13 besten Methoden für spannende Melodien

Jeder spielt gerne seine schönsten Melodien.

Das Saxofon ist als Melodie-Instrument natürlich hervorragend geeignet.

Viele Melodien wurden von Saxophonisten

Für Saxophonisten komponiert und sind daher einigermaßen gut nachzuspielen.

Aber viel mehr Melodien entstammen aus Liedern oder sonstigen Genres, die nicht direkt für instrumentelle Interpretation gedacht waren.

Will man aber diese – oft sehr schönen –  Melodien spannend und abwechslungsreich spielen, so muss man sich etwas einfallen lassen.

Hier findest du eine Liste der wichtigsten musikalischen Methoden, um Melodien zu variieren, die Spannung zu erhöhen, Abwechslung zu schaffen und für den Musiker selber die Freude und Konzentration hoch zu halten!

1. Zwischentöne:

  • Harmonisch: bei Melodiesprüngen ab Terz
  • Chromatisch: bei großen Sekunden – füge ich Zwischenton ein
  • Mehrere Zwischennoten bei größeren Intervallen

2. Eine Note spielen:

  • Bei mehreren gleichen Noten

3. Töne weglassen:

  • Langer Ton
  • Oder Pause

4. Zielnoten anspielen:

  • Auf dem Weg zu Zielnoten möglichst in Tonart bleiben
  • Zielnoten sollen möglichst zeitlich genau erreicht werden

5. Lange Noten:

  • Statt Kurze Note eine Lange Note
  • Meist am Beginn spielen

6. Wechselnote spielen:

  • Bei mehreren gleichen Noten

7. Vorhalt:

  • Vor der Zielnote einer Melodie die obere harmonische Nachbarnote länger halten
  • Und dann auflösen

8. Verspäteter Melodiebeginn

  • Dafür schnellere Noten am Beginn

9. Synkopen:

  • Schwerpunktverschiebungen

10. Artikulation:

  • Nach dem Charakter-Ziel entsprechend die Töne elegant binden,
  • Stärker anstoßen
  • Betonen

11. Lautstärke:

  • Die Melodie muss mit einer Lautstärkenidee gestaltet werden!

12. Verzierungen:

  • Kurzer chromatischer Vorschlag
  • Pralltriller

13. Improvisationen:

  • Je nach Stil
  • Mit Pentatonik
  • Mit Bluesskala

Du übst jedes Element einzeln, indem du dieses Element immer wieder über 5 – 10 Minuten an einer Melodie ausprobierst

In der Praxis beim spontanen Interpretieren einer Melodie hat man zwei Möglichkeiten:

  • Man legt sich einen Plan zurecht: welche Elemente will man bei welcher Stelle einsetzen: Hierzu kann man die Melodie ausnotieren mit den jeweiligen Ideen
  • Man spielt aus der Spontanität
  • Man mischt Spontanität und Plan

Wichtig:

  • Je langsamer der Song, desto mehr Elemente sind möglich
  • Es sind nie alle Elemente gleich geeignet.
  • Nie nur ein Element immer wieder wiederholen
  • Steigerung bedenken: mit Wenig Elementen beginnen und dichter und intensiver werden.

Schreib mir, wenn du noch weitere Ideen hast, damit wir sie einfach der Community als Tipp weitergeben können!

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Das hilft mir einfach, noch mehr Menschen mit dem Podcast zu erreichen.

Wenn du Saxofon-Themen hast, die Dich interessieren, schreib mir:

joe@saxofonlernen.com

30 Übungen ohne Saxofon

30 Übungen die du ohne Instrument machen kannst

Singe, Greife und höre innerlich

Falls du am Beginn mit dieser Methode unsicher bist dann:

  • Spiele die Tonleiter zuerst am Klavier oder Saxofon – dann singe sie sofort
  • Spiele den Dreiklang mit dem Instrument einmal, und dann singe ihn sofort ein paar mal
  • Laut Singen/summen ist wirkungsvoller als “innerliches Singen)
  • Innerliches Singen ist anspruchsvoller und schwieriger
  • Greife beim Singen mit – also ob du Saxofon spielen würdest
  • Starte sehr langsam, wenn du zu schnell bist, oder Schwierigkeiten hast, reduziere sofort das Tempo
  • Konzentriere dich auf ein bis zwei kurze Übungen am Tag: z.B. ein Intervall die Quart aufwärts – diese Quart singst du 5 – 10x hintereinander mehrmals am Tag.
  • Bleibe bei einer Übung mindestens 1 Woche – besser sind 3 – 4 Wochen
  • Die Übungen starten einfach (1.) und werden immer schwieriger (30.)
  • Habe Geduld! Die Wirkung ist enorm, aber dieses Hören lernen ist ein lebenslanger möglichst täglicher Prozess!
  1. Singe deine Lieblings-Saxofon-Melodien, greife sie im Kopf mit (spiele sie zuerst mit dem Instrument, zuerst mit Noten, dann ohne Noten)
  2. Singe einfache Melodien aus deinen Saxofon-Noten – wenn notwendig zuerst mit Saxofon vorspielen (eine Zeile mehrmals wiederholt reicht)
  3. Singe alle Dur- und Molltonleitern und greife sie mit
  4. Singe alle Dreiklänge mit Umkehrungen, auch im Kreis
  5. Singe vom Dreiklang nur die untere Terz
  6. Singe vom Dreiklang nur die obere Terz immer wieder
  7. Singe alle Vierklänge mit Umkehrungen, auch im Kreis
  8. Singe vom Vierklang: Grundton und Quint
  9. Singe vom Vierklang: Terz und Sept
  10. Singe vom Vierklang: Grundton und Sept (sehr schwierig)
  11. Übe 3-Tonreihen aus Melodien im Kreis: cdedcdefed
  12. Übe 4-Tonreihein aus Skalen, Tonleitern im Kreis: cdefedcdefedc
  13. Übe 5-Tonreihein aus Skalen, Tonleitern im Kreis: cdefgfedcdefgfe..
  14. Transponiere Licks durch alle 12 Tonarten
  15. Singe alle Intervalle Von unten Nach Oben
  16. Singe alle Intervalle von Oben nach Unten
  17. Lerne die Bluesform, indem du die Grundtöne singst
  18. Lerne die Bluesform, indem du Grundton, Terz und Sept eines jeden Akkordes singst (spiele vorher am Klavier, Saxofon und Singe sie nach)
  19. Singe  die Vierklänge der Bluesform
  20. Lerne die Harmonieform von Liedern, Songs, Standards: pro Monat 1 – 3 Standards
  21. Lerne die Melodie dieser Lieder, Songs, Standards
  22. Singe die Grundtöne der Harmonieform
  23. Singe die Dreiklänge der Harmonieform
  24. Singe die Vierklänge der Harmonieform
  25. Singe die Terz und Sept der Harmonieformakkorde
  26. Singe Solos oder Teile von Solos auswendig
  27. Singe Etüden ohne Instrument, greife mit den Fingern mit
  28. Singe  und Spiele im Kopf von Songs im Radio die Bassmelodie mit
  29. Singe Von Radiosongs die Akkorde
  30. Singe und spiele im Kopf die Melodie von Radiosongs

Wenn dich diese Übungen im Detail interessieren, dann schreib mir, ich werde dir dann gratis kurze Lernvideos senden.

Ich konnte es am Anfang nicht glauben:

Einer meiner ersten Lehrer erzählte mir, dass er selber im Studium eine Etüde im Zug ohne Instrument gelernt hat. Er hatte die Übung vergessen und versuchte die Griffe, die Melodie rein durch das Durchlesen und Mitgreifen zu lernen und es funktionierte.

Rudresh Mahanthappa erzählte mir im letzten Jahr, dass er meist nur eine Stunde am Tag geübt hat. Auch Branford Marsalis sagte mir einmal, er hat immer sehr wenig geübt.

Wie haben sie ihr Niveau trotzdem geschafft: Mein Lehrer, Rudresh, Branford?

Sie haben sich neben dem Üben am Instrument zusätzlich dauernd mit Musik intensiv auseinander gesetzt.

Zunächst haben sie gehört. Aber Hören alleine reicht natürlich nicht. Sie haben im Kopf Musik weiter produziert, sie haben innerlich geübt!

Vieles spielt sich dabei im Kopf ab, das Instrument ist nur mehr ein Ausdrucksmittel. Das bedeutet man kann sehr viel ohne Instrument üben, Klangvorstellungen, Intervalle, Akkorde, Harmoniefolgen, Intonation.

Jeder Klang wird ja durch unser Gehirn erst produziert.

Versteh mich nicht falsch:

Natürlich ist das Üben am Instrument unerlässlich. Niemand hat bisher Saxofon ohne Saxofon gelernt. Aber neben dem tatsächlichen Üben können wir noch viele weitere Übungen machen, bei denen wir kein Instrument brauchen.

Ein Aspekt steht dabei im Zentrum:

Mit dem Instrument übst du in der Regel einmal am Tag – 20, 30, 50 Minuten oder mehr.

Aber der Lerneffekt, dein Fortschritt ändert sich, wenn du öfter am Tag übst!

Du wirst also unterschiedlich schnell lernen,

Wenn du 90 Minuten am Stück übst ,

Oder 2 x 45 Minuten,

Oder 3 x 30 Minuten

Am Tag übst.

Die Häufigkeit mit der wir üben, ist von entscheidender Bedeutung!

Üben ohne Instrument ermöglicht dir ganz locker diese höhere Frequenz:

Anstatt sich einmal pro Tag hinzusetzen, alles vorzubereiten, im Übungsraum, und das nur zu einer bestimmten Abendzeit, weil du ja nur am Abend zu Hause bist,

Kannst du überall und zu jeder Zeit OHNE INSTRUMENT üben!

Ohne dass deine Sitznachbarn in der U-Bahn oder im Cafe davon etwas bemerken!

Wie soll das funktionieren? Üben bedeutet doch, am Instrument spielen?

Nicht unbedingt, üben bedeutet Musik zu machen, auszuführen, zu verbessern.

Musik kann man vor allem im Kopf machen, nicht nur hören sondern auch im Kopf OHNE INSTRUMENT spielen!

Üben im Kopf ist vom Grundprinzip her einfach:

Du spielst die Töne – greifst sie also – mit Saxofongriffe – und versuchst gleichzeitig diese Töne zu hören!

Diese Übungen ohne Instrument kannst du im Prinzip 100mal täglich machen!

Im Bett, bevor du aufstehst.

Beim Zähneputzen

Beim Kaffee-Kochen

Beim Autofahren, im Bus, in der U-Bahn

Beim Spazierengehen, Kochen, Joggen, Essen

Ich persönlich übe meistens

Jazzstandards, Melodielicks und Jazz-Solos, sowie Skalen.

Einfachsten:

Skalen, Tonleitern: übe meistens 3-5-Tonsequenzen

Ich singe oder summe die Töne, wenn möglich laut!

Geht nicht immer;) – dann aber gedanklich

Ich greife die Töne mit Fingerbewegungen mit: am Tisch, Flasche, Lenkrad, in der Luft,Bein …

Schwierige Stellen übe ich langsam, mehrmals, in Zeitlupe

Oft übe ich nur 2 Akkorde, eine Melodiewendung immer wieder im Kopf

… Es merkt niemand, dass ich übe, egal wo ich bin!

Jazz-Solos – gut zu hören – nachzusingen:

Maceo Parker, Candy Dulfer, Michael Lington, Kenny G

Bob Mintzer, Sonny Stitt, Joshua Redman, Roger Hanschel, Paul Desmond,

Melodielicks und Jazzstandards sind schon komplizierter, aber auch machbar.

Wichtig noch:

Für das Üben ohne Instrument reserviere ich mir keine Extrazeit, während ich mir täglich meine Saxophon-Übungszeit einplane.

Üben ohne Instrument mache ich in sehr kurzen Sequenzen meist 1 – 3 Minuten, die dafür mindestens 10x am Tag, meistens spontan.

Beim Autofahren, Beim Joggen, bei der Gartenarbeit, in der Dusche.

Diese Einheiten sind nicht geplant.

Da dieses Einheiten sehr kurz sind, übe ich meist pro Woche nur 2 – 3 bestimmte Übungen: Meistens übe ich:

  • gesungene Akkordfolgen für das Lernen von Standards,
  • Schwierige Akkorde singen: Dominant #9, #11, b6 mit Umkehrungen
  • Transponiere kurze Melodien im Kopf durch alle 12 Tonarten
  • Also Täglich mehrmals dasselbe!

Noch etwas, ich treffe natürlich nicht haargenau die tatsächlichen Tonhöhen des Saxofons, wenn ich ohne Saxofon übe. Ich höre nicht absolut. Das bedeutet: Wenn ich jetzt ohne Tenorsaxofon ein G-Greife singe ich kein klingendes F. Aber die Relation der Griffe passt.

Übungen:

Start:

Egal was du üben willst, beginne einfach!

Wenn Üben ohne Instrument für dich anfänglich ungewohnt ist, dann spiele dein Übungsmaterial (Tonleitern, Akkorde, Melodien, Intervalle) zuerst mit dem Saxofon und dann greife dieselbe Melodie nochmals, ohne zu blasen, sondern singe mit.

Übe und singe in der angenehmsten Tonlage, oktaviere gesanglich tiefer, wenn du die stimmliche Tonhöhe nicht hast.

Singe/summe eine Tonleiter (im Kopf) und spiele sie gedanklich auf dem Instrument!

Wo sind die Vorzeichen?

Artikuliere mit der Zunge mit, singe mit!

Spiele die Dreiklänge!

Spiele die Tonleiter mehrmals am Tag im Kopf durch!

Spiele die Tonleiter mindestens 3 Tage, besser 7 Tage mehrmals täglich im Kopf

Spiele die Dreiklänge ebenso 3 – 7 Tage, mehrmals täglich!

Spiele vor allem die schwierigen, fehleranfälligen Stellen gedanklich mehrmals (2 – 5 Töne)

Das Gleiche kannst du mit der Pentatonik (Moll und Dur-Pentatonik), mit der Blues-Skala und natürlich mit allen möglichen Skalen (Dominante, Halbton-Ganzton, Ganzton, Alteriert, #11, etc.) machen.

Melodien im Kopf:

Finde eine kurze Melodie – 5 – 10 Töne.

Spiele sie mit dem Instrument.

Dann singe die Melodie im Kopf und greife gedanklich mit.

Solos lernen:

Lerne deine beliebtesten Melodieteile eines Solos auswendig.

Singe die Stelle!

Lerne das gesamte Solo auswendig.

Singe das gesamte Solo auswendig!

Melodien/Licks transponieren:

Jazzer üben Teilmelodien (=Licks) in allen 12 Tonarten, damit sie ein flexibles “Vokabular” für Improvisationen haben.

Diese Licks eignen sich hervorragend, um nur im Kopf transponiert zu werden!

Du hast also diese kurze Melodie gefunden.

Jetzt übst du diese in allen 12 Tonarten im Kopf.

Lerne Akkordfolgen von Liedern im Kopf:

Steige mit der Bluesform ein!

Singe zunächst die Grundtöne einer Bluesform.

Singe Grundton, 7 und 3 eines jeden Akkordes in der Bluesform.

Singe die Vierklänge der Bluesform a) vom Grundton aus b) immer vom jeweiligen Nachbarton aus.

Lerne Lieder, Songs, Standards:

Singe die Akkordfolge: a) zunächst Grundtöne singen b) Dreiklänge singen c) Vierklänge singen

Üben:

Am Instrument Töne spielen und nachsingen.

Viel Arbeit, zahlt sich aus und man wird immer schneller!

Nächste Schritte:

Gehör trainieren:

Intervalle erkennen und singen

Akkorde erkennen und singen

Akkordfolgen erkennen und singen

Musik ist wie eine Sprache.

Man kann reden, sprechen also spielen mit dem Instrument.

Man kann aber auch im Kopf lesen: also Hörübungen machen!

Du siehst, man kann unglaublich viel auch ohne Instrument üben.

Noch deutlicher gesagt, für viele musikalische Fähigkeiten brauchst du das Instrument nicht.

Und noch viel deutlicher, beim Erlernen oder Üben mancher Fähigkeiten  ist das Instrument sogar hinderlich oder macht dich langsamer.

Denke zum Beispiel an das Erkennen von Intervallen, Akkorden. Hier ist es viel wirksamer, diese Akkorde zu singen. Das ist ungleich schwieriger, verlangt mehr Vorstellungskraft, als diese Intervalle und Akkorde bloß zu spielen, indem man Klappen drückt.

Fazit:

Du kannst ohne Instrument vor allem auf 2 Gebieten hervorragend üben:

  1. Du entwickelst eine direkte Vorstellung von Melodien, Intervallen, Akkordeon. Indem du diese Grundlagen – ohne Hilfe des Instrumentes – im Kopf selber produzierst, wirst du Melodien im Voraus wie Wörter lesen können, du wirst Kompositionsmuster erkennen, du wirst ein neues musikalisches Niveau erreichen, weil du die Details der Musikalischen Sprache direkt erkennst, verstehst und produzieren kannst.
  2. Du übst technische Fertigkeiten: Melodietransposititionen, Skalen, die Akkordfolgen von Standards mit den Griffen auf dem Saxofon. Du greifst gedanklich die Tonfolge und hörst die Töne im Kopf.

Bakerstreet mit Obertöne!

Eine witzige und doch sehr effiziente Übung, Obertöne praktisch anzuwenden:

Spiele eine Melodie in der 2. Oktavlage OHNE gedrückten Daumen. Damit jeder Ton tatsächlich hoch klingt, brauchst du einen enormen Luftstrom und gute Zungenposition. Du sollst die Lippenspannung nur minimal erhöhen.

Damit übst du das Spielen hoher Töne unter erschwerten Bedingungen – ohne Oktavmechanismus.

Ich habe das hier nochdazu – in Anbetracht der Zeitnot – mit einem superleichten Blatt auf meinem Yamaha 4C Mundstück gemacht. Nach dem 3. Versuch habe ich einen vollständigen Durchgang geschafft!

Macht wirklich Spaß! So habe ich Bakerstreet nämlich auch noch nie gespielt 😉

Die Abkürzung – schnell und einfach!

“Mit dieser einfachen und kurzen Übung kannst du SOFORT alle hohen Töne spielen!”

“Dieser einfache Fingertrick – und du spielst die schwierigsten Passagen”!

Alles geniale Abkürzungen = Shortcuts! Werbeslogans und Eye-Catcher für ein Produkt!

Vorsicht! Diese Shortcuts sind eben nur Shortcuts – nicht die Vollversion! Und weil sie die “Abkürzung” sind, durchlaufen wir nicht das volle Programm.

Schönstes Beispiel FÜR MICH war kürzlich Blinkist: “Jeder Titel kann in 15 Minuten gelesen werden!” Die App wirbt damit, dass man unzählige Bücher in Kurzversion – komprimiert auf wenigen Seiten – lesen kann – also Zeit spart. Ich habe für mich getestet: Mir fehlte so viel: das Feeling des Autors (Übersetzers), der Spannungsbogen der Geschichten etc. ..

… ist aber meine persönliche Meinung!

Shortcuts (also Abkürzungen) funktionieren meist! Sie sind aber keine großartige Innovation. Meist funktionieren sie eingeschränkt, mit viel Vorwissen des Anwenders und sind voller Risiken und Fallen.

Und seien wir uns ehrlich, die Abkürzung ist nie das wirklich volle Programm! Würde der Trick/Idee = also der Shortcut wirklich so super funktionieren, wären sich nicht die Abkürzung, sondern der Standard!

Aber Halt: Wir müssen genau hinschauen und unvoreingenommen fair sein: testen ist immer gut! Ich entdecke dabei fast immer eine meist interessante und gute “Kern-Methode”, eine Idee, die man ausprobieren kann! Und oft muss ich diese Kernidee wieder über einen langen Zeitraum üben, damit ich wirklich gute Ergebnisse erziele. Vielleicht also keine Abkürzung, aber dafür angenehmes “Reisen” und hin und wieder sogar auf der Überholspur 😉

Fazit:

Vergiß die Abkürzungen – es wird nicht reichen !

Gut Ding braucht Weile!

Willst du aber ein Instrument (oder sonst irgend etwas) wirklich lernen, dann stelle dich auf die “Vollversion” ein, bedeutet viele Wiederholungen mit viel Zeit und Geduld!

… und wenn ich valsch spiehle?

zum Fehler-Bild: “kleiner Haltungsfehler” – sicher findest du sofort den Fehler, oder?

 

… und wenn ich “valsch spiehle”?

Tja, ist passiert und wird wieder passieren.

“Wer arbeitet macht Fehler!” – ein oft zitierter und wahrer Satz!

Aber in unserer Musikwelt sind wir natürlich bestrebt, möglichst fehlerfrei zu spielen. Kein Zuhörer (mit Ausnahme der eigenen Familie 😉 ) akzeptiert schlecht gespielte – also fehlerhafte – Musik in einem Konzert. Auf CD, im Stream, im Radio hören wir sowieso nur perfekte Musik.

Wir aktive Musiker sind also permanent gefordert, möglichst fehlerfrei zu spielen. Und wir selbst wollen das ja natürlich auch.

Ich möchte hier nicht diesen Druck rausnehmen, sondern möchte meine heutigen schnellen Gedanken zu diesem Dauerthema KURZ darstellen:

  1. Allgemeines Lernen:
    1. Der Lernprozess  bewegt sich ständig an der Grenze zum “Neuen”. Beim Überschreiten unseres aktuellen Könnens passieren Fehler. Eine tägliche Normalität, die wir ständig ausloten.
    2. Nur, wenn ich regelmäßig an die Grenzen meiner Fähigkeiten gehe, verbessere ich mich. Damit erweitere ich mein Können: ob technisch mit Fingerschnelligkeit, neue Töne, Rhythmik … immer gehe ich so weit, bis die Fehler kommen!
    3. Jeden Tag kann ich damit meine Grenzen – meine Fähigkeiten – erweitern. Das ist der Weg!

 

  1. Speziell für uns Musiker:
    1. In der Musik ist die Genauigkeit von Beginn an hohes Kriterium: Tonlänge, Rhythmik, Artikulation sollen schon die Anfänger über ein ganzes Stück hinweg fehlerlos beherrschen. Ein einziger Fehler (falsche Note, falscher Rhythmus) kann das Ausscheiden bedeuten – man wird aus dem Stück geworfen!
    2. Niemand spielt dauerhaft fehlerlos: wir müssen also lernen, auch bei Konzerten mit Fehlern zu spielen, und weiter zu spielen: Am Besten man übt/spielt das Musikstück immer wieder (z.B. am Ende der Übungsstunde) wirklich komplett durch, hört also nicht auf zu spielen, selbst wenn Fehler passieren. Man muss mit Fehlern spielen lernen.
    3. Spielfehler kommen garantiert. Sind sie passiert, kann man sie nicht mehr “gut machen”. Oft stoppen Schüler nach einem Fehler und wiederholen die Stelle – ist gut gemeint, ich finde aber, beim Vorspiel ist das nicht “notwendig”  (ich habe das als Schüler natürlich auch gemacht) – Also WEITERSPIELEN nach Fehlern!
    4. Finde die Fehlerquelle: das ist oft schwierig! Bei uns Saxofonist(inn)en oft die fehlende Intensität des Luftstroms, weniger die Finger, manchmal das zu schnelle Tempo … es gibt endlose Fehlerquellen.

 

  1. FAZIT:
    1. Bei Spielfehlern: 1. Fehlerquelle finden // 2. Tempo reduzieren // 3. Spiele die Stelle mindestens 5 x ohne Rhythmus Ton für Ton // 4. langsam im Rhythmus // 5. Spiele die Stelle eine Woche lang mindestens 5 x täglich mit steigendem Tempo // 6. Übe immer schneller, bis der Fehler wieder kommt // 7. Gehe zurück in den “sicheren Tempobereich”
    2. Akzeptiere deine Fehler: Spielen heißt immer lernen heißt immer auch Fehler machen.
    3. Der erste Schritt ist die ACHTSAMKEIT: höre dir möglichst genau zu – oder noch besser: nimm dein Spiel mit dem Handy auf!
    4. Konzentriere dich nicht nur auf die Fehler, sondern auch auf die vielen Noten/Töne, die du sehr gut – fehlerfrei – gespielt hast!
    5. Lass dir durch die Fehler nicht den Saxofon-Spass verderben. Wenn du dich zu sehr ärgerst, spiele einfachere Musik. Natürlich wollen wir gut und besser werden, aber dieser Prozess ist ein ständiges Auf und Ab.

 

… und was für dich valsch klingt, kann für den anderen vielleicht gar nicht zu hören sein oder im Extremfall gut klingen …

… unterschätze/überschätze dein Publikum nicht: jeder hat “andere Ohren” und anderes Vorwissen:

es gibt viele Formen von valsch: fahlsch, fhalsch, fallsch, faltsch, …

Im Endeffekt entscheiden wir selber “was für uns falsch ist” und wie wir damit umgehen – mein letzter Tipp: entspannt sein, locker bleiben und nicht aufgeben: denn: unser ZIEL IST DER WEG 😉

in diesem Sinne: wünsche ich dir frohes Schaffen mit und ohne Fehler!

Was waren deine schönsten Saxofonfehler?

Wo ist die Grenze zum Ausflippen?

Foto: Scott Paddock (aus den USA) – ein genialer Saxofonist –  spielt Saxofon auf der aktuellen Eros-Ramazzotti-Welt-Tour in großen Stadien. Scott spielt aber genauso in kleinen Clubs vor 20 oder 50 Zuschauern.

 

 

 

Ein Konzert vor 20 Leuten ist einfach.  Mit dem Saxofon auf einer Familienfeier aufzutreten ist eine schöne Geste. Aber vor 200 zu spielen, bringt dir schlaflose Nächte?

Wo ist die Grenze?

Sind 20 Zuhörer anders als 50 oder 150?

Wenn ich über diese Grenze nachdenke, dann finde ich keinen Unterschied in der Zahl.

Der Unterschied liegt für mich viel mehr im Konzertprogramm:

Ich kann mich noch gut an Klassenkonzerte im Studium erinnern: Vor vielleicht 20 Zuhörer spielte ich und meine Studienkolleg(inn)en das aktuell geübte Programm: Eigentlich immer weit über unserem Können, das war nicht souverän. Wenn man da auf die Bühne ging, konnte man sich überhaupt nicht sicher sein, wie das Konzert verlaufen würde: Fliegt man komplett raus, sind nur ein paar unmerkliche “Patzer” dabei. Je nach psychischer Stärke sind diese Konzerte manchmal wirkliche Höllenfahrten: Die Studienkollegen (und wenn es nur 5 sind) sitzen unten und schauen dir genau auf die Finger. Sie kennen die Musik supergenau. Ich möchte wirklich nicht behaupten, dass man sich über den Fehler des anderen freut, aber es herrscht ordentliche Konkurrenz in der Klasse. Einfach Wettbewerb – mit Druck! Man kann es freundlicherweise vielleicht so beschreiben: Bei missglückten Konzerten bekommt man ganz selten Mitleid. Man ist quasi im Profigeschäft und die Anforderung ist hier eben, möglichst perfekt zu spielen.

Bei einem Klassenkonzert – ich kann mich noch sehr gut erinnern – funktionierte ein Teil der Mechanik auf dem Instrument nicht. Wenige Minuten vor meinem Auftritt überprüfte ich die Mechanik und ein, zwei Töne sprachen nicht an. Mein Professor ignorierte das trotz meiner fieberhaften Erklärungsversuche (vielleicht dachte er, ich wolle mich vor dem Auftritt drücken…) Das Konzert war ein kleines Desaster. In den schnellen Passagen (und es waren viele) hörte man unzählig viele Tonlöcher, manche Melodien waren nicht erkennbar, weil markante Töne nicht losgingen …

… war ja nur ein Konzert von vielen. Hat nicht weh getan (zumindest nicht körperlich) und hat auch nicht extra gekostet! – möchte ich fast jetzt leichtfertig sagen. Aber in diesen “intensiven Momenten” und Stunden und Tage danach waren meine Zweifel am “Konzertbusiness” schon beträchtlich.

… es gibt sie also, die unschönen, stressigen Momente, Krisen, Unfälle bei Konzerten.

Mein Prof. erzählte mir einmal, dass er einmal bei einem Duokonzert von einem Pianisten begleitet wurde, der sich bei den ersten Takten den Fingernagel bei einer Klaviertaste aufriss. Sie spielten ohne Unterbrechung weiter. Am Ende waren viele Klaviertasten blutverschmiert.

Man könnte ganze Bücher mit Konzertanekdoten schreiben.

Die Zuschauerzahl spielt selten eine Rolle. Ich spiele in kleinen Klubs vor 30 oder 50 Zuhörern genauso, wie in großen Hallen oder auf riesigen Plätzen. Die Zuschauergröße ist dabei egal.

Viel wichtiger ist das Konzertprogramm.

Wenn nur irgendwie möglich, achte darauf, dass du dein Konzertprogramm zu 200 % beherrscht – du musst also echt darüberstehen – quasi im Schlaf spielen können. “200 % sind wichtig, weil 100 % zieht es dir durch die Spannung und Nervosität automatisch herunter”, sagte mir mein Prof.

Und er hat natürlich recht.

Also Fazit: Wenn du wählen kannst, spiele immer die Stücke, mit denen du dich wohl fühlst und die du supersicher beherrscht. Dann kannst du mit Genuss, Freude und Überzeugung spielen. Du freust dich auf deinen Auftritt, weil du sicher bist, dass du das Publikum überzeugen wirst und dass ihr GEMEINSAM Spaß haben werdet.

Dem Zuhörer ist es ABSOLUT EGAL, ob deine gespielte Musik (für dich) einfach oder schwierig ist, sie muss aber immer musikalisch überzeugend und mit Freude gespielt sein – das will man von uns hören.

Und dann spielt die Zuschauerzahl von 2 oder 20 oder 200 oder vielleicht 2000 überhaupt keine Rolle 😉

Wer ist der Saxofon-Google?

Im Bild oben: Saxofon-Superstar Rudresh Mahanthappa spielte keine klassische Musik, obwohl dies seit langen Jahren auch in der Jazz-Ausbildung üblich ist!

 

Wer ist der “Saxofon-Google”? Gibt es ihn?

Ich meine: welche(r) Saxofonspieler(in) dominiert? Gibt also vor, was richtig und wichtig ist?

Google dominiert und kontrolliert bereits das Web: Eine jüngste Untersuchung ergab, dass jetzt bereits in 50 % aller Google-Suchen Links vorgeschlagen werden, die bereits zu Google gehören, oder die Googlesuche führt zu keinem weiteren Klick auf die von Google vorgeschlagenen externen Such-Links, weil sie die gesuchte Information bereits bei den Google-Kurzangaben gefunden haben. Google bestimmt also immer mehr die Informationen, die wir zu sehen bekommen.

Die großen Akteure im Web streben zum Monopol, auf jedem Fall zur Macht. Das ist wohl dem Menschen angeboren…

In allen Bereichen suchen wir Eliten, Leader, an denen wir uns orientieren. Schlimm nur, wenn diese Leader alleine für sich die Wahrheit in Anspruch nehmen.

Gibt es einen “Saxofon-Google” – einen oder eine der/die das Thema Saxofon dominiert? Der die Meinung/die Themen vorgeben und wir folgen?

Ich sehe keine(n)! Natürlich gibt es die Leader, die aufgrund ihres Könnens und ihrer Leistung an der Spitze stehen, wohlverdient!

Aber das Spannende dabei ist, dass es viele Wege an die Spitze gibt, viele Varianten, viele Unterschiede:

Zum Beispiel hat Rudresh Mahanthappa – ich zähle ihn zu den absolut besten Altsaxofonisten der Welt – mir erzählt, dass er nie klassische Etüden gespielt hat – das braucht es seiner Meinung nicht für den Jazz, den er spielt.

In nahezu allen Studienprogrammen im Bereich Popularmusik/Jazz müssen jedoch Saxofonisten Klassikunterricht absolvieren. Ich finde das übrigens auch sehr sinnvoll, weil man Technik, Disziplin und viele melodische Abläufe übt, die einem in allen Stilen helfen.

Dann gibt es immer wieder das Thema “Musik transkribieren”: Mit dieser Methode lernt man wohl am intensivsten im Jazz: Man hört sich also gute Improvisationen an und notiert diese Ton für Ton. Das kann bei technisch komplexer und virtuoser Musik sehr aufwendig werden.

Und hier auch Gegensätze: Branford Marsalis sagte mir, er habe nie Solos transkribiert sondern immer “nur” sehr genau intensiv gehört. Seamus Blake hingegen hat über viele Jahre hinweg ständig Solos notiert und selbstverständlich nachgespielt. David Sanchez, ein begnadeter Tenorsaxofonist aus America mit Ursprung in Puerto Rico, erzählte mir, dass er Solos nicht notiert sondern sofort singend auswendig lernt, er kann dir also Solos vorsingen …

Tja, es gibt also sehr viele Wege! Ich sehe keine absolut dominierende Meinung die sich einzig und alleine durchgesetzt hat.

ABER, natürlich gibt es für das Lernen und Spielen eines jeden Musikinstrumentes allgemein gültige Regeln, die sich bewährt haben. Wir kennen sie mehr oder weniger im Detail und wenden sie auch an. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu stellen, will ich nur ein paar aufzählen, damit du verstehst was ich meine:

  • Übe mit einem Übungsplan
  • Habe ein konkretes Ziel
  • Übe regelmäßig, möglichst täglich
  • Mache immer Musik, auch bei Tonleitern und Skalen
  • Spiele Musik, die dir Spaß macht
  • Spiele immer mit kontrollierten Fingern
  • etc.

Das Schöne bei uns Musikern ist, dass wir sehr persönlich spielen können. Jeder kann sich seine Musik, sein System, seine Ziele suchen und kann mit diesen oben genannten Universalregeln (diese wird dir jeder seriöse Musiker bestätigen) seine Ziel (Musikstücke, Konzerte …) erreichen.

… und wenn ein Musiker einen anderen schlecht redet, so kann man immer davon Abstand nehmen, das Weite suchen – wer will, der kann auch dagegen andiskutieren …

denn jeder offene intelligente Mensch und Musiker weiß, dass man immer etwas lernen kann, selbst von Musikern, die vermeintlich “schlecht(er)” sind!

Bleiben wir also bescheiden und offen für jeden! Wir sind alle auf dem gleichen Weg 😉

 

Wieso spielt Mona Lisa Saxofon?

Leonardo da Vinci starb am 2. Mai 1519 – also vor 500 Jahren. Sein Genie gilt als zeitlos universell. Sein berühmtestes Werk, die Mona Lisa wirkt geheimnisvoll spannend, vor allem das besondere Lächeln …

Leonardo selber aber betrachtete es als unvollständig! Natürlich, denn auch aus meiner Sicht fehlt natürlich hier ein Saxofon, denn:

“Mona Lisa würde heute sicherlich Saxofon spielen!”

Wieso? Mona Lisa war in ihrer Zeit eine moderne Geschäftsfrau – up-to-date sozusagen, also voll im Trend!

Und da die Beliebtheit des Saxofons ständig zunimmt (siehe Instrument des Jahres 2019), würde sie heute vermutlich zum Saxofon greifen. Vor allem die Mädchen haben in den letzten Jahren das Saxofon für sich entdeckt. Immer mehr herausragende Saxofon-SOLISTINNEN (Melissa Aldana/Jazz-Tenorsaxofon oder Asya Fateyeva klassisches Saxofon) belegen den Trend auch an der Spitze!

Vor allem in den südlichen Ländern, in Südamerika, Südeuropa nehmen die Zahlen der Saxofonspieler zu. Die Blasorchester, BigBands, Jazzbands mit Saxofonen zeigen ein deutliches Bild! Also wohl auch verständlich die heutige Mona Lisa ;))

Nun zu Leonardo und seinem Bezug zum Saxofon:

Leonardo da Vinci war Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler. Er gilt als das Sinnbild eines Universalgenies.

Neben der Mona Lisa und weiteren 40 Gemälden, die man ihm mehr oder weniger zurechnet, sind vor allem seine naturwissenschaftlichen Skizzen bekannt.

Hier hat er sich in Detailzeichnungen zu allen möglichen Themen vor allem der Mechanik beschäftigt. So hat er sich mit Spindeln, dem Vorläufer der heutigen Bohrmaschinen intensiv beschäftigt, zeichnete Getriebe, Umlenkrollen um Kräfte über weitere Strecken übertragen zu können. Parallel-Schubstangen-Getriebe, Schwenk-Hemmungs-Getriebe oder das Gelenkgekoppeltes Hubgetriebe sollen nur ein paar Beispiele sein, die zu seinen Erfindungen gehören.

Es ist daher anzunehmen, dass Adolphe Sax u.a. auf die vielen Vorarbeiten von Leonardo bauen konnte, als er das Saxofon entwickelte. Er brauchte für die Herstellung des Saxofons aufwendige Maschinen, die u.a. auch auf Leonardos Prinzipien basierten. Vielleicht weit hergeholt, aber stimmig und verständlich. Viele Maschinen, die Leonardo erdachte, zeichnete und zum Teil konstruierte, waren zu Zeiten von Sax bereits im Einsatz.

Bei der Erfindung des Saxofons scheint also auch Leonardo die Finger im Spiel zu haben…

Zudem war Leonardo auch von der Musik begeistert. Er war ein überragender Improvisator auf seiner Lyra da Braccia am Mailänder Hofe, berichtet Giorgio Vasari. Dazu hat er einige Instrumente erfunden und andere (Flöten, Lauten) weiter entwickelt.

Und selbst Adolphe Joseph Sax scheint einige Gemeinsamkeiten mit Leonardo aufzuweisen. Beide waren begeisterte Musiker. Beide kämpften sich recht und schlecht mit Ideen, erdachten Konstruktionen und Erfindungen durch.

Beide konstruierten im Dienste von Kriegsherren schreckliche Kriegsmaschinen: Sax eine “Sax-Kanone”, also eine Kanone, die u.a. bei der Belagerung von Sewastopol im Krimkrieg eingesetzt wurde. Leonardo entwarf für seinen Kriegsherren Cesare Borgia gigantische Armbrüste, die jedoch wegen des aufkommenden Schießpulvers keine Zukunft hatten.

Bleibt uns also Mona Lisa mit ihrem friedlichen Altsaxofon! Was sie wohl spielen würde? Mein Tipp: String of Pearls, denn ihr Mann Francesco Giocondo war ein reicher Perlenhändler in Florenz 😉