Meine 2 aktuell wichtigsten Sax-Tools

Wenn man schon jahrelang Saxofon spielt, so hat man vieles Kommen und Gehen sehen. Angefangen von Saxofongurte (ich habe ca. 10 verschiedene zu Hause und mindestens 2mal so viele ausprobiert) über Mundstücke bis hin zu Blätter, Koffer und Mikrofone.

Meine zwei aktuellen Haupt-Tools sehe ich da als große Ausnahme. Ich benutze sie wirklich TÄGLICH. Sie bieten für mich zwei unschlagbare Vorteile:

  1. Beide sind leicht zu bedienen!
  2. Beide bringen sofortige Verbesserung!

Legen wir los:

Der ReedGeek:

Im Prinzip eine einfache “Erfindung”. Der ReedGeek ist ein Metallstab mit extrem scharfen Kanten zur einfachen Bearbeitung von Blättern. Der ReedGeek löst folgendes Problem: Jedes Holzblatt schwingt “unbearbeitet” nur schlecht oder unzureichend, weil es auf der flachen Unterseite niemals wirklich glatt und eben ist. Mit dem ReedGeek schabt man z.B. 3-4mal mit der Kante über diese Unterseite, ein “Hauch von kleinen Spänen” ist nun an der Kante zu sehen. Das Ergebnis ist aber phänomenal:

  1. Die Töne sprechen unglaublich leicht an!
  2. In allen Tonlagen!
  3. Die Töne klingen klarer und besser.
  4. Das Blatt kann man in der Folge noch genauer bearbeiten: sogar einzelne Töne bzw. die jeweiligen Seiten (links/rechts/vorne/hinten) können sehr genau und fein bearbeitet werden.

Damit kann man ein Blatt in weniger als einer halben Minute extrem verbessern. Früher habe ich mit Schachtelhalmen, Rasierklingen und Schleifpapier gearbeitet. Der ReedGeek hat alles ersetzt. Er ist klein, passt in jede Hosentasche und unverwüstlich!

Was ich dazu auch empfehle: Immer wieder Desinfektionsmittel auf den ReedGeek! Hier warum: Ich bearbeite nahezu alle Blätter meiner Schüler damit: am Beginn der Unterrichtseinheit streiche ich mit der Kante 2-3mal (auf keinen Fall öfter) über die Unterseite. Sofort sprechen alle Töne besser an. Damit ich keine Krankheitserreger übertrage, streiche ich den ReedGeek regelmäßig mit ein wenig Desinfektionsmittel ein.

Auf YouTube gibt es mittlerweile einige sehr interessante und empfehlenswerte Videos – unbedingt ansehen.

Der einzige Wermutstropfen ist der Preis: Der kleine Wunderstab kostet bei Thomann mittlerweile stolze 77 Euro!!! Aber ich kann versichern, er ist es tatsächlich Wert! Sofern man den Stab nicht verliert, wird man ihn “ewig” als treuen und schnellen Helfer – für mich täglich – an der Seite haben.

Und noch etwas sollte man bei der Entscheidung für oder gegen den ReedGeek bedenken: Aus meiner Erfahrung hat sich gezeigt, dass die Qualität des Blattes (= Ansprache, Klang) mehr Einfluss auf den Saxofonton hat, als das Mundstück oder das Saxofon.

Es herrscht bei vielen – auch sehr guten Saxofonisten die Meinung, dass jeder Saxofonist auf den verschiedensten Mundstücken und Saxofonen GLEICH KLINGEN! Meistersaxofonist Branford Marsalis hat mir kürzlich in München erzählt, dass für ihn das Setup keine große Rolle spielt. Der Klang entsteht in der Vorstellung! Und ich habe erlebt, dass er während seines Konzertes in München spontan die Blätter gewechselt hat. Und die Blätter waren alle neu und unverpackt – das Verpackungspapier lag nach dem Konzert auf dem Bühnenboden – klanglich hatte man nach dem Wechsel keinen Unterschied gemerkt! Der Klang entsteht also im Kopf!

Das Blatt ist der wichtigste Bestandteil bei der Ansprache und beim “Wohlfühlen”! Also eindeutig Kaufempfehlung für den ReedGeek!

 

2. DRONE TUNER

Jeder seriöse lernwillige Musiker beschäftigt sich mit Intonation. Man muss diese genauso üben, wie Technik oder Klang. Bisher haben wir immer die gängigen Stimmgeräte (früher) und später die unzähligen Handy-Apps genutzt. Völlig in Ordnung, elegante Lösung und großartige Genauigkeit.

Jetzt habe ich aber im AppStore den Drone Tuner entdeckt und habe gefunden was ich gesucht habe. Der Drone Tuner ist ein Stimmgerät, das in reiner Stimmung misst und dazu noch die Intonation von Akkorden (!!!) anzeigt! unglaublich !!!!

Also nochmals – das bietet der Drone Tuner:

  1. Er misst die Reine Stimmung (beste Stimmung) bezogen auf einen Grundton (diesen muss man einstellen)
  2. Er misst die richtige Intonation von Akkorden: Man sieht also ob z.B. die Terz oder Quinte stimmt oder nicht
  3. Er zeigt deinen gespielten Ton als graphische Figur (Kreis …) an. Diese Figur ist in Drehbewegung, wenn du falsch spielst: Linksdrehung = dein Ton ist zu tief; Rechtsdrehung = dein Ton ist zu hoch ; Stillstand: dein Ton stimmt richtig.
  4. Dazu kann die App den Grundton als Referenzton spielen (in sehr guter Tonqualität). Nach diesem Ton kannst du dann auch deine Töne (beginne so: Prime => Oktave => Quinte => Terz => Sext => Sekund => Sept)

Es gibt meines Wissens kein Stimmgerät mit diesem Leistungsumfang

Klare Kaufempfehlung: Dein Gehör und deine Intonation wird sich schnell verbessern.

Leichte Bedienung und kleiner Preis mit echt großer Wirkung!

 

Hier die Links:

ReedGeek bei Thomann

ReedGeek Website

ReedGeek Youtube Original-Tutorial

Drone Tuner – Website

Drone Tuner – im App Store

 

Vier brennende Fragen zum Saxofon-Start

 

4 brennende Fragen zum Saxofonstart

Regelmäßig erhalte ich Fragen zum Saxofonstart. Die wichtigsten und meist gestellten Fragen möchte ich in diesem Blogbeitrag relativ kurz behandeln.

 

  1. Benötige ich Vorkenntnisse?

Mit Vorkenntnissen sind hier vor allem das Wissen über musiktheoretischen Grundlagen gemeint. Für den Saxofonstart sind musiktheoretische Vorkenntnisse NICHT NOTWENDIG.

Es spielt keine Rolle, welches Saxofonbuch man verwendet, oder mit welchem Lehrer oder System man arbeitet. Denn mit der schrittweisen Verbesserung auf dem Instrument – also dem praktischen Lernprozess lernt man theoretisches Wissen (wie Notennamen, Notenwerte etc.) ebenso schrittweise.

Saxofonschüler lernen also immer zunächst ein neues Element auf dem Saxofon in praktischer Form – spielen es also – und dazu begleitend den dazugehörigen theoretischen Begriff (wie zum Beispiel den Notennamen zum gerade gespielten Ton)

Der Lernfortschritt erfolgt also auch im Theoriebereich schrittweise, im Idealfall so elegant mit der Praxis verbunden, dass man den Wissenszuwachs bewusst gar nicht wahrnimmt.

 

  1. Welche Saxofongröße ist ideal für den Saxofonstart?

Zunächst sind 4 Saxofongrößen am meisten verbreitet: Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon. Grundsätzlich kammen auf jeder dieser 4 Größen starten. Meine Empfehlung ist aber ganz klar das ALTSAXOFON. Diese Größe empfehle ich aus folgendne Gründen:

  1. a) Das Altsaxofon hat ein noch angenehmes Gewicht – im Schnitt ca. 2,5 kg – die um den Hals gehängt werden. (Beim Tenorsaxofon sind es durchschnittlich bereits 3,5 kg).
  2. b) Der Aufwand/Umfang an Atemluft zur Erzeugung des Tones ist für jeden beherrschbar. Auch Anfänger im Alter von ca. 9-10 Jahren können locker stabile und lange Töne erzeugen.
  3. c) Altsaxofon-Mundstücke haben eine angenehme Größe, sodass einerseits weniger Feingefühl (wie beim Sopransax) benötigt wird und andererseits man keinen größeren Gegenstand (wie beim Tenorsax) im Mund hat. d) Eine gute Intonation ist mit dem passenden Mundstück (enge Bahn) leichter zu erreichen, als bei allen anderen Größen.
  4. d) Altsaxofone sind von allen vier Größen vergleichsweise am billigsten.
  5. e) Das Spiel auf der Altsaxmechanik (Drücken der Klappen) ist aus meiner Sicht am einfachsten. Das Sopran erfordert hier schon viel Feingefühl, das Tenor erfordert schon größere Fingerbewegungen.

 

  1. Welche Marke soll ich kaufen?

Es gibt mittlerweile viele ausgezeichnete Saxofonhersteller – sehr bekannte, bekannte und unbekannte. Nahezu jeder Hersteller hat verschieden Saxofonserien im Angebot, vom Anfängermodell bis zum Profisaxofon.

Dazu muss man beim Kauf wissen, was ein “gutes funktionierendes Saxofon” überhaupt ausmacht. Aus meiner Sicht muss ein funktionierendes Saxofon zunächst 2 Bedingungen erfüllen: 1. Die Töne müssen leicht ansprechen: Die Mechanik aus Klappen, Stangen, Federn und Polster muss in Summe so eingestellt sein, dass Töne mit leichtem Fingerdruck leicht ansprechen – die Klappen also gut die Kamine verschließen. Dazu gehört aber sicherlich auch im tiefen Tonregister vor allem ein gut funktionierendes Mundstück und Blatt sowie die richtige Blastechnik. Aber, ohne gut eingestellte Mechanik ist man in diesen Tonregionen “machtlos”. 2. Das Instrument sollte bestmögliche Intonation aufweisen. Alle Töne sollen also möglichst genau stimmen. Dies kann man zum Teil mit geschultem Gehör gut hören oder auch mit einem Stimmgerät genau feststellen.

Würde ich aus meiner heutigen jahrzehntelangen Erfahrung zurück in den Anfängerstatus versetzen, so würde ich mir ein Yamaha-Altsaxofon für den Start kaufen, aus folgenden Gründen:

  1. Die Intonation ist bei Yamaha-Saxofonen nahezu perfekt
  2. Der Klang ist bereits bei den Anfänger-Saxofonen von Yamaha sehr ausgewogen und sauber über die gesamte Tonreihe. Es gibt keine schlecht klingenden Töne.
  3. Die Mechanik ist aus bestem Material gefertigt: Stangen, Federn, Klappen sind aus relativ hartem Metall, sodass es zu keinen Verbiegungen oder Verschiebungen kommt. Korke und Polster sind sorgfältig geklebt. Die Mechanik funktioniert über Jahren hinweg zuverlässig.
  4. Das Instrument liegt perfekt in der Hand. Die Klappen schmiegen sich nahezu an die Handform, sodass diese mit wenig Bewegungsaufwand zu drücken sind.
  5. Der Yamaha-Schutzlack ist der beste Lack von allen Saxofonen. Selbst nach Jahrzehnten hält dieser Lack und schützt das Instrument.
  6. Übriges Equipment, wie Mundstücke, Blätter funktionieren auf Yamaha-Saxofonen tadellos.
  7. Yamaha-Saxofone sind enorm wertstabil. Sie halten bei guter Pflege fast ihren Kaufpreis.

 

Yamaha-Saxofone bieten also vor allem im Einstiegsbereich (900 – 1200 Euro) das beste Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein ganzes Leben lang einen zuverlässigen Partner haben. Viele herausragende Supersaxofonisten spielen Yamaha-Saxofone, weil sie vor allem die oben genannten Vorteile schätzen.

Vielleicht fragst du dich, wieso man dann immer wieder bei sehr vielen Profis auch alte Saxofone – wie zum Beispiel Selmer – sieht. Dazu muss man wissen, dass Profis vor allem nach einem gut KLINGENDEN Saxofon suchen. Hier hat Selmer mit seinen alten Saxofonen (Balanced Action, Super Balanced Action, Mark 6) vor allem eine perfekte Kombination aus leicht gängiger Mechanik (das war der große Entwicklungsschritt von Selmer) und einem interessanten Klang geschaffen.

In Puncto Mechanik hält  das Yamaha mit jedem anderen Saxofon locker mit, ist vielleicht sogar der Marktführer. In Puncto Klang gehen die Meinungen auseinander und das ist schön und gut so 😉

 

  1. Mit welchem Lernsystem soll ich starten?

Mittlerweile gibt es auch im Saxofonbereich verschiedene Lernformen. Welche Lernform die bessere ist, muss jeder für sich entscheiden. Dabei spielen Vorwissen, verfügbare Zeit, Finanzkraft und individuelle Ansichten und Wünsche eine Rolle. Hier die wichtigsten Lernformen mit Vor- und Nachteilen:

4.1. Persönlicher Unterricht bei einem Saxofonlehrer:

Positiv:

  • wird oft regelmäßig im Wochenrhythmus gehalten, daher ist ein möglichst kontinuierlicher und überwachter Fortschritt sehr wahrscheinlich
  • direktes Feedback vom Lehrer an den Schüler: Motivation, Korrekturen, Anregungen
  • Der Lehrer kann direkt auf den Schüler eingehen, schnell seine Probleme lösen

 

Negativ:

  • Teuer im Vergleich zu anderen Formen
  • Zeitaufwendig

 

4.2. Autodidaktisch – sich das Spielen also selber beibringen:

Positiv:

  • Dazu kauft man sich ein Saxofonbuch und spielt die Kapiteln selbständig durch.
  • Diese Form funktioniert vor allem bei Musikern, die schon ein Instrument spielen, insbesondere bei Klarinettisten und Flötisten.
  • Man ist frei: wählt seine Musik, sein Tempo

Negativ:

  • Gefährlich ist hier das fehlende Feedback, denn gewisse Elemente sind nicht einfach, selbständig zu lernen – vor allem im Fortgeschrittenenbereich.
  • Ohne musikalische Vorerfahrung ist diese Lernform sehr mühsam, da das motorische Feingefühl in Fingern und Lippen erst aufgebaut werden muss.

 

4.3 Das Lernen mit Videos und Software:

Negativ:

  • Hier fehlt grundsätzlich auch das Feedback, man weiß also nicht, ob man Ansatz, Artikulation, Atmung etc. richtig ausführt.
  • kein persönlicher, direkter Kontakt zu einem Lehrer

Positiv:

  • Man kann mit dem Lernmaterial zeitlich grenzenlos arbeiten
  • Das Material ist sehr genau und detailliert: kleine Lernschritte, motivierende Playbacks
  • Der Lehrer im Video kann ganz genau beobachtet werden, ein großer Vorteil für das Imitieren der Musik
  • Das Lerntempo ist völlig frei, man kann zeitlich pausieren und wieder weiter spielen
  • der Preis ist sehr günstig

 

TIPP: Man kann die Lernformen kombinieren. Es spricht nichts dagegen, persönlichen Unterricht mit Videokursen zu kombinieren. Jeder muss für sich entscheiden und probieren. Wichtig: Mit der Wahl einer Lernform hat man keine endgültige Entscheidung getroffen. Man kann im Prinzip auch in der Folge zu jederzeit auf eine andere Lernform wechseln, man hat also nichts verloren.

Ich möchte hier kurz auf meinen kostenlosen Einstiegskurs mit Videos hinweisen: www.saxofonlernen.com

 

Was brauche ich, um mit dem Saxofon erfolgreich zu starten?

 

  1. Du brauchst ein einwandfrei funktionierendes Saxofon

Natürlich brauchst Du ein Saxofon für den Einstieg. Nur – welches nimmst/kaufst du? Ganz einfach: ein “funktionierendes” Saxofon. Was aber macht ein funktionierendes Saxofon aus? Für mich hat ein funktionierendes Saxofon grundsätzlich zwei Kriterien, die es in jedem Falle erfüllen muss: 1. Die Töne müssen leicht anspielbar sein. 2. Die Intonation sämtlicher Töne der 1. und 2. Oktave soll einigermaßen gleichmäßig und akzeptabel sein.

Zu Punkt 1. ist natürlich zu ergänzen, dass bei der leichten Ansprache vor allem das richtige Mundstück und Blatt notwendig sind – dies sei aber hier vorausgesetzt. Das Saxofon muss also mit einer optimierten Mundstück/Blatt-Kombination leicht ansprechen – von tief bis hoch. Das ist zweifellos keine Selbstverständlichkeit vor dem Hintergrund der komplexen Mechanik des Saxofons!

Zu Punkt 2: Kein Naturinstrument ist in perfekter Intonation gebaut. Aber es gibt bei den Saxofonen schon erhebliche Unterschiede. Bei den meisten Saxofonen tendieren dieselben Töne in dieselbe Richtung: z.B. intoniert bei sehr vielen Saxofonen das gegriffene d2 und e2 zu hoch … usw. Dieses Phänomen ist physikalisch durch die Bauweise des Instrumentes erklärbar, in der man ständig Kompromisse zwischen der Feinintonation der einzelnen Töne finden will.

Die leichte Ansprache (Punkt 1) ist nicht unbedingt altersbedingt, sondern ein Ergebnis der Feineinstellung der Mechanik durch einen kompetenten Serviceman. So kann er ein 100 Jahre altes Saxofon perfekt einstellen und die Töne sprechen butterweich an.

Will man aber ein gebrauchtes Saxofon kaufen, so empfehle ich, das Instrument VOR dem Kauf unbedingt zu testen: auf leichte Ansprache, Intonation und etwaige verborgene Schäden (Stauchungen des Korpuses durch Stürze).

Neue Saxofone sprechen erwartungsgemäß gut an, falls sie das nicht beim ersten Anspielen machen, so kann man hier die Gewährleistung geltend machen. Dazu ist es natürlich ratsam bei einem inländischen Händler zu kaufen!

Und hier sind wir schon beim nächsten Punkt: WO kaufst Du ein Saxofon?

Im Idealfall kaufst Du ein Saxofon bei einem Händler MIT Servicewerkstätte mit der Betonung auf Service! Im Zweifel würde ich sogar einen etwas höheren Kaufpreis dafür bezahlen, dass dieser Verkäufer ein noch besserer Reparateur und Servicemann ist. Denn früher oder später braucht jedes Saxofon einen Service, bei dem die Mechanik nachjustiert wird. Und spätestens hier ist man dann heilfroh, wenn man das Instrument in geschickte und erfahrene Hände (zurück)geben kann.

Hat man keine solche Werkstätte in der Nähe, so kann man immer noch bei seriösen Onlineshops kaufen und hat hier auch lange Gewährleistungs- und oft auch Rückgabemöglichkeiten.

Bei einigen Händlern kann man sogar Saxofone über verschiedene Laufzeiten hinweg mieten und zahlt z.B. bei 20 Raten monatlich 15 Euro – ein extrem günstiges Einstiegsangebot!

Bei Onlineshops reihe ich nach folgenden Kriterien:

  1. Im Inland die Hauptniederlassung
  2. Telefonisch erreichbar
  3. Eigene Reparaturwerkstätte angeschlossen.

Diese 3 Kriterien (und sogar noch Saxofonvermietung) erfüllt z.B. das Bayerische Musikaus Kirstein in der Nähe von Landsberg am Lech. Natürlich bietet auch Musikhaus Thomann enorm gute Konditionen und extrem guten Service.

Hier ein kleiner Tipp: Nach meinen Erfahrungen orientieren sich mittlerweile alle regionalen Musikshops, Onlinehändler an den Thomann-Preisen. Die Shopinhaber kennen die Thomannpreise und wissen, dass sie sich nach diesen Preisen ausrichten müssen.

Thomann ist also nicht der günstigste, hat aber die größte Auswahl und einen genialen (Liefer-)service.

 

  1. Equipment

Mit Equipment meine ich Mundstück, Blätter, Bißplatten, Saxofongurt

Mundstücke:

Hier gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Zahl von Herstellern und eine kleine Zahl von Marktführern. Mundstückpreise variieren von 50 bis 700,- Euro. Der Unterschied liegt in der Ansprache ALLER Töne, der Intonation, des Klanges, des Materiales.

Ein gutes Mundstück soll also zunächst mal gut ansprechen über den gesamten Tonumfang und eine gute Intonation sollte nicht zu schwer zu erreichen sein.

Bezüglich der Ansprache muss man das Mundstück unbedingt testen, hier gibt es sogar innerhalb einer Serie enorme Unterschiede.

Hinsichtlich der Intonation ist die Lage einfacher: So sind Mundstücke mit enger Bahn (Abstand zwischen Blattspitze und Mundstückspitze) leichter zu intonieren als Mundstücke mit offener Bahn.

Deshalb rate ich für den Start zu einem supereinfachen, verlässlichen und günstigen Mundstück: Yamaha 4C! Dieses Mundstück gibt es für Alt-, Sopran- und Tenorsaxofone für ca. 50 Euro zu kaufen. Dazu eine passende Blattschraube und z.B. Blätter von Vandoren Classic – Stärke 1,5 – und man hat ein verlässliches Equipment für den Start.

Mit dieser Kombination hat man natürlich keinen brillanten Sound, aber am Anfang braucht man vor allem verlässlich ansprechendes Material.

Auf das Mundstück klebe ich feine Gummibißplatten. Damit berühren meine oberen Schneidezähne nicht direkt das harte Mundstück, sondern liegen quasi auf einem leichten Gummi auf. Das Gefühl ist angenehmer und das Mundstück kann besser fixiert werden.

Bißplatten sind günstig und halten auf einem Mundstück für gewöhnlich mindestens ein Jahr oder länger. Damit schonen wir sowohl die Schneidezähne als auch das Mundstück.

Allen meinen Schülern empfehle ich zudem einen Saxofongurt mit Karabinerhaken. Damit kann der Gurt nicht aus der Öse am Saxofon rutschen, ein plötzliches Hinunterfallen wird unmöglich. Vor allem in den ersten Wochen ist man in der Handhabe des Instrumentes noch nicht routiniert. Unachtsamkeiten kommen hier immer wieder vor und es genügt eine kleine Bewegung, ein Ruck, eine Drehung – und das Saxofon geht zu Boden! Ein Karabiner verhindert diese Sax-Katastrophe 😉

 

  1. Notenmaterial

Im nächsten Schritt musst Du oder dein Lehrer das Notenmaterial bestimmen, mit dem du Griffe, Stücke, Rhythmen usw. lernst. Ich habe mittlerweile mehr als 15 Anfänger-Saxofonbücher. Jedes Buch ist für sich sehr gut. Die Aufgabe eines Lehrers ist es, für jeden Saxofonanfänger das für ihn geeignete Buch zu verwenden: Es gibt Bücher die von Beginn an sehr anspruchsvoll – also sehr schwierig – sind, und es gibt Bücher, die geben dem Schüler Zeit und sind sehr langsam und ausführlich.

Willst Du selber Saxofon autodidaktisch lernen, so empfehle ich dir das Saxofonbuch von Klaus Dapper. Dieses Buch ist im Mittelfeld einzuordnen – nicht zu schwierig, nicht zu leicht. Die ersten 15 Kapiteln sind sehr gut, danach wird es aufwendiger, zum Teil stufenweise sehr schwierig. Ab diesem Zeitpunkt muss man den Sprung zu anderen Büchern und Heften machen.

Die Grundlagen am Start sind für alle späteren Stilrichtungen gleich. Egal ob du jetzt schon weißt, dass du später nur Jazz, nur Rock, nur Klassik etc. spielen wirst…,

in den ersten Jahren sollen alle Saxofonisten eine solide Grundlage bestehend aus Tonbildung, Artikulation, Technik aufbauen. Mit dieser soliden Basis und Beherrschung des Instrumentes kann dann jeder “seinen Weg” einschlagen.

 

  1. Ablageplatz für das Saxofon

Wo lege ich mein Saxofon ab, wenn ich nicht spiele. Dieses Thema ist von enormer Bedeutung, weil es die Häufigkeit des Spielens beeinflusst!

So wie wir nach Süßigkeiten greifen, wenn sie auf dem Tisch liegen, genauso werden wir häufiger Saxofon spielen, wenn es auf dem Tisch liegt.

Also: Süßigkeiten weg und dafür Saxofon her! 😉

Im Ernst: ich empfehle allen meinen Schülern, das Saxofon unbedingt ausgepackt und möglichst spielbereit (Blatt abmontieren und neben das Saxofon legen) auf einem sicheren Platz z. B. auf einen Tisch oder Sideboard abzulegen. Damit fällt das Instrument ins Auge und in weniger als 20 Sekunden (Montage des Blattes) kann man losspielen!

Wie bei allen anderen Lernfeldern spielt die Häufigkeit des Saxofon-Übens/Spielens eine extrem wichtige Rolle.

Daher ist eine guter und sichtbarer Ablageplatz enorm wichtig.

Ich habe zum Beispiel in 2 verschiedenen Räumen meine Saxofone auf Tischen liegen. Meistens lasse ich das Mundstück auf dem Saxofon, es ist aber ratsam, das Mundstück vom Saxofon zu nehmen, da es sich sonst am Korkring des S-Bogens festsaugt.

Somit habe ich meine Faulheit ausgetrickst und spiele öfter am Tag, wenn auch nur manchmal für ein paar Minuten.

Dieses Thema wird aus meiner Erfahrung unterschätzt

 

  1. Übungsplätze

Wo wir schon beim nächsten Thema ankommen: Übungsplätze.

Übungsplätze müssen “Wohlfühlplätze” mit einer Mischung aus Inspiration und Funktionalität sein. So sieht mein Übungsplatz aus: Auf dem Schreibtisch steht mein Notebook mit verschiedenen Softwareprogrammen und Dateien, die ich zum Üben verwende. Gleich daneben steht mein Keyboard. Hier verwende ich oft die Metronomfunktion und das Notenpult als meinen Notenständer und natürlich übe und spiele ich auch immer wieder auf dem Instrument. Daneben habe ich einen Mikrofonständer mit Mikrofon und ein Interface mit Kopfhörer. Mit dieser Kombination nehme ich regelmäßig mein Saxofonspiel zum Beispiel auf Garage Band auf. Die Wände dieses Zimmers schmücken Saxofon(isten)bilder und Regale mit Büchern, CDs, Noten und Instrumentenkoffer. Die Akustik ist in Ordnung – nicht zu trocken nicht zu hallig. Der Raum hat eine Außentür und ein Außenfenster, ist also einigermaßen hell. Und der Raum befindet sich am anderen Hausende der Schlafzimmer, sodass die Familie ihren wohlverdienten Schlaf findet, während ich mich zur selben Zeit am Saxofon austoben kann.

Damit kann man die wichtigsten Elemente eines guten Übungsplatzes sehr gut verstehen. Ein Übungsplatz sollte aus meiner Sicht haben:

  • Platz für dich und das Saxofon
  • Platz für Noten (Notenständer)
  • Trennung von anderen Wohnbereichen
  • Freundliche und motivierende Einrichtungen (Bilder, Licht)
  • eine motivierende Akustik (aber nicht zu hallig)

Die Akustik des Übungsraumes ist ein wichtiges und oft diskutiertes Thema. Gleich neben meinem Übungsraum befindet sich die Autogarage mit “Riesenakustik”. Manchmal – eher zufällig – wenn ich stehe, gehe ich rüber und spiele plötzlich wie in einer Klang-Kathedrale, das macht wirklich Spaß. Zu viel Hall (wie in Garagen, Duschen oder Bädern) ist für das dauerhafte Üben nicht ratsam, weil man sich für den Saxofonklang sehr wenig anstrengen muss. Umgekehrt wäre das Üben im Freien wohl wirklich am sinnvollsten, aber durch den fehlenden Hall wird das Üben doch sehr mühsam, jeder Ton verklingt sofort, es gibt nahezu keine Reflexion, es sei denn, man spielt dicht an einer Wand.

Sitzen oder Stehen?

Natürlich Stehen! Im Stehen sind die Körperbewegungen harmonischer, die Energie fließt ungehindert, die Konzentration ist höher, aber auch der Energieverbrauch ist höher. Im Sitzen kann man länger spielen und wenn man konzentriert an der Stuhlkante mit aufrechtem Oberkörper und guter Fußhaltung (beide Fußsohlen zur Gänze am Boden) sitzt, ist in dieser Haltung ein gutes Musizieren selbstverständlich auch möglich. Unzählige Orchester und Bigbands beweisen das.

 

  1. Ziele

Es gibt nichts besseres am Saxofonstart als ein starkes und konkretes Ziel.

Ziele können und sollen vielfältig sein: Einen bestimmten Song (Take Five, Pink Panther etc.) zu spielen, oder bei einer bestimmten Band/Orchester mitspielen.

Natürlich sind EIGENE Ziele die besten Ziele. Sie bewirken Motivation und Energie, um dieses Ziel zu erreichen.

Nimmt man Unterricht bei einem Lehrer so gibt meistens der Lehrer die Wochenziele im Rahmen von Hausaufgaben vor. Das hat den großen Vorteil, dass der Lehrer abschätzen kann, was innerhalb dieser Zeit leistbar ist und man zudem nach einer Woche vom Lehrer auf diese Ziele geprüft wird.

Lernende Erwachsene haben gegenüber lernenden Kindern im Bereich des Lernfortschrittes keine Nachteile. Aus meiner Erfahrung lernen sie genau so schnell, manchmal schneller. Erwachsene unterscheiden sich von Kindern im Lernprozess in zwei Punkten:

  • sie sind strenger mit sich selber, weil sie viel genauer sind
  • sie üben mit größerem Ernst

Diese zwei Punkte können im Hinblick auf Ziele zugleich Vor- und auch Nachteile sein: Erwachsene erreichen mit gleichem Zeitaufwand das gleiche Niveau meist schneller als lernende Kinder, sie spielen mit größerer Genauigkeit! Zugleich tendieren sie zu größerer Unzufriedenheit, weil sie meist schon genauere Vorstellungen von ihren Zielen haben.

Für die Definition von Zielen bei Erwachsenen gebe ich daher folgende Ratschläge:

  • Ein EIGENES konkretes Ziel soll definiert werden
  • Das konkrete Ziel sollte man in ca. einem Jahr, maximal 2 Jahren erreichen
  • Ist das Ziel noch größer und daher zeitlich weiter entfernt (Mitwirkung in einer Bigband), so soll man unbedingt halbjährliche und jährliche EINFACHE ZWISCHENZIELE haben (z.B. dieses Buch spiele ich bis 12.10.2019 durch …)
  • Ziele sind nicht unbedingt starr, je nach Lebenssituation muss man sie anpassen
  • Ziele müssen unbedingt MOTIVIEREN, nur dann sind sie sinnvoll. Angstgedanken oder Kraftlosigkeit bzw. Resignation sollten beim Gedanken an ein Ziel auf keinen Fall auftauchen. Dann ist das Ziel falsch definiert!
  • Ziele müssen in einem Aktionsplan umgesetzt werden: Dieser Aktionsplan beantwortet, was du TUST, um das Ziel zu erreichen. Also was brauchst Du dazu (Noten, Zeit, CDs, Unterrichtsstunden), wem brauchst Du dazu (Lehrer, Musiker …)
  • Letztendlich entsteht aus den Zielen ein (wöchentlicher, monatlicher) Übungsplan. Hier muss man keine Wissenschaftsarbeit entwerfen, sondern einen “Fahrplan” durch eine Übungsstunde mit den wichtigsten Übungsthemen auflisten. Aus meiner Erfahrung reicht ein wöchentlicher Übungsplan, denn die Themen sollten ja unbedingt über mehrere Tage in gleicher Weise wiederholt werden, und spontane Änderungen ergeben sich sowieso 😉

 

  1. Motivation

Du brauchst ständige Motivation zum Spielen. Diese Motivation MUSST du selber ORGANISIEREN. Bitte nicht warten, bis jemand anruft oder dich zum Saxofon hinstupst!

Im Grunde sind hier die “Motivierer” – also die Inhalte – leicht zu finden, schwieriger ist die zeitlich KONSTANTE Motivation über Wochen und Monate hinweg. Deshalb immer einen kleinen Plan machen. Zum Beispiel in JEDEM MONAT:

  • eine Saxofon-CD kaufen
  • ein Saxofon-Konzert besuchen
  • den Saxofon-Podcast hören
  • auf Youtube ein Video ansehen
  • einen kleinen Konzertauftritt spielen

So ein Monatsplan ist in 5 Minuten aufgestellt und du ziehst daraus enormen Profit, weil deine Energie hoch bleibt!

 

  1. Übungsplan

Das Üben nach einem konkreten Übungsplan ist alternativlos. Ohne Übungsplan überlässt man seinem Fortschritt dem Zufall und man verliert viel Zeit und Energie.

Ein Übungsplan gibt dir einen klaren Fahrplan durch deine Übungszeit. Darüber hinaus wird ein intelligenter Übungsplan die einzelnen Themen in geschickter Reihenfolge auflisten. So wird z.B. das 1. Thema (Atmen) die perfekte Vorübung für das folgende Thema (Tonübungen) sein.

Ein Übungsplan muss nicht superdetailliert sein. Es reichen die 4 – 8 Punkte. Hast Du Unterricht bei einem Lehrer, so wird er dir meist eine Hausaufgabe geben und hoffentlich dazu, einen Übungsplan, wie du die einzelnen Stücke, Übungen und Etüden am einfachsten durchspielst.

Ziel des Übungsplans:

Ziel und Grundlage des Übungsplan muss es sein, das Üben und somit auch den Fortschritt so leicht und einfach wie möglich zu machen.

Üben darf nicht anstrengend sein. Spielfehler sollen so gut wie nicht vorkommen. Der Übungsplan soll diese Ziele sicherstellen!

Um dir zu helfen, kannst Du hier ein leeres Übungsplanformular herunterladen: HIER KLICKEN – ZUM ÜBUNGSPLAN-FORMULAR

 

Viele Spaß mit dem Saxofon!

Joe