrittweise.

Saxofonschüler lernen also immer zunächst ein neues Element auf dem Saxofon in praktischer Form – spielen es also – und dazu begleitend den dazugehörigen theoretischen Begriff (wie zum Beispiel den Notennamen zum gerade gespielten Ton)

Der Lernfortschritt erfolgt also auch im Theoriebereich schrittweise, im Idealfall so elegant mit der Praxis verbunden, dass man den Wissenszuwachs bewusst gar nicht wahrnimmt.

 

  1. Welche Saxofongröße ist ideal für den Saxofonstart?

Zunächst sind 4 Saxofongrößen am meisten verbreitet: Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon. Grundsätzlich kammen auf jeder dieser 4 Größen starten. Meine Empfehlung ist aber ganz klar das ALTSAXOFON. Diese Größe empfehle ich aus folgendne Gründen:

  1. a) Das Altsaxofon hat ein noch angenehmes Gewicht – im Schnitt ca. 2,5 kg – die um den Hals gehängt werden. (Beim Tenorsaxofon sind es durchschnittlich bereits 3,5 kg).
  2. b) Der Aufwand/Umfang an Atemluft zur Erzeugung des Tones ist für jeden beherrschbar. Auch Anfänger im Alter von ca. 9-10 Jahren können locker stabile und lange Töne erzeugen.
  3. c) Altsaxofon-Mundstücke haben eine angenehme Größe, sodass einerseits weniger Feingefühl (wie beim Sopransax) benötigt wird und andererseits man keinen größeren Gegenstand (wie beim Tenorsax) im Mund hat. d) Eine gute Intonation ist mit dem passenden Mundstück (enge Bahn) leichter zu erreichen, als bei allen anderen Größen.
  4. d) Altsaxofone sind von allen vier Größen vergleichsweise am billigsten.
  5. e) Das Spiel auf der Altsaxmechanik (Drücken der Klappen) ist aus meiner Sicht am einfachsten. Das Sopran erfordert hier schon viel Feingefühl, das Tenor erfordert schon größere Fingerbewegungen.

 

  1. Welche Marke soll ich kaufen?

Es gibt mittlerweile viele ausgezeichnete Saxofonhersteller – sehr bekannte, bekannte und unbekannte. Nahezu jeder Hersteller hat verschieden Saxofonserien im Angebot, vom Anfängermodell bis zum Profisaxofon.

Dazu muss man beim Kauf wissen, was ein “gutes funktionierendes Saxofon” überhaupt ausmacht. Aus meiner Sicht muss ein funktionierendes Saxofon zunächst 2 Bedingungen erfüllen: 1. Die Töne müssen leicht ansprechen: Die Mechanik aus Klappen, Stangen, Federn und Polster muss in Summe so eingestellt sein, dass Töne mit leichtem Fingerdruck leicht ansprechen – die Klappen also gut die Kamine verschließen. Dazu gehört aber sicherlich auch im tiefen Tonregister vor allem ein gut funktionierendes Mundstück und Blatt sowie die richtige Blastechnik. Aber, ohne gut eingestellte Mechanik ist man in diesen Tonregionen “machtlos”. 2. Das Instrument sollte bestmögliche Intonation aufweisen. Alle Töne sollen also möglichst genau stimmen. Dies kann man zum Teil mit geschultem Gehör gut hören oder auch mit einem Stimmgerät genau feststellen.

Würde ich aus meiner heutigen jahrzehntelangen Erfahrung zurück in den Anfängerstatus versetzen, so würde ich mir ein Yamaha-Altsaxofon für den Start kaufen, aus folgenden Gründen:

  1. Die Intonation ist bei Yamaha-Saxofonen nahezu perfekt
  2. Der Klang ist bereits bei den Anfänger-Saxofonen von Yamaha sehr ausgewogen und sauber über die gesamte Tonreihe. Es gibt keine schlecht klingenden Töne.
  3. Die Mechanik ist aus bestem Material gefertigt: Stangen, Federn, Klappen sind aus relativ hartem Metall, sodass es zu keinen Verbiegungen oder Verschiebungen kommt. Korke und Polster sind sorgfältig geklebt. Die Mechanik funktioniert über Jahren hinweg zuverlässig.
  4. Das Instrument liegt perfekt in der Hand. Die Klappen schmiegen sich nahezu an die Handform, sodass diese mit wenig Bewegungsaufwand zu drücken sind.
  5. Der Yamaha-Schutzlack ist der beste Lack von allen Saxofonen. Selbst nach Jahrzehnten hält dieser Lack und schützt das Instrument.
  6. Übriges Equipment, wie Mundstücke, Blätter funktionieren auf Yamaha-Saxofonen tadellos.
  7. Yamaha-Saxofone sind enorm wertstabil. Sie halten bei guter Pflege fast ihren Kaufpreis.

 

Yamaha-Saxofone bieten also vor allem im Einstiegsbereich (900 – 1200 Euro) das beste Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein ganzes Leben lang einen zuverlässigen Partner haben. Viele herausragende Supersaxofonisten spielen Yamaha-Saxofone, weil sie vor allem die oben genannten Vorteile schätzen.

Vielleicht fragst du dich, wieso man dann immer wieder bei sehr vielen Profis auch alte Saxofone – wie zum Beispiel Selmer – sieht. Dazu muss man wissen, dass Profis vor allem nach einem gut KLINGENDEN Saxofon suchen. Hier hat Selmer mit seinen alten Saxofonen (Balanced Action, Super Balanced Action, Mark 6) vor allem eine perfekte Kombination aus leicht gängiger Mechanik (das war der große Entwicklungsschritt von Selmer) und einem interessanten Klang geschaffen.

In Puncto Mechanik hält  das Yamaha mit jedem anderen Saxofon locker mit, ist vielleicht sogar der Marktführer. In Puncto Klang gehen die Meinungen auseinander und das ist schön und gut so 😉

 

  1. Mit welchem Lernsystem soll ich starten?

Mittlerweile gibt es auch im Saxofonbereich verschiedene Lernformen. Welche Lernform die bessere ist, muss jeder für sich entscheiden. Dabei spielen Vorwissen, verfügbare Zeit, Finanzkraft und individuelle Ansichten und Wünsche eine Rolle. Hier die wichtigsten Lernformen mit Vor- und Nachteilen:

4.1. Persönlicher Unterricht bei einem Saxofonlehrer:

Positiv:

  • wird oft regelmäßig im Wochenrhythmus gehalten, daher ist ein möglichst kontinuierlicher und überwachter Fortschritt sehr wahrscheinlich
  • direktes Feedback vom Lehrer an den Schüler: Motivation, Korrekturen, Anregungen
  • Der Lehrer kann direkt auf den Schüler eingehen, schnell seine Probleme lösen

 

Negativ:

  • Teuer im Vergleich zu anderen Formen
  • Zeitaufwendig

 

4.2. Autodidaktisch – sich das Spielen also selber beibringen:

Positiv:

  • Dazu kauft man sich ein Saxofonbuch und spielt die Kapiteln selbständig durch.
  • Diese Form funktioniert vor allem bei Musikern, die schon ein Instrument spielen, insbesondere bei Klarinettisten und Flötisten.
  • Man ist frei: wählt seine Musik, sein Tempo

Negativ:

  • Gefährlich ist hier das fehlende Feedback, denn gewisse Elemente sind nicht einfach, selbständig zu lernen – vor allem im Fortgeschrittenenbereich.
  • Ohne musikalische Vorerfahrung ist diese Lernform sehr mühsam, da das motorische Feingefühl in Fingern und Lippen erst aufgebaut werden muss.

 

4.3 Das Lernen mit Videos und Software:

Negativ:

  • Hier fehlt grundsätzlich auch das Feedback, man weiß also nicht, ob man Ansatz, Artikulation, Atmung etc. richtig ausführt.
  • kein persönlicher, direkter Kontakt zu einem Lehrer

Positiv:

  • Man kann mit dem Lernmaterial zeitlich grenzenlos arbeiten
  • Das Material ist sehr genau und detailliert: kleine Lernschritte, motivierende Playbacks
  • Der Lehrer im Video kann ganz genau beobachtet werden, ein großer Vorteil für das Imitieren der Musik
  • Das Lerntempo ist völlig frei, man kann zeitlich pausieren und wieder weiter spielen
  • der Preis ist sehr günstig

 

TIPP: Man kann die Lernformen kombinieren. Es spricht nichts dagegen, persönlichen Unterricht mit Videokursen zu kombinieren. Jeder muss für sich entscheiden und probieren. Wichtig: Mit der Wahl einer Lernform hat man keine endgültige Entscheidung getroffen. Man kann im Prinzip auch in der Folge zu jederzeit auf eine andere Lernform wechseln, man hat also nichts verloren.

Ich möchte hier kurz auf meinen kostenlosen Einstiegskurs mit Videos hinweisen: www.saxofonlernen.com

 

Was brauche ich, um mit dem Saxofon erfolgreich zu starten?

 

  1. Du brauchst ein einwandfrei funktionierendes Saxofon

Natürlich brauchst Du ein Saxofon für den Einstieg. Nur – welches nimmst/kaufst du? Ganz einfach: ein “funktionierendes” Saxofon. Was aber macht ein funktionierendes Saxofon aus? Für mich hat ein funktionierendes Saxofon grundsätzlich zwei Kriterien, die es in jedem Falle erfüllen muss: 1. Die Töne müssen leicht anspielbar sein. 2. Die Intonation sämtlicher Töne der 1. und 2. Oktave soll einigermaßen gleichmäßig und akzeptabel sein.

Zu Punkt 1. ist natürlich zu ergänzen, dass bei der leichten Ansprache vor allem das richtige Mundstück und Blatt notwendig sind – dies sei aber hier vorausgesetzt. Das Saxofon muss also mit einer optimierten Mundstück/Blatt-Kombination leicht ansprechen – von tief bis hoch. Das ist zweifellos keine Selbstverständlichkeit vor dem Hintergrund der komplexen Mechanik des Saxofons!

Zu Punkt 2: Kein Naturinstrument ist in perfekter Intonation gebaut. Aber es gibt bei den Saxofonen schon erhebliche Unterschiede. Bei den meisten Saxofonen tendieren dieselben Töne in dieselbe Richtung: z.B. intoniert bei sehr vielen Saxofonen das gegriffene d2 und e2 zu hoch … usw. Dieses Phänomen ist physikalisch durch die Bauweise des Instrumentes erklärbar, in der man ständig Kompromisse zwischen der Feinintonation der einzelnen Töne finden will.

Die leichte Ansprache (Punkt 1) ist nicht unbedingt altersbedingt, sondern ein Ergebnis der Feineinstellung der Mechanik durch einen kompetenten Serviceman. So kann er ein 100 Jahre altes Saxofon perfekt einstellen und die Töne sprechen butterweich an.

Will man aber ein gebrauchtes Saxofon kaufen, so empfehle ich, das Instrument VOR dem Kauf unbedingt zu testen: auf leichte Ansprache, Intonation und etwaige verborgene Schäden (Stauchungen des Korpuses durch Stürze).

Neue Saxofone sprechen erwartungsgemäß gut an, falls sie das nicht beim ersten Anspielen machen, so kann man hier die Gewährleistung geltend machen. Dazu ist es natürlich ratsam bei einem inländischen Händler zu kaufen!

Und hier sind wir schon beim nächsten Punkt: WO kaufst Du ein Saxofon?

Im Idealfall kaufst Du ein Saxofon bei einem Händler MIT Servicewerkstätte mit der Betonung auf Service! Im Zweifel würde ich sogar einen etwas höheren Kaufpreis dafür bezahlen, dass dieser Verkäufer ein noch besserer Reparateur und Servicemann ist. Denn früher oder später braucht jedes Saxofon einen Service, bei dem die Mechanik nachjustiert wird. Und spätestens hier ist man dann heilfroh, wenn man das Instrument in geschickte und erfahrene Hände (zurück)geben kann.

Hat man keine solche Werkstätte in der Nähe, so kann man immer noch bei seriösen Onlineshops kaufen und hat hier auch lange Gewährleistungs- und oft auch Rückgabemöglichkeiten.

Bei einigen Händlern kann man sogar Saxofone über verschiedene Laufzeiten hinweg mieten und zahlt z.B. bei 20 Raten monatlich 15 Euro – ein extrem günstiges Einstiegsangebot!

Bei Onlineshops reihe ich nach folgenden Kriterien:

  1. Im Inland die Hauptniederlassung
  2. Telefonisch erreichbar
  3. Eigene Reparaturwerkstätte angeschlossen.

Diese 3 Kriterien (und sogar noch Saxofonvermietung) erfüllt z.B. das Bayerische Musikaus Kirstein in der Nähe von Landsberg am Lech. Natürlich bietet auch Musikhaus Thomann enorm gute Konditionen und extrem guten Service.

Hier ein kleiner Tipp: Nach meinen Erfahrungen orientieren sich mittlerweile alle regionalen Musikshops, Onlinehändler an den Thomann-Preisen. Die Shopinhaber kennen die Thomannpreise und wissen, dass sie sich nach diesen Preisen ausrichten müssen.

Thomann ist also nicht der günstigste, hat aber die größte Auswahl und einen genialen (Liefer-)service.

 

  1. Equipment

Mit Equipment meine ich Mundstück, Blätter, Bißplatten, Saxofongurt

Mundstücke:

Hier gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Zahl von Herstellern und eine kleine Zahl von Marktführern. Mundstückpreise variieren von 50 bis 700,- Euro. Der Unterschied liegt in der Ansprache ALLER Töne, der Intonation, des Klanges, des Materiales.

Ein gutes Mundstück soll also zunächst mal gut ansprechen über den gesamten Tonumfang und eine gute Intonation sollte nicht zu schwer zu erreichen sein.

Bezüglich der Ansprache muss man das Mundstück unbedingt testen, hier gibt es sogar innerhalb einer Serie enorme Unterschiede.

Hinsichtlich der Intonation ist die Lage einfacher: So sind Mundstücke mit enger Bahn (Abstand zwischen Blattspitze und Mundstückspitze) leichter zu intonieren als Mundstücke mit offener Bahn.

Deshalb rate ich für den Start zu einem supereinfachen, verlässlichen und günstigen Mundstück: Yamaha 4C! Dieses Mundstück gibt es für Alt-, Sopran- und Tenorsaxofone für ca. 50 Euro zu kaufen. Dazu eine passende Blattschraube und z.B. Blätter von Vandoren Classic – Stärke 1,5 – und man hat ein verlässliches Equipment für den Start.

Mit dieser Kombination hat man natürlich keinen brillanten Sound, aber am Anfang braucht man vor allem verlässlich ansprechendes Material.

Auf das Mundstück klebe ich feine Gummibißplatten. Damit berühren meine oberen Schneidezähne nicht direkt das harte Mundstück, sondern liegen quasi auf einem leichten Gummi auf. Das Gefühl ist angenehmer und das Mundstück kann besser fixiert werden.

Bißplatten sind günstig und halten auf einem Mundstück für gewöhnlich mindestens ein Jahr oder länger. Damit schonen wir sowohl die Schneidezähne als auch das Mundstück.

Allen meinen Schülern empfehle ich zudem einen Saxofongurt mit Karabinerhaken. Damit kann der Gurt nicht aus der Öse am Saxofon rutschen, ein plötzliches Hinunterfallen wird unmöglich. Vor allem in den ersten Wochen ist man in der Handhabe des Instrumentes noch nicht routiniert. Unachtsamkeiten kommen hier immer wieder vor und es genügt eine kleine Bewegung, ein Ruck, eine Drehung – und das Saxofon geht zu Boden! Ein Karabiner verhindert diese Sax-Katastrophe 😉

 

  1. Notenmaterial

Im nächsten Schritt musst Du oder dein Lehrer das Notenmaterial bestimmen, mit dem du Griffe, Stücke, Rhythmen usw. lernst. Ich habe mittlerweile mehr als 15 Anfänger-Saxofonbücher. Jedes Buch ist für sich sehr gut. Die Aufgabe eines Lehrers ist es, für jeden Saxofonanfänger das für ihn geeignete Buch zu verwenden: Es gibt Bücher die von Beginn an sehr anspruchsvoll – also sehr schwierig – sind, und es gibt Bücher, die geben dem Schüler Zeit und sind sehr langsam und ausführlich.

Willst Du selber Saxofon autodidaktisch lernen, so empfehle ich dir das Saxofonbuch von Klaus Dapper. Dieses Buch ist im Mittelfeld einzuordnen – nicht zu schwierig, nicht zu leicht. Die ersten 15 Kapiteln sind sehr gut, danach wird es aufwendiger, zum Teil stufenweise sehr schwierig. Ab diesem Zeitpunkt muss man den Sprung zu anderen Büchern und Heften machen.

Die Grundlagen am Start sind für alle späteren Stilrichtungen gleich. Egal ob du jetzt schon weißt, dass du später nur Jazz, nur Rock, nur Klassik etc. spielen wirst…,

in den ersten Jahren sollen alle Saxofonisten eine solide Grundlage bestehend aus Tonbildung, Artikulation, Technik aufbauen. Mit dieser soliden Basis und Beherrschung des Instrumentes kann dann jeder “seinen Weg” einschlagen.

 

  1. Ablageplatz für das Saxofon

Wo lege ich mein Saxofon ab, wenn ich nicht spiele. Dieses Thema ist von enormer Bedeutung, weil es die Häufigkeit des Spielens beeinflusst!

So wie wir nach Süßigkeiten greifen, wenn sie auf dem Tisch liegen, genauso werden wir häufiger Saxofon spielen, wenn es auf dem Tisch liegt.

Also: Süßigkeiten weg und dafür Saxofon her! 😉

Im Ernst: ich empfehle allen meinen Schülern, das Saxofon unbedingt ausgepackt und möglichst spielbereit (Blatt abmontieren und neben das Saxofon legen) auf einem sicheren Platz z. B. auf einen Tisch oder Sideboard abzulegen. Damit fällt das Instrument ins Auge und in weniger als 20 Sekunden (Montage des Blattes) kann man losspielen!

Wie bei allen anderen Lernfeldern spielt die Häufigkeit des Saxofon-Übens/Spielens eine extrem wichtige Rolle.

Daher ist eine guter und sichtbarer Ablageplatz enorm wichtig.

Ich habe zum Beispiel in 2 verschiedenen Räumen meine Saxofone auf Tischen liegen. Meistens lasse ich das Mundstück auf dem Saxofon, es ist aber ratsam, das Mundstück vom Saxofon zu nehmen, da es sich sonst am Korkring des S-Bogens festsaugt.

Somit habe ich meine Faulheit ausgetrickst und spiele öfter am Tag, wenn auch nur manchmal für ein paar Minuten.

Dieses Thema wird aus meiner Erfahrung unterschätzt

 

  1. Übungsplätze

Wo wir schon beim nächsten Thema ankommen: Übungsplätze.

Übungsplätze müssen “Wohlfühlplätze” mit einer Mischung aus Inspiration und Funktionalität sein. So sieht mein Übungsplatz aus: Auf dem Schreibtisch steht mein Notebook mit verschiedenen Softwareprogrammen und Dateien, die ich zum Üben verwende. Gleich daneben steht mein Keyboard. Hier verwende ich oft die Metronomfunktion und das Notenpult als meinen Notenständer und natürlich übe und spiele ich auch immer wieder auf dem Instrument. Daneben habe ich einen Mikrofonständer mit Mikrofon und ein Interface mit Kopfhörer. Mit dieser Kombination nehme ich regelmäßig mein Saxofonspiel zum Beispiel auf Garage Band auf. Die Wände dieses Zimmers schmücken Saxofon(isten)bilder und Regale mit Büchern, CDs, Noten und Instrumentenkoffer. Die Akustik ist in Ordnung – nicht zu trocken nicht zu hallig. Der Raum hat eine Außentür und ein Außenfenster, ist also einigermaßen hell. Und der Raum befindet sich am anderen Hausende der Schlafzimmer, sodass die Familie ihren wohlverdienten Schlaf findet, während ich mich zur selben Zeit am Saxofon austoben kann.

Damit kann man die wichtigsten Elemente eines guten Übungsplatzes sehr gut verstehen. Ein Übungsplatz sollte aus meiner Sicht haben:

  • Platz für dich und das Saxofon
  • Platz für Noten (Notenständer)
  • Trennung von anderen Wohnbereichen
  • Freundliche und motivierende Einrichtungen (Bilder, Licht)
  • eine motivierende Akustik (aber nicht zu hallig)

Die Akustik des Übungsraumes ist ein wichtiges und oft diskutiertes Thema. Gleich neben meinem Übungsraum befindet sich die Autogarage mit “Riesenakustik”. Manchmal – eher zufällig – wenn ich stehe, gehe ich rüber und spiele plötzlich wie in einer Klang-Kathedrale, das macht wirklich Spaß. Zu viel Hall (wie in Garagen, Duschen oder Bädern) ist für das dauerhafte Üben nicht ratsam, weil man sich für den Saxofonklang sehr wenig anstrengen muss. Umgekehrt wäre das Üben im Freien wohl wirklich am sinnvollsten, aber durch den fehlenden Hall wird das Üben doch sehr mühsam, jeder Ton verklingt sofort, es gibt nahezu keine Reflexion, es sei denn, man spielt dicht an einer Wand.

Sitzen oder Stehen?

Natürlich Stehen! Im Stehen sind die Körperbewegungen harmonischer, die Energie fließt ungehindert, die Konzentration ist höher, aber auch der Energieverbrauch ist höher. Im Sitzen kann man länger spielen und wenn man konzentriert an der Stuhlkante mit aufrechtem Oberkörper und guter Fußhaltung (beide Fußsohlen zur Gänze am Boden) sitzt, ist in dieser Haltung ein gutes Musizieren selbstverständlich auch möglich. Unzählige Orchester und Bigbands beweisen das.

 

  1. Ziele

Es gibt nichts besseres am Saxofonstart als ein starkes und konkretes Ziel.

Ziele können und sollen vielfältig sein: Einen bestimmten Song (Take Five, Pink Panther etc.) zu spielen, oder bei einer bestimmten Band/Orchester mitspielen.

Natürlich sind EIGENE Ziele die besten Ziele. Sie bewirken Motivation und Energie, um dieses Ziel zu erreichen.

Nimmt man Unterricht bei einem Lehrer so gibt meistens der Lehrer die Wochenziele im Rahmen von Hausaufgaben vor. Das hat den großen Vorteil, dass der Lehrer abschätzen kann, was innerhalb dieser Zeit leistbar ist und man zudem nach einer Woche vom Lehrer auf diese Ziele geprüft wird.

Lernende Erwachsene haben gegenüber lernenden Kindern im Bereich des Lernfortschrittes keine Nachteile. Aus meiner Erfahrung lernen sie genau so schnell, manchmal schneller. Erwachsene unterscheiden sich von Kindern im Lernprozess in zwei Punkten:

  • sie sind strenger mit sich selber, weil sie viel genauer sind
  • sie üben mit größerem Ernst

Diese zwei Punkte können im Hinblick auf Ziele zugleich Vor- und auch Nachteile sein: Erwachsene erreichen mit gleichem Zeitaufwand das gleiche Niveau meist schneller als lernende Kinder, sie spielen mit größerer Genauigkeit! Zugleich tendieren sie zu größerer Unzufriedenheit, weil sie meist schon genauere Vorstellungen von ihren Zielen haben.

Für die Definition von Zielen bei Erwachsenen gebe ich daher folgende Ratschläge:

  • Ein EIGENES konkretes Ziel soll definiert werden
  • Das konkrete Ziel sollte man in ca. einem Jahr, maximal 2 Jahren erreichen
  • Ist das Ziel noch größer und daher zeitlich weiter entfernt (Mitwirkung in einer Bigband), so soll man unbedingt halbjährliche und jährliche EINFACHE ZWISCHENZIELE haben (z.B. dieses Buch spiele ich bis 12.10.2019 durch …)
  • Ziele sind nicht unbedingt starr, je nach Lebenssituation muss man sie anpassen
  • Ziele müssen unbedingt MOTIVIEREN, nur dann sind sie sinnvoll. Angstgedanken oder Kraftlosigkeit bzw. Resignation sollten beim Gedanken an ein Ziel auf keinen Fall auftauchen. Dann ist das Ziel falsch definiert!
  • Ziele müssen in einem Aktionsplan umgesetzt werden: Dieser Aktionsplan beantwortet, was du TUST, um das Ziel zu erreichen. Also was brauchst Du dazu (Noten, Zeit, CDs, Unterrichtsstunden), wem brauchst Du dazu (Lehrer, Musiker …)
  • Letztendlich entsteht aus den Zielen ein (wöchentlicher, monatlicher) Übungsplan. Hier muss man keine Wissenschaftsarbeit entwerfen, sondern einen “Fahrplan” durch eine Übungsstunde mit den wichtigsten Übungsthemen auflisten. Aus meiner Erfahrung reicht ein wöchentlicher Übungsplan, denn die Themen sollten ja unbedingt über mehrere Tage in gleicher Weise wiederholt werden, und spontane Änderungen ergeben sich sowieso 😉

 

  1. Motivation

Du brauchst ständige Motivation zum Spielen. Diese Motivation MUSST du selber ORGANISIEREN. Bitte nicht warten, bis jemand anruft oder dich zum Saxofon hinstupst!

Im Grunde sind hier die “Motivierer” – also die Inhalte – leicht zu finden, schwieriger ist die zeitlich KONSTANTE Motivation über Wochen und Monate hinweg. Deshalb immer einen kleinen Plan machen. Zum Beispiel in JEDEM MONAT:

  • eine Saxofon-CD kaufen
  • ein Saxofon-Konzert besuchen
  • den Saxofon-Podcast hören
  • auf Youtube ein Video ansehen
  • einen kleinen Konzertauftritt spielen

So ein Monatsplan ist in 5 Minuten aufgestellt und du ziehst daraus enormen Profit, weil deine Energie hoch bleibt!

 

  1. Übungsplan

Das Üben nach einem konkreten Übungsplan ist alternativlos. Ohne Übungsplan überlässt man seinem Fortschritt dem Zufall und man verliert viel Zeit und Energie.

Ein Übungsplan gibt dir einen klaren Fahrplan durch deine Übungszeit. Darüber hinaus wird ein intelligenter Übungsplan die einzelnen Themen in geschickter Reihenfolge auflisten. So wird z.B. das 1. Thema (Atmen) die perfekte Vorübung für das folgende Thema (Tonübungen) sein.

Ein Übungsplan muss nicht superdetailliert sein. Es reichen die 4 – 8 Punkte. Hast Du Unterricht bei einem Lehrer, so wird er dir meist eine Hausaufgabe geben und hoffentlich dazu, einen Übungsplan, wie du die einzelnen Stücke, Übungen und Etüden am einfachsten durchspielst.

Ziel des Übungsplans:

Ziel und Grundlage des Übungsplan muss es sein, das Üben und somit auch den Fortschritt so leicht und einfach wie möglich zu machen.

Üben darf nicht anstrengend sein. Spielfehler sollen so gut wie nicht vorkommen. Der Übungsplan soll diese Ziele sicherstellen!

Um dir zu helfen, kannst Du hier ein leeres Übungsplanformular herunterladen: HIER KLICKEN – ZUM ÜBUNGSPLAN-FORMULAR

 

Viele Spaß mit dem Saxofon!

Joe

 

Johannes Enders im Gespräch

Johannes Enders ist ein deutscher Saxofonist, Komponist, Produzent und Lehrer. Seit 2009 hat er eine Professur für Jazz-Saxofon an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy inne.

Seine Karriere verlief steil, rasant und international. Sein Weg führte ihn über Musikstudien in München und Graz nach New York, in die Hauptstadt des Jazz, um dort zu studieren und mit Größen wie Chris Potter, Jaki Byard, Roy Hargrove, Jeff Tain Watts und unzähligen weiteren Spitzenmusikern zu spielen.

Schließlich setzt er sich auch dort schnell durch und gewinnt die Silbertrophäe beim “American Music-Fest” in San Francisco (1990) und ist Finalist im legendären Thelonious Monk-Saxofon-Wettbewerb 1991, wo er neben Joshua Redman, Chris Potter und Eric Alexander spielte.

Zurück in Deutschland etabliert er sich als eine der wichtigsten Jazzsaxofonisten Europas und wird beim Label ENJA unter Vertrag genommen. Hier gründete er eine Reihe von eigenen Projekten: Das Johannes Enders Quartett, die ZeitGeistMaschine, Endersroom, Endersdom sowie die spannenden Duoprojekte mit Günther Baby Sommer und Rainer Böhm.

Die Liste seiner Preise und Auszeichnungen ist lang:
1989: 1. Preis beim ersten internationalen Jazzwettbewerb in Österreich
1990: Bester Solist beim 2. internationalen Jazzwettbewerb in Österreich
1991: Best Band – Silver Award – Musikfest Oakland
1991: Finale Thelonious Monk Wettbewerb
1998: Kulturförderpreis der Stadt München
2003: SWR Jazzpreis
2005: Weilheimer Kulturpreis
2007: Neuer Deutscher Jazzpreis
2012: Bester Solist Deutscher Musik
2012: Autorenpreis Echo Jazz

Links:

Website von Johannes Enders

Thelonious Monk Jazz Wettbewerb

Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig

Selmer Saxofone – Johannes Enders MAG …

9 unschlagbare Vorteile des Saxofons

Episode hier anhören:

Ich freue mich auf eine gute Bewertung bei i-tunes!

 

 

Das Saxofon hat immer die Nase vorn! Es ist DAS Instrument meiner Wahl. Natürlich hinkt jeder Vergleich. Natürlich bin ich in meinen Einschätzungen subjektiv. Und vielleicht würde ein Trompeter, Pianist oder Schlagzeuger ähnliche oder ganz andere Argumente für SEIN Instrument finden!

Die 9 unschlagbaren Vorteile, die ich hier anführe spiegeln aber die enorme Beliebtheit des Instrumentes wieder. Das Saxofon ist in der modernen Musikwelt das führende Blasinstrument! Nicht weil es nur einfach zu spielen ist, nicht weil es einfach sehr gut aussieht, nicht weil es aufregend klingt,

sondern weil das Saxofon eben alle diese Vorteile in einer unschlagbaren Kombination vereint!

 

  1. Das Aussehen

Schon allein die geschlungene Form ist ein Hingucker. Dazu die Haltung des Instrumentes vor dem Körper: Die Armhaltung ist ähnlich eines Fahnenträgers. Das Instrument wird in der Vertikalen gespielt, geht mit dem Ende in die Tiefe, das letzte Teilstück zeigt aber wieder nach oben. Die Form wirkt offen, positiv und energiegeladen!

Saxofone werden an einem Halsgurt eingehakt, der damit Arme und Hände entlastet. Auch ohne Saxofon wirkt dieser Gurt wie eine Medaille, meist edel und schwarz! Viele Saxofonisten erkennt man daher im Bühnenbereich auch ohne Instrument, eben am Halsgurt.

Das Material des Instruments kann variieren. Von gold-glänzend über Silber, Bronze bis zu Kunststoff ist alles möglich. Der schützende Klarlack  bringt das Instrument zum glänzen. Manche Saxofonisten haben ihn bewusst vom Instrument entfernt. Das Saxofon erhält damit ein mattes und erdiges Aussehen. Es kursiert sorgar die Meinung, das die Entfernung des Schutzlackes zu einem noch besseren Klang führt ….

 

  1. Tonlich flexibel

Ich kenne kein Naturinstrument, das man klanglich so variabel spielen kann. Die Bandbreite ist enorm: vom klassischen cello-artigen Klang, der dunkel und samt-weich klingt bis zum extrem aggressiven und schrillen Sound der Pop- und Rocksaxofonisten.

Viele Komponenten bewirken in Summe diese Flexibilität, hier die wichtigsten:

  • die eigene Klangvorstellung bewirkt unterschiedliche Hohlräume im Mund- und Rachenraum sowie unterschiedliche Lippen- und Kinnspannungen
  • die Wahl des Saxofonblattes
  • die Wahl des Mundstückes
  • die Wahl des Materials: Silber bewirkt einen hellen Klang, Bronze einen dunklen Klang

 

  1. Das Saxofon kann alle Stimmlagen abdecken

Ein Saxofonist kann in allen Stimmlagen spielen. Vom Sopran bis zum Bass. Dazu braucht er die unterschiedlichen Saxofongrößen: Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass.

Das Griffsystem ist auf allen Saxofonen gleich: Damit startet ein Saxofonist auf einer beliebigen Größe – z.B. Altsaxofon – und kann damit automatisch auch alle anderen Saxofongrößen spielen!

Viele Saxofonisten spielen zwei oder noch mehr Saxofongrößen. Die meisten Saxofonisten besitzen ein Alt- und ein Tenorsaxofon, wobei sehr oft ein Instrument als Hauptinstrument gesehen wird.

Eine Saxofongröße als “Hauptinstrument” zu behandeln ist deshalb sinnvoll, weil das Feingefühl für die Saxofonmechanik und für die Lippentechnik auf diese Weise am besten entwickelt werden kann. Denn obwohl das Saxofon, grundsätzlich sehr einfach zu spielen ist, müssen vor allem die fortgeschrittenen Saxofonisten zur Verbesserung ihrer Technik sehr präzise und feine Bewegungen durchführen. Würde man hier ständig zwischen unterschiedliche Saxofongrößen wechseln, bekämen Finger und Lippenmuskel für ihre Mikrobewegungen ständig widersprüchige Informationen.

Und natürlich gibt es auch Saxofonisten, die mehrere Größen auf extrem hohem Niveau beherrschen. Diese Fertigkeiten werden aber nur mit einem guten Übungskonzept und einem intelligenten Setup (Mundstücke und Blätter) – und mit vielen Übungsstunden erreicht 😉

 

  1. Das Saxofon spielt in allen Musikrichtungen

Natürlich ist das Saxofon “DAS Symbolinstrument” für Jazz. Es wurde auch spieltechnisch von vielen Jazzsaxofonisten enorm weiterentwickelt. Vor allem die einfache Griffweise hat diese Entwicklung begünstigt.

Aber mittlerweile finden wir Saxofonisten in allen Musikrichtungen: Rock, Pop, Folk, Klassik, Moderne, Folklore bis zur neuen Volksmusik! Diese Entwicklung lässt sich vor allem durch das ständig steigende Ausbildungsniveau und durch die vielen extrem guten Mundstückhersteller erklären. Dadurch kann das Saxofon tatsächlich in jeder Klangfarbe und Lautstärke gespielt werden.

Folglich haben Saxofonisten jetzt auch die Möglichkeit in allen erdenklichen Formationen zu spielen: Bigband, Blasorchester, Streichorchester, Duo, Trio, Quartette.

Das Saxofon hat nämlich ein Klangspektrum, das für die Vermischung mit anderen Instrumenten oder auch anderen Saxofonen hervorragend geeignet ist. Es kann klanglich und akustisch dominieren, es kann aber auch in den Hintergrund treten.

Meine klanglich bevorzugten Duokombinationen sind:

Sopransaxofon & Akkordeon

Altsaxofon & Gitarre

Tenorsaxofon & Klavier

 

  1. Mobilität

Saxofone sind einfach zu transportieren. Ob im Urlaub, auf Geschäftsreise oder auf Konzerttour – das Saxofon ist schnell eingepackt und im Kofferraum verstaut.

Für jede Reiseart (ob Fahrrad, Auto, Zug oder Flugzeug) gibt es mittlerweile Spezialkoffer in allen erdenklichen Farben und Materialien. Hervorragende Koffer erhält man im Fachhandel bereits für weniger als 100 Euro!

Auf der Konzertbühne oder im Club haben Saxofonisten den überragenden “Vorteil der Einfachheit”. Ausgepackt und sofort zusammengesteckt – in nicht einmal einer halben Minute ist man spielbereit. Keine lästige Verkabelung, Mikrofone, Ständer oder Verstärker mit Lautsprecher sind notwendig! Ich spiele in fast allen Clubauftritten ohne Mikrofon.

Und wenn ich ein Mikrofon – z.B. für Open-Air-Bühnen – benötige,dann gibt es ganz einfache Lösungen: Clip-Mikrofone die man auf dem Becher klippt – mit Funk oder ohne Funk.

Einfache Einstellung und los gehts.

 

  1. Das Saxofon ist ein “einfaches” Start-Instrument

Folgende Fakten sprechen dafür:

  • Das Griffsystem ist das einfachste aller Instrumente: Die Griffe in den zwei Hauptoktaven sind exakt gleich mit dem Unterschied der gedrückten oder nicht-gedrückten Oktav-Daumenklappe. Der Saxofonist greift also z.B. ein a1 genau so wie ein a2 (hier mit Daumen). Dieses Griffsystem macht das Erlernen von Tonleitern, Skalen und Dreiklängen extrem einfach.
  • die Tonproduktion ist relativ einfach im Vergleich zur Klarinette, Oboe, Querflöte, Trompete etc. Mundstück und Blatt ist relativ größer, sodass vor allem am Beginn bereits mit “relativ wenig” Feingefühl ansprechende Tonergebnisse produziert werden können.
  • Der Saxofonist drückt mit seinen Fingern immer nur auf Metallklappen, die wiederum die Löcher im Korpus verschließen. Im Gegensatz dazu müssen Querflötisten, Oboisten, Klarinettisten, Flötisten ihre Finger Millimeter-genau auf tatsächliche Löcher legen, um dieses abzudecken. Wer schon einmal diese Instrumente gespielt hat, weiß genau, wie schwierig das sein kann.

Aber Vorsicht! Bitte nicht falsch verstehen: Das Saxofon ist das Instrument mit der steilsten Lernkurve in den ersten Monaten und Jahren. Die Lernfortschritte in den ersten Monaten sind oft spektakulär – je nach Voraussetzungen und Vorwissen der Einsteiger. Je weiter sich der Saxofonist aber entwickelt, umso flacher wird seine Lernkurve. Schließlich bewegt sich ein sehr fortgeschrittener Saxofonist im gleichen Fortschrittstempo wie andere Instrumentalisten auch.

 

  1. Der günstige Einstiegspreis

Neue Saxofone kann man jetzt bereits in einem seriösen Zustand für ca. 250 Euro bei einem verlässlichen Händler in Deutschland kaufen. Diese Saxofone werden vor dem Versand in der Fachwerkstätte nochmals überprüft: funktioniert die Mechanik, decken alle Polster, sind alle Schrauben festgezogen, sind die Teilstücke passgenau …

Damit bekommt man ein solides Einstiegsinstrument und kann die ersten Saxofonschritte mit einem verlässlichen Instrument gehen.

Die zentrale Frage, die hinter jedem Saxofonkauf stehen muss ist: Was macht ein qualitativ gutes Saxofon aus? Was ist Pflicht und was ist Kür?

Zu den unbedingt notwendigen Anforderungen eines Saxofons zähle ich:

  • Die Töne müssen leicht ansprechen: dazu müsssen das Mundstück und Blatt zusammenpassen und die Polster exakt eingestellt sein
  • Das Instrument muss eine gute Intonation aufweisen, was bis zu einem gewissen Grad auch durch die Einstellung der Klappen und Polster erreicht werden kann.
  • Das Instrument muss verlässlich verarbeitet sein: relativ hartes Metall in der Mechanik, damit es zu keinen Verbiegungen kommt; beständiges Material bei den Polstern, damit diese die Löcher dauerhaft gut abdecken können.

Der Rest ist Kür: Tonfarbe, Aussehen, Klang …

Für ca. 250 Euro sind aktuell tatsäch bereits Saxofone mit diesen Anforderungen erhältlich, also verlässliches Material, mit dem man seine Saxofontöne schon genießen kann.

Natürlich gibt es – wie bei allen anderen Musikinstrumenten – Top-Qualitäts-Saxofone, die ein Vielfaches dieses Einstiegspreises kosten, aber für den einfachen Start wird das oben genannte Einstiegsmaterial reichen.

Wer bereits am Anfang mehr investieren will, der soll natürlich z.B. ein Yamaha-Saxofon für ca. 800 – 1000 Euro kaufen. Diese Instrumente sind im langfristigen Preis-Leistungs-Verhältnis – und ich spreche hier von Jahrzehnten – nahezu unerreicht. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein Lebern lang seine wahre Freude am Saxofonspiel haben.

Will man dieses Qualitätsniveau mit anderen Instrumenten wie Geigen, Klaviere, Klarinetten, Querflöten oder vielleicht sogar Harfen vergleichen, so wird man sehr schnell feststellen, wie preisgünstig Saxofone im allgemeinen sind.

 

  1. Wenig Üben

Ich schreibe nicht gerne über dieses Phänomen, aber man muss es erwähnen: Immer wieder sieht man Gitarristen, Pianisten, Sänger in Bands, die bei einer oder zwei Nummern plötzlich zum Saxofon greifen und souverän losspielen! Wie kann das möglich sein, da es offensichtlich nur das “zweite oder dritte” Instrument ist?

Hier komme ich wieder auf die “schnelle Lernzeit am Saxofonstart” zurück. Musiker, die bereits ein Instrument spielen können durch ihr Vorwissen sehr schnell Saxofon lernen:

  1. Die Tonproduktion ist relativ einfach (vgl. Klarinette, Querflöte, …)
  2. Das Griffsystem ist absolut einfach

Daher können sie sehr schnell einfache Pop-Melodie mit dem notwendigen “Feeling” aufladen und große “Wirkung” erzielen. Natürlich erkennt der geübte Hörer/Saxofonist sofort, ob hinter der gespielten Melodie eine “seriöse und dauerhafte Übungsarbeit” steckt, oder ob man schnell ein paar Saxofoneffekte erzielen möchte. Aber bis zu einem gewissen Niveau können gewisse Musiker mit Vorkenntnissen mit sehr geringem Aufwand kommen. Es ist tatsächlich erstaunlich!

Diese schnelle Entwicklung ist bei allen anderen Instrumenten wie Klarinette, Querflöte, Klavier, Geige, Gitarre, Trompete usw undenkbar.

 

  1. Improvisieren

Das Saxofon ist ein zentrales Instrument im Jazz. Die relativ junge Jazz-Musik hat ein zentrales Element: die Improvisation! Improvisieren bedeutet das spontane Erfinden von Melodien, Akkorden am Instrument. Zur Vorbereitung üben Jazzmusiker Tonleitern, Skalen und Dreiklänge als Bausteine ihrer Improvisation.

Das Saxofon zeichnet sich – wie oben erwähnt – dadurch aus, dass Tonleitern, Skalen und Dreiklänge aufgrund des einfachen Griffsystems extrem leicht zu erlernen sind, weil die Griffe in den jeweiligen Oktavlagen absolut gleich sind. Dies ist auch bei der Querflöte der Fall, aber nicht bei der Klarinette.

Das bedeutet, Saxofonisten lernen in gleicher Zeit schneller zu improvisieren. Dieser Umstand führte unter anderem zur Dominanz im Jazz. Viele virtuose Spieltechniken wurden von Jazzsaxofonisten entwickelt und optimiert. Mittlerweile gibt es unzählige brillante Jazz-, Pop- und Rocksaxofonisten, die alle auf höchstem Niveau improvisieren. Dies führt wieder zur Verbesserung von Lernmaterialen (Bücher, CDs, Videos, Software etc.), was wiederum das Niveau anhebt.

Neben der leichten Grifftechnik hilft die klangliche Flexibilität des Instrumentes enorm: bereits mit einem einzig geblasenen Saxofonton kann man unterschiedlichste Klangfarben, Nuancen und Effekte erzielen, welche die Improvisation verstärken. Diese Möglichkeiten sind auf anderen Instrumenten um vieles geringer bzw. schwieriger!

Wenn ich selbstverständlicher Weise hier zunächst nur Lobeshymnen auf mein Instrument singe, so möchte ich doch auch auf zwei Knackpunkte der Saxofone hinweisen:

  1. Das Saxofon ist ein “transponierendes Instrument”: Spielt ein Altsaxofonist ein für ihn notiertes c2 in seinem Saxofonbuch, so erklingt tatsächlich ein es1. Ein Pianist/Gitarrist/Geiger/Querflötenspieler müsste also ein es1 spielen damit derselbe Ton (c2 für den Altsaxofonisten) erklingt. Saxofonisten brauchen also immer eigene Noten und können nicht dieselben Noten wie Gitarristen oder Pianisten spielen.
  2. Der Tonumfang des Saxofons nach unten ist relativ begrenzt. Dies hat zur Folge, dass man eben mehrere Saxofongrößen braucht um einen größeren Tonumfang abzudecken (nicht so bei Klarinette, Horn, Klavier, Gitarre).

 

Zusammenfassend möchte ich voraussagen, dass dem Saxofon eine goldene Zukunft bevor steht: Einfachheit & Flexibilität & Aussehen & Preis bewirken schon alleine eine unschlagbare Kombination und Anziehungskraft für Musikinsteressierte!

Nicht umsonst wurde das Saxofon erst kürzlich zum “Musikinstrument des Jahres 2019” gewählt!