13 besten Methoden für spannende Melodien

Jeder spielt gerne seine schönsten Melodien.

Das Saxofon ist als Melodie-Instrument natürlich hervorragend geeignet.

Viele Melodien wurden von Saxophonisten

Für Saxophonisten komponiert und sind daher einigermaßen gut nachzuspielen.

Aber viel mehr Melodien entstammen aus Liedern oder sonstigen Genres, die nicht direkt für instrumentelle Interpretation gedacht waren.

Will man aber diese – oft sehr schönen –  Melodien spannend und abwechslungsreich spielen, so muss man sich etwas einfallen lassen.

Hier findest du eine Liste der wichtigsten musikalischen Methoden, um Melodien zu variieren, die Spannung zu erhöhen, Abwechslung zu schaffen und für den Musiker selber die Freude und Konzentration hoch zu halten!

1. Zwischentöne:

  • Harmonisch: bei Melodiesprüngen ab Terz
  • Chromatisch: bei großen Sekunden – füge ich Zwischenton ein
  • Mehrere Zwischennoten bei größeren Intervallen

2. Eine Note spielen:

  • Bei mehreren gleichen Noten

3. Töne weglassen:

  • Langer Ton
  • Oder Pause

4. Zielnoten anspielen:

  • Auf dem Weg zu Zielnoten möglichst in Tonart bleiben
  • Zielnoten sollen möglichst zeitlich genau erreicht werden

5. Lange Noten:

  • Statt Kurze Note eine Lange Note
  • Meist am Beginn spielen

6. Wechselnote spielen:

  • Bei mehreren gleichen Noten

7. Vorhalt:

  • Vor der Zielnote einer Melodie die obere harmonische Nachbarnote länger halten
  • Und dann auflösen

8. Verspäteter Melodiebeginn

  • Dafür schnellere Noten am Beginn

9. Synkopen:

  • Schwerpunktverschiebungen

10. Artikulation:

  • Nach dem Charakter-Ziel entsprechend die Töne elegant binden,
  • Stärker anstoßen
  • Betonen

11. Lautstärke:

  • Die Melodie muss mit einer Lautstärkenidee gestaltet werden!

12. Verzierungen:

  • Kurzer chromatischer Vorschlag
  • Pralltriller

13. Improvisationen:

  • Je nach Stil
  • Mit Pentatonik
  • Mit Bluesskala

Du übst jedes Element einzeln, indem du dieses Element immer wieder über 5 – 10 Minuten an einer Melodie ausprobierst

In der Praxis beim spontanen Interpretieren einer Melodie hat man zwei Möglichkeiten:

  • Man legt sich einen Plan zurecht: welche Elemente will man bei welcher Stelle einsetzen: Hierzu kann man die Melodie ausnotieren mit den jeweiligen Ideen
  • Man spielt aus der Spontanität
  • Man mischt Spontanität und Plan

Wichtig:

  • Je langsamer der Song, desto mehr Elemente sind möglich
  • Es sind nie alle Elemente gleich geeignet.
  • Nie nur ein Element immer wieder wiederholen
  • Steigerung bedenken: mit Wenig Elementen beginnen und dichter und intensiver werden.

Schreib mir, wenn du noch weitere Ideen hast, damit wir sie einfach der Community als Tipp weitergeben können!

Wenn du Lust hast, geh bitte auf i-tunes und hinterlasse eine Bewertung für den Podcast.

Das hilft mir einfach, noch mehr Menschen mit dem Podcast zu erreichen.

Wenn du Saxofon-Themen hast, die Dich interessieren, schreib mir:

joe@saxofonlernen.com

30 Übungen ohne Saxofon

30 Übungen die du ohne Instrument machen kannst

Singe, Greife und höre innerlich

Falls du am Beginn mit dieser Methode unsicher bist dann:

  • Spiele die Tonleiter zuerst am Klavier oder Saxofon – dann singe sie sofort
  • Spiele den Dreiklang mit dem Instrument einmal, und dann singe ihn sofort ein paar mal
  • Laut Singen/summen ist wirkungsvoller als “innerliches Singen)
  • Innerliches Singen ist anspruchsvoller und schwieriger
  • Greife beim Singen mit – also ob du Saxofon spielen würdest
  • Starte sehr langsam, wenn du zu schnell bist, oder Schwierigkeiten hast, reduziere sofort das Tempo
  • Konzentriere dich auf ein bis zwei kurze Übungen am Tag: z.B. ein Intervall die Quart aufwärts – diese Quart singst du 5 – 10x hintereinander mehrmals am Tag.
  • Bleibe bei einer Übung mindestens 1 Woche – besser sind 3 – 4 Wochen
  • Die Übungen starten einfach (1.) und werden immer schwieriger (30.)
  • Habe Geduld! Die Wirkung ist enorm, aber dieses Hören lernen ist ein lebenslanger möglichst täglicher Prozess!
  1. Singe deine Lieblings-Saxofon-Melodien, greife sie im Kopf mit (spiele sie zuerst mit dem Instrument, zuerst mit Noten, dann ohne Noten)
  2. Singe einfache Melodien aus deinen Saxofon-Noten – wenn notwendig zuerst mit Saxofon vorspielen (eine Zeile mehrmals wiederholt reicht)
  3. Singe alle Dur- und Molltonleitern und greife sie mit
  4. Singe alle Dreiklänge mit Umkehrungen, auch im Kreis
  5. Singe vom Dreiklang nur die untere Terz
  6. Singe vom Dreiklang nur die obere Terz immer wieder
  7. Singe alle Vierklänge mit Umkehrungen, auch im Kreis
  8. Singe vom Vierklang: Grundton und Quint
  9. Singe vom Vierklang: Terz und Sept
  10. Singe vom Vierklang: Grundton und Sept (sehr schwierig)
  11. Übe 3-Tonreihen aus Melodien im Kreis: cdedcdefed
  12. Übe 4-Tonreihein aus Skalen, Tonleitern im Kreis: cdefedcdefedc
  13. Übe 5-Tonreihein aus Skalen, Tonleitern im Kreis: cdefgfedcdefgfe..
  14. Transponiere Licks durch alle 12 Tonarten
  15. Singe alle Intervalle Von unten Nach Oben
  16. Singe alle Intervalle von Oben nach Unten
  17. Lerne die Bluesform, indem du die Grundtöne singst
  18. Lerne die Bluesform, indem du Grundton, Terz und Sept eines jeden Akkordes singst (spiele vorher am Klavier, Saxofon und Singe sie nach)
  19. Singe  die Vierklänge der Bluesform
  20. Lerne die Harmonieform von Liedern, Songs, Standards: pro Monat 1 – 3 Standards
  21. Lerne die Melodie dieser Lieder, Songs, Standards
  22. Singe die Grundtöne der Harmonieform
  23. Singe die Dreiklänge der Harmonieform
  24. Singe die Vierklänge der Harmonieform
  25. Singe die Terz und Sept der Harmonieformakkorde
  26. Singe Solos oder Teile von Solos auswendig
  27. Singe Etüden ohne Instrument, greife mit den Fingern mit
  28. Singe  und Spiele im Kopf von Songs im Radio die Bassmelodie mit
  29. Singe Von Radiosongs die Akkorde
  30. Singe und spiele im Kopf die Melodie von Radiosongs

Wenn dich diese Übungen im Detail interessieren, dann schreib mir, ich werde dir dann gratis kurze Lernvideos senden.

Ich konnte es am Anfang nicht glauben:

Einer meiner ersten Lehrer erzählte mir, dass er selber im Studium eine Etüde im Zug ohne Instrument gelernt hat. Er hatte die Übung vergessen und versuchte die Griffe, die Melodie rein durch das Durchlesen und Mitgreifen zu lernen und es funktionierte.

Rudresh Mahanthappa erzählte mir im letzten Jahr, dass er meist nur eine Stunde am Tag geübt hat. Auch Branford Marsalis sagte mir einmal, er hat immer sehr wenig geübt.

Wie haben sie ihr Niveau trotzdem geschafft: Mein Lehrer, Rudresh, Branford?

Sie haben sich neben dem Üben am Instrument zusätzlich dauernd mit Musik intensiv auseinander gesetzt.

Zunächst haben sie gehört. Aber Hören alleine reicht natürlich nicht. Sie haben im Kopf Musik weiter produziert, sie haben innerlich geübt!

Vieles spielt sich dabei im Kopf ab, das Instrument ist nur mehr ein Ausdrucksmittel. Das bedeutet man kann sehr viel ohne Instrument üben, Klangvorstellungen, Intervalle, Akkorde, Harmoniefolgen, Intonation.

Jeder Klang wird ja durch unser Gehirn erst produziert.

Versteh mich nicht falsch:

Natürlich ist das Üben am Instrument unerlässlich. Niemand hat bisher Saxofon ohne Saxofon gelernt. Aber neben dem tatsächlichen Üben können wir noch viele weitere Übungen machen, bei denen wir kein Instrument brauchen.

Ein Aspekt steht dabei im Zentrum:

Mit dem Instrument übst du in der Regel einmal am Tag – 20, 30, 50 Minuten oder mehr.

Aber der Lerneffekt, dein Fortschritt ändert sich, wenn du öfter am Tag übst!

Du wirst also unterschiedlich schnell lernen,

Wenn du 90 Minuten am Stück übst ,

Oder 2 x 45 Minuten,

Oder 3 x 30 Minuten

Am Tag übst.

Die Häufigkeit mit der wir üben, ist von entscheidender Bedeutung!

Üben ohne Instrument ermöglicht dir ganz locker diese höhere Frequenz:

Anstatt sich einmal pro Tag hinzusetzen, alles vorzubereiten, im Übungsraum, und das nur zu einer bestimmten Abendzeit, weil du ja nur am Abend zu Hause bist,

Kannst du überall und zu jeder Zeit OHNE INSTRUMENT üben!

Ohne dass deine Sitznachbarn in der U-Bahn oder im Cafe davon etwas bemerken!

Wie soll das funktionieren? Üben bedeutet doch, am Instrument spielen?

Nicht unbedingt, üben bedeutet Musik zu machen, auszuführen, zu verbessern.

Musik kann man vor allem im Kopf machen, nicht nur hören sondern auch im Kopf OHNE INSTRUMENT spielen!

Üben im Kopf ist vom Grundprinzip her einfach:

Du spielst die Töne – greifst sie also – mit Saxofongriffe – und versuchst gleichzeitig diese Töne zu hören!

Diese Übungen ohne Instrument kannst du im Prinzip 100mal täglich machen!

Im Bett, bevor du aufstehst.

Beim Zähneputzen

Beim Kaffee-Kochen

Beim Autofahren, im Bus, in der U-Bahn

Beim Spazierengehen, Kochen, Joggen, Essen

Ich persönlich übe meistens

Jazzstandards, Melodielicks und Jazz-Solos, sowie Skalen.

Einfachsten:

Skalen, Tonleitern: übe meistens 3-5-Tonsequenzen

Ich singe oder summe die Töne, wenn möglich laut!

Geht nicht immer;) – dann aber gedanklich

Ich greife die Töne mit Fingerbewegungen mit: am Tisch, Flasche, Lenkrad, in der Luft,Bein …

Schwierige Stellen übe ich langsam, mehrmals, in Zeitlupe

Oft übe ich nur 2 Akkorde, eine Melodiewendung immer wieder im Kopf

… Es merkt niemand, dass ich übe, egal wo ich bin!

Jazz-Solos – gut zu hören – nachzusingen:

Maceo Parker, Candy Dulfer, Michael Lington, Kenny G

Bob Mintzer, Sonny Stitt, Joshua Redman, Roger Hanschel, Paul Desmond,

Melodielicks und Jazzstandards sind schon komplizierter, aber auch machbar.

Wichtig noch:

Für das Üben ohne Instrument reserviere ich mir keine Extrazeit, während ich mir täglich meine Saxophon-Übungszeit einplane.

Üben ohne Instrument mache ich in sehr kurzen Sequenzen meist 1 – 3 Minuten, die dafür mindestens 10x am Tag, meistens spontan.

Beim Autofahren, Beim Joggen, bei der Gartenarbeit, in der Dusche.

Diese Einheiten sind nicht geplant.

Da dieses Einheiten sehr kurz sind, übe ich meist pro Woche nur 2 – 3 bestimmte Übungen: Meistens übe ich:

  • gesungene Akkordfolgen für das Lernen von Standards,
  • Schwierige Akkorde singen: Dominant #9, #11, b6 mit Umkehrungen
  • Transponiere kurze Melodien im Kopf durch alle 12 Tonarten
  • Also Täglich mehrmals dasselbe!

Noch etwas, ich treffe natürlich nicht haargenau die tatsächlichen Tonhöhen des Saxofons, wenn ich ohne Saxofon übe. Ich höre nicht absolut. Das bedeutet: Wenn ich jetzt ohne Tenorsaxofon ein G-Greife singe ich kein klingendes F. Aber die Relation der Griffe passt.

Übungen:

Start:

Egal was du üben willst, beginne einfach!

Wenn Üben ohne Instrument für dich anfänglich ungewohnt ist, dann spiele dein Übungsmaterial (Tonleitern, Akkorde, Melodien, Intervalle) zuerst mit dem Saxofon und dann greife dieselbe Melodie nochmals, ohne zu blasen, sondern singe mit.

Übe und singe in der angenehmsten Tonlage, oktaviere gesanglich tiefer, wenn du die stimmliche Tonhöhe nicht hast.

Singe/summe eine Tonleiter (im Kopf) und spiele sie gedanklich auf dem Instrument!

Wo sind die Vorzeichen?

Artikuliere mit der Zunge mit, singe mit!

Spiele die Dreiklänge!

Spiele die Tonleiter mehrmals am Tag im Kopf durch!

Spiele die Tonleiter mindestens 3 Tage, besser 7 Tage mehrmals täglich im Kopf

Spiele die Dreiklänge ebenso 3 – 7 Tage, mehrmals täglich!

Spiele vor allem die schwierigen, fehleranfälligen Stellen gedanklich mehrmals (2 – 5 Töne)

Das Gleiche kannst du mit der Pentatonik (Moll und Dur-Pentatonik), mit der Blues-Skala und natürlich mit allen möglichen Skalen (Dominante, Halbton-Ganzton, Ganzton, Alteriert, #11, etc.) machen.

Melodien im Kopf:

Finde eine kurze Melodie – 5 – 10 Töne.

Spiele sie mit dem Instrument.

Dann singe die Melodie im Kopf und greife gedanklich mit.

Solos lernen:

Lerne deine beliebtesten Melodieteile eines Solos auswendig.

Singe die Stelle!

Lerne das gesamte Solo auswendig.

Singe das gesamte Solo auswendig!

Melodien/Licks transponieren:

Jazzer üben Teilmelodien (=Licks) in allen 12 Tonarten, damit sie ein flexibles “Vokabular” für Improvisationen haben.

Diese Licks eignen sich hervorragend, um nur im Kopf transponiert zu werden!

Du hast also diese kurze Melodie gefunden.

Jetzt übst du diese in allen 12 Tonarten im Kopf.

Lerne Akkordfolgen von Liedern im Kopf:

Steige mit der Bluesform ein!

Singe zunächst die Grundtöne einer Bluesform.

Singe Grundton, 7 und 3 eines jeden Akkordes in der Bluesform.

Singe die Vierklänge der Bluesform a) vom Grundton aus b) immer vom jeweiligen Nachbarton aus.

Lerne Lieder, Songs, Standards:

Singe die Akkordfolge: a) zunächst Grundtöne singen b) Dreiklänge singen c) Vierklänge singen

Üben:

Am Instrument Töne spielen und nachsingen.

Viel Arbeit, zahlt sich aus und man wird immer schneller!

Nächste Schritte:

Gehör trainieren:

Intervalle erkennen und singen

Akkorde erkennen und singen

Akkordfolgen erkennen und singen

Musik ist wie eine Sprache.

Man kann reden, sprechen also spielen mit dem Instrument.

Man kann aber auch im Kopf lesen: also Hörübungen machen!

Du siehst, man kann unglaublich viel auch ohne Instrument üben.

Noch deutlicher gesagt, für viele musikalische Fähigkeiten brauchst du das Instrument nicht.

Und noch viel deutlicher, beim Erlernen oder Üben mancher Fähigkeiten  ist das Instrument sogar hinderlich oder macht dich langsamer.

Denke zum Beispiel an das Erkennen von Intervallen, Akkorden. Hier ist es viel wirksamer, diese Akkorde zu singen. Das ist ungleich schwieriger, verlangt mehr Vorstellungskraft, als diese Intervalle und Akkorde bloß zu spielen, indem man Klappen drückt.

Fazit:

Du kannst ohne Instrument vor allem auf 2 Gebieten hervorragend üben:

  1. Du entwickelst eine direkte Vorstellung von Melodien, Intervallen, Akkordeon. Indem du diese Grundlagen – ohne Hilfe des Instrumentes – im Kopf selber produzierst, wirst du Melodien im Voraus wie Wörter lesen können, du wirst Kompositionsmuster erkennen, du wirst ein neues musikalisches Niveau erreichen, weil du die Details der Musikalischen Sprache direkt erkennst, verstehst und produzieren kannst.
  2. Du übst technische Fertigkeiten: Melodietransposititionen, Skalen, die Akkordfolgen von Standards mit den Griffen auf dem Saxofon. Du greifst gedanklich die Tonfolge und hörst die Töne im Kopf.

Wie du sofort herausfindest, ob deine Saxofonklappen gut schließen

Immer wieder haben Saxofonisten Probleme bei der Ansprache tiefer Töne.

Sprechen tiefe Töne schlecht an, kann EIN Grund die “schlechte Abdeckung” der Saxofonpolster auf den Kaminen des Korpus. Mit anderen Worten, die Klappen schließen nicht richtig und die Luft weicht aus den Löchern, obwohl sie mit den Klappen zugedrückt sind.

Im Ergebnis sprechen bestimmte – meist die tiefsten Töne = d1 – b – schwer oder gar nicht an.

Meist ist dieser Prozess schleichend: Durch regelmäßiges Spielen werden Korke und Polster eingedrückt, die Distanzen verstellen sich und die Klappen können die Löcher nicht mehr supergenau schließen.

Christian Maurer (von der Musikhoschule Wien) hat mir vor vielen Jahren dazu einen einfachen Trick gezeigt: Damit findet man sofort heraus, wie gut die Klappen schließen.

Du brauchst dazu weder einen Leuchtstab (wie das die Saxofonserviceleute haben) oder musst Rauch in den Korpus blasen.

So funktioniert der Trick:

  1. Greife ein Tiefes b: Mache also alle Löcher zu
  2. Bewege den RECHTEN ZEIGEFINGER (Finger für das f1 und f2) auf und zu, sodass sich dadurch die Klappe auf und zu bewegt
  3. Wenn dein Saxofon gut schließt, dann musst du beim Zudrücken der Klappe einen relativ lauten B-Ton des Saxofons hören: wie ein PLOPP
  4. Wenn du wenig bis gar nichts hörst, dann schließen deine Klappen schlecht.

 

Den gleichen Trick kannst du mit h machen: Greife ein Tiefes h – und bewege den RECHTEN MITTELFINGER (fis) auf und zu: hier solltest du im Idealfall ebenso ein laut plobbendes h hören!

 

Damit kannst du im Handumdrehen den “Gesamtzustand” deines Saxofons feststellen. Welche Klappen nicht gut decken, kannst du dabei natürlich nicht feststellen. Oft ist es eine Summe von Klappen, nicht einzelne, welche zur schlechten Ansprache führen!

Probier das aus! Ich mache das regelmäßig zur Kontrolle.

und schreib mir, wie es bei dir funktioniert oder wenn du fragen hast!

 

Der linke Daumen

Erst letzte Woche übte ich mit einem meiner Saxofonschülerinnen.
Dabei sah ich sofort, dass ihr linker Daumen auf dem falschen Platz war.

Gut es war erst die 2. Saxofonstunde, aber man muss es sofort korrigieren!
Natürlich haben wir zuvor die richtige Position der Finger besprochen, aber ein Fehler kann sich so schnell einschleichen.

Der Grund von falschen Fingerpositionen ist meist eine bequemere Handgelenks- und Fingerspannung mit der falschen Position.
Bei ihr war es tatsächlich so, dass sie die Griffe der linken Hand, also c2, h1, a1, g1 einfacher spielen konnte, wenn sie den
Daumen UNTERHALB des schwarzen Daumenknopfes legte.

Diese Daumenposition darf man sich nicht angewöhnen. Was habe ich ihr gesagt:
1. Zuerst legst du deinen linken Daumen auf den schwarzen Knopf
2. Dann folgen die restlichen Finger der linken Hand mit ihren jeweils richtigen Positionen
3. Lass dir damit unbedingt Zeit.
4. Fühle diese Positionen OHNE zunächst gleich zu spielen.
5. Mache das Auflegen 3mal: also Finger an das Saxofon – und dann wieder weg und hängen lassen – wieder Finger an das Saxofon (mit Daumen zuerst)

Man braucht einfach immer wieder die Routine, die Wiederholung und den Fokus auf 1 – 3 Prioritäten!

FAZIT:
1. Der linke Daumen muss mit dem Daumengelenk möglichst mittig auf dem schwarzen Daumenknopf liegen! Damit liegt der vordere Bereich des Daumens bereits über der Oktavklappe.
2. In dieser Position bleibt er IMMER! Durch das Gelenk auf dem schwarzen Knopf kann der Daumen wippen und die Oktavklappe mit einer kleinen Wippbewegung drücken.
3. Sind Töne der 2. und höheren Oktave zu spielen, dann wippt die Daumenspitze nach unten, damit wird die Oktavklappe gedrückt!
4. Die Position des Daumens bleibt aber immer gleich!
5. Der Daumen bewegt sich immer nur so wenig wie möglich: ökonomisch und entspannt spielen.
6. Falls der linke Daumen schmerzt, dann hat man zu viel Saxofongewicht auf diesen Daumen: 3 Lösungen: 1. Saxofon unten am Körper ein bisschen Abstützen, 2. Gewicht auf BEIDE Daumen besser verteilen. 3. Saxophon Balancer: entspannt den Daumen (Link hier) oder hier: Balancer-Sax/Schweiz

Ich hatte diese Daumenschmerzen auch bei einem alten Conn-Tenor. Diese Schmerzen wurden durch den speziellen Winkel des Halses verursacht. Ich habe das Problem durch Abstützen und gleiche Gewichtsverteilung (so mache ich das meistens) gelöst. Man muss sich dabei immer wieder permanent kontrollieren!

Wieso spielt Mona Lisa Saxofon?

Leonardo da Vinci starb am 2. Mai 1519 – also vor 500 Jahren. Sein Genie gilt als zeitlos universell. Sein berühmtestes Werk, die Mona Lisa wirkt geheimnisvoll spannend, vor allem das besondere Lächeln …

Leonardo selber aber betrachtete es als unvollständig! Natürlich, denn auch aus meiner Sicht fehlt natürlich hier ein Saxofon, denn:

“Mona Lisa würde heute sicherlich Saxofon spielen!”

Wieso? Mona Lisa war in ihrer Zeit eine moderne Geschäftsfrau – up-to-date sozusagen, also voll im Trend!

Und da die Beliebtheit des Saxofons ständig zunimmt (siehe Instrument des Jahres 2019), würde sie heute vermutlich zum Saxofon greifen. Vor allem die Mädchen haben in den letzten Jahren das Saxofon für sich entdeckt. Immer mehr herausragende Saxofon-SOLISTINNEN (Melissa Aldana/Jazz-Tenorsaxofon oder Asya Fateyeva klassisches Saxofon) belegen den Trend auch an der Spitze!

Vor allem in den südlichen Ländern, in Südamerika, Südeuropa nehmen die Zahlen der Saxofonspieler zu. Die Blasorchester, BigBands, Jazzbands mit Saxofonen zeigen ein deutliches Bild! Also wohl auch verständlich die heutige Mona Lisa ;))

Nun zu Leonardo und seinem Bezug zum Saxofon:

Leonardo da Vinci war Maler, Bildhauer, Architekt, Musiker, Mechaniker, Ingenieur, Philosoph und Naturwissenschaftler. Er gilt als das Sinnbild eines Universalgenies.

Neben der Mona Lisa und weiteren 40 Gemälden, die man ihm mehr oder weniger zurechnet, sind vor allem seine naturwissenschaftlichen Skizzen bekannt.

Hier hat er sich in Detailzeichnungen zu allen möglichen Themen vor allem der Mechanik beschäftigt. So hat er sich mit Spindeln, dem Vorläufer der heutigen Bohrmaschinen intensiv beschäftigt, zeichnete Getriebe, Umlenkrollen um Kräfte über weitere Strecken übertragen zu können. Parallel-Schubstangen-Getriebe, Schwenk-Hemmungs-Getriebe oder das Gelenkgekoppeltes Hubgetriebe sollen nur ein paar Beispiele sein, die zu seinen Erfindungen gehören.

Es ist daher anzunehmen, dass Adolphe Sax u.a. auf die vielen Vorarbeiten von Leonardo bauen konnte, als er das Saxofon entwickelte. Er brauchte für die Herstellung des Saxofons aufwendige Maschinen, die u.a. auch auf Leonardos Prinzipien basierten. Vielleicht weit hergeholt, aber stimmig und verständlich. Viele Maschinen, die Leonardo erdachte, zeichnete und zum Teil konstruierte, waren zu Zeiten von Sax bereits im Einsatz.

Bei der Erfindung des Saxofons scheint also auch Leonardo die Finger im Spiel zu haben…

Zudem war Leonardo auch von der Musik begeistert. Er war ein überragender Improvisator auf seiner Lyra da Braccia am Mailänder Hofe, berichtet Giorgio Vasari. Dazu hat er einige Instrumente erfunden und andere (Flöten, Lauten) weiter entwickelt.

Und selbst Adolphe Joseph Sax scheint einige Gemeinsamkeiten mit Leonardo aufzuweisen. Beide waren begeisterte Musiker. Beide kämpften sich recht und schlecht mit Ideen, erdachten Konstruktionen und Erfindungen durch.

Beide konstruierten im Dienste von Kriegsherren schreckliche Kriegsmaschinen: Sax eine “Sax-Kanone”, also eine Kanone, die u.a. bei der Belagerung von Sewastopol im Krimkrieg eingesetzt wurde. Leonardo entwarf für seinen Kriegsherren Cesare Borgia gigantische Armbrüste, die jedoch wegen des aufkommenden Schießpulvers keine Zukunft hatten.

Bleibt uns also Mona Lisa mit ihrem friedlichen Altsaxofon! Was sie wohl spielen würde? Mein Tipp: String of Pearls, denn ihr Mann Francesco Giocondo war ein reicher Perlenhändler in Florenz 😉

 

Vier brennende Fragen zum Saxofon-Start

 

4 brennende Fragen zum Saxofonstart

Regelmäßig erhalte ich Fragen zum Saxofonstart. Die wichtigsten und meist gestellten Fragen möchte ich in diesem Blogbeitrag relativ kurz behandeln.

 

  1. Benötige ich Vorkenntnisse?

Mit Vorkenntnissen sind hier vor allem das Wissen über musiktheoretischen Grundlagen gemeint. Für den Saxofonstart sind musiktheoretische Vorkenntnisse NICHT NOTWENDIG.

Es spielt keine Rolle, welches Saxofonbuch man verwendet, oder mit welchem Lehrer oder System man arbeitet. Denn mit der schrittweisen Verbesserung auf dem Instrument – also dem praktischen Lernprozess lernt man theoretisches Wissen (wie Notennamen, Notenwerte etc.) ebenso schrittweise.

Saxofonschüler lernen also immer zunächst ein neues Element auf dem Saxofon in praktischer Form – spielen es also – und dazu begleitend den dazugehörigen theoretischen Begriff (wie zum Beispiel den Notennamen zum gerade gespielten Ton)

Der Lernfortschritt erfolgt also auch im Theoriebereich schrittweise, im Idealfall so elegant mit der Praxis verbunden, dass man den Wissenszuwachs bewusst gar nicht wahrnimmt.

 

  1. Welche Saxofongröße ist ideal für den Saxofonstart?

Zunächst sind 4 Saxofongrößen am meisten verbreitet: Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon. Grundsätzlich kammen auf jeder dieser 4 Größen starten. Meine Empfehlung ist aber ganz klar das ALTSAXOFON. Diese Größe empfehle ich aus folgendne Gründen:

  1. a) Das Altsaxofon hat ein noch angenehmes Gewicht – im Schnitt ca. 2,5 kg – die um den Hals gehängt werden. (Beim Tenorsaxofon sind es durchschnittlich bereits 3,5 kg).
  2. b) Der Aufwand/Umfang an Atemluft zur Erzeugung des Tones ist für jeden beherrschbar. Auch Anfänger im Alter von ca. 9-10 Jahren können locker stabile und lange Töne erzeugen.
  3. c) Altsaxofon-Mundstücke haben eine angenehme Größe, sodass einerseits weniger Feingefühl (wie beim Sopransax) benötigt wird und andererseits man keinen größeren Gegenstand (wie beim Tenorsax) im Mund hat. d) Eine gute Intonation ist mit dem passenden Mundstück (enge Bahn) leichter zu erreichen, als bei allen anderen Größen.
  4. d) Altsaxofone sind von allen vier Größen vergleichsweise am billigsten.
  5. e) Das Spiel auf der Altsaxmechanik (Drücken der Klappen) ist aus meiner Sicht am einfachsten. Das Sopran erfordert hier schon viel Feingefühl, das Tenor erfordert schon größere Fingerbewegungen.

 

  1. Welche Marke soll ich kaufen?

Es gibt mittlerweile viele ausgezeichnete Saxofonhersteller – sehr bekannte, bekannte und unbekannte. Nahezu jeder Hersteller hat verschieden Saxofonserien im Angebot, vom Anfängermodell bis zum Profisaxofon.

Dazu muss man beim Kauf wissen, was ein “gutes funktionierendes Saxofon” überhaupt ausmacht. Aus meiner Sicht muss ein funktionierendes Saxofon zunächst 2 Bedingungen erfüllen: 1. Die Töne müssen leicht ansprechen: Die Mechanik aus Klappen, Stangen, Federn und Polster muss in Summe so eingestellt sein, dass Töne mit leichtem Fingerdruck leicht ansprechen – die Klappen also gut die Kamine verschließen. Dazu gehört aber sicherlich auch im tiefen Tonregister vor allem ein gut funktionierendes Mundstück und Blatt sowie die richtige Blastechnik. Aber, ohne gut eingestellte Mechanik ist man in diesen Tonregionen “machtlos”. 2. Das Instrument sollte bestmögliche Intonation aufweisen. Alle Töne sollen also möglichst genau stimmen. Dies kann man zum Teil mit geschultem Gehör gut hören oder auch mit einem Stimmgerät genau feststellen.

Würde ich aus meiner heutigen jahrzehntelangen Erfahrung zurück in den Anfängerstatus versetzen, so würde ich mir ein Yamaha-Altsaxofon für den Start kaufen, aus folgenden Gründen:

  1. Die Intonation ist bei Yamaha-Saxofonen nahezu perfekt
  2. Der Klang ist bereits bei den Anfänger-Saxofonen von Yamaha sehr ausgewogen und sauber über die gesamte Tonreihe. Es gibt keine schlecht klingenden Töne.
  3. Die Mechanik ist aus bestem Material gefertigt: Stangen, Federn, Klappen sind aus relativ hartem Metall, sodass es zu keinen Verbiegungen oder Verschiebungen kommt. Korke und Polster sind sorgfältig geklebt. Die Mechanik funktioniert über Jahren hinweg zuverlässig.
  4. Das Instrument liegt perfekt in der Hand. Die Klappen schmiegen sich nahezu an die Handform, sodass diese mit wenig Bewegungsaufwand zu drücken sind.
  5. Der Yamaha-Schutzlack ist der beste Lack von allen Saxofonen. Selbst nach Jahrzehnten hält dieser Lack und schützt das Instrument.
  6. Übriges Equipment, wie Mundstücke, Blätter funktionieren auf Yamaha-Saxofonen tadellos.
  7. Yamaha-Saxofone sind enorm wertstabil. Sie halten bei guter Pflege fast ihren Kaufpreis.

 

Yamaha-Saxofone bieten also vor allem im Einstiegsbereich (900 – 1200 Euro) das beste Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein ganzes Leben lang einen zuverlässigen Partner haben. Viele herausragende Supersaxofonisten spielen Yamaha-Saxofone, weil sie vor allem die oben genannten Vorteile schätzen.

Vielleicht fragst du dich, wieso man dann immer wieder bei sehr vielen Profis auch alte Saxofone – wie zum Beispiel Selmer – sieht. Dazu muss man wissen, dass Profis vor allem nach einem gut KLINGENDEN Saxofon suchen. Hier hat Selmer mit seinen alten Saxofonen (Balanced Action, Super Balanced Action, Mark 6) vor allem eine perfekte Kombination aus leicht gängiger Mechanik (das war der große Entwicklungsschritt von Selmer) und einem interessanten Klang geschaffen.

In Puncto Mechanik hält  das Yamaha mit jedem anderen Saxofon locker mit, ist vielleicht sogar der Marktführer. In Puncto Klang gehen die Meinungen auseinander und das ist schön und gut so 😉

 

  1. Mit welchem Lernsystem soll ich starten?

Mittlerweile gibt es auch im Saxofonbereich verschiedene Lernformen. Welche Lernform die bessere ist, muss jeder für sich entscheiden. Dabei spielen Vorwissen, verfügbare Zeit, Finanzkraft und individuelle Ansichten und Wünsche eine Rolle. Hier die wichtigsten Lernformen mit Vor- und Nachteilen:

4.1. Persönlicher Unterricht bei einem Saxofonlehrer:

Positiv:

  • wird oft regelmäßig im Wochenrhythmus gehalten, daher ist ein möglichst kontinuierlicher und überwachter Fortschritt sehr wahrscheinlich
  • direktes Feedback vom Lehrer an den Schüler: Motivation, Korrekturen, Anregungen
  • Der Lehrer kann direkt auf den Schüler eingehen, schnell seine Probleme lösen

 

Negativ:

  • Teuer im Vergleich zu anderen Formen
  • Zeitaufwendig

 

4.2. Autodidaktisch – sich das Spielen also selber beibringen:

Positiv:

  • Dazu kauft man sich ein Saxofonbuch und spielt die Kapiteln selbständig durch.
  • Diese Form funktioniert vor allem bei Musikern, die schon ein Instrument spielen, insbesondere bei Klarinettisten und Flötisten.
  • Man ist frei: wählt seine Musik, sein Tempo

Negativ:

  • Gefährlich ist hier das fehlende Feedback, denn gewisse Elemente sind nicht einfach, selbständig zu lernen – vor allem im Fortgeschrittenenbereich.
  • Ohne musikalische Vorerfahrung ist diese Lernform sehr mühsam, da das motorische Feingefühl in Fingern und Lippen erst aufgebaut werden muss.

 

4.3 Das Lernen mit Videos und Software:

Negativ:

  • Hier fehlt grundsätzlich auch das Feedback, man weiß also nicht, ob man Ansatz, Artikulation, Atmung etc. richtig ausführt.
  • kein persönlicher, direkter Kontakt zu einem Lehrer

Positiv:

  • Man kann mit dem Lernmaterial zeitlich grenzenlos arbeiten
  • Das Material ist sehr genau und detailliert: kleine Lernschritte, motivierende Playbacks
  • Der Lehrer im Video kann ganz genau beobachtet werden, ein großer Vorteil für das Imitieren der Musik
  • Das Lerntempo ist völlig frei, man kann zeitlich pausieren und wieder weiter spielen
  • der Preis ist sehr günstig

 

TIPP: Man kann die Lernformen kombinieren. Es spricht nichts dagegen, persönlichen Unterricht mit Videokursen zu kombinieren. Jeder muss für sich entscheiden und probieren. Wichtig: Mit der Wahl einer Lernform hat man keine endgültige Entscheidung getroffen. Man kann im Prinzip auch in der Folge zu jederzeit auf eine andere Lernform wechseln, man hat also nichts verloren.

Ich möchte hier kurz auf meinen kostenlosen Einstiegskurs mit Videos hinweisen: www.saxofonlernen.com

 

Was brauche ich, um mit dem Saxofon erfolgreich zu starten?

 

  1. Du brauchst ein einwandfrei funktionierendes Saxofon

Natürlich brauchst Du ein Saxofon für den Einstieg. Nur – welches nimmst/kaufst du? Ganz einfach: ein “funktionierendes” Saxofon. Was aber macht ein funktionierendes Saxofon aus? Für mich hat ein funktionierendes Saxofon grundsätzlich zwei Kriterien, die es in jedem Falle erfüllen muss: 1. Die Töne müssen leicht anspielbar sein. 2. Die Intonation sämtlicher Töne der 1. und 2. Oktave soll einigermaßen gleichmäßig und akzeptabel sein.

Zu Punkt 1. ist natürlich zu ergänzen, dass bei der leichten Ansprache vor allem das richtige Mundstück und Blatt notwendig sind – dies sei aber hier vorausgesetzt. Das Saxofon muss also mit einer optimierten Mundstück/Blatt-Kombination leicht ansprechen – von tief bis hoch. Das ist zweifellos keine Selbstverständlichkeit vor dem Hintergrund der komplexen Mechanik des Saxofons!

Zu Punkt 2: Kein Naturinstrument ist in perfekter Intonation gebaut. Aber es gibt bei den Saxofonen schon erhebliche Unterschiede. Bei den meisten Saxofonen tendieren dieselben Töne in dieselbe Richtung: z.B. intoniert bei sehr vielen Saxofonen das gegriffene d2 und e2 zu hoch … usw. Dieses Phänomen ist physikalisch durch die Bauweise des Instrumentes erklärbar, in der man ständig Kompromisse zwischen der Feinintonation der einzelnen Töne finden will.

Die leichte Ansprache (Punkt 1) ist nicht unbedingt altersbedingt, sondern ein Ergebnis der Feineinstellung der Mechanik durch einen kompetenten Serviceman. So kann er ein 100 Jahre altes Saxofon perfekt einstellen und die Töne sprechen butterweich an.

Will man aber ein gebrauchtes Saxofon kaufen, so empfehle ich, das Instrument VOR dem Kauf unbedingt zu testen: auf leichte Ansprache, Intonation und etwaige verborgene Schäden (Stauchungen des Korpuses durch Stürze).

Neue Saxofone sprechen erwartungsgemäß gut an, falls sie das nicht beim ersten Anspielen machen, so kann man hier die Gewährleistung geltend machen. Dazu ist es natürlich ratsam bei einem inländischen Händler zu kaufen!

Und hier sind wir schon beim nächsten Punkt: WO kaufst Du ein Saxofon?

Im Idealfall kaufst Du ein Saxofon bei einem Händler MIT Servicewerkstätte mit der Betonung auf Service! Im Zweifel würde ich sogar einen etwas höheren Kaufpreis dafür bezahlen, dass dieser Verkäufer ein noch besserer Reparateur und Servicemann ist. Denn früher oder später braucht jedes Saxofon einen Service, bei dem die Mechanik nachjustiert wird. Und spätestens hier ist man dann heilfroh, wenn man das Instrument in geschickte und erfahrene Hände (zurück)geben kann.

Hat man keine solche Werkstätte in der Nähe, so kann man immer noch bei seriösen Onlineshops kaufen und hat hier auch lange Gewährleistungs- und oft auch Rückgabemöglichkeiten.

Bei einigen Händlern kann man sogar Saxofone über verschiedene Laufzeiten hinweg mieten und zahlt z.B. bei 20 Raten monatlich 15 Euro – ein extrem günstiges Einstiegsangebot!

Bei Onlineshops reihe ich nach folgenden Kriterien:

  1. Im Inland die Hauptniederlassung
  2. Telefonisch erreichbar
  3. Eigene Reparaturwerkstätte angeschlossen.

Diese 3 Kriterien (und sogar noch Saxofonvermietung) erfüllt z.B. das Bayerische Musikaus Kirstein in der Nähe von Landsberg am Lech. Natürlich bietet auch Musikhaus Thomann enorm gute Konditionen und extrem guten Service.

Hier ein kleiner Tipp: Nach meinen Erfahrungen orientieren sich mittlerweile alle regionalen Musikshops, Onlinehändler an den Thomann-Preisen. Die Shopinhaber kennen die Thomannpreise und wissen, dass sie sich nach diesen Preisen ausrichten müssen.

Thomann ist also nicht der günstigste, hat aber die größte Auswahl und einen genialen (Liefer-)service.

 

  1. Equipment

Mit Equipment meine ich Mundstück, Blätter, Bißplatten, Saxofongurt

Mundstücke:

Hier gibt es mittlerweile eine unüberschaubare Zahl von Herstellern und eine kleine Zahl von Marktführern. Mundstückpreise variieren von 50 bis 700,- Euro. Der Unterschied liegt in der Ansprache ALLER Töne, der Intonation, des Klanges, des Materiales.

Ein gutes Mundstück soll also zunächst mal gut ansprechen über den gesamten Tonumfang und eine gute Intonation sollte nicht zu schwer zu erreichen sein.

Bezüglich der Ansprache muss man das Mundstück unbedingt testen, hier gibt es sogar innerhalb einer Serie enorme Unterschiede.

Hinsichtlich der Intonation ist die Lage einfacher: So sind Mundstücke mit enger Bahn (Abstand zwischen Blattspitze und Mundstückspitze) leichter zu intonieren als Mundstücke mit offener Bahn.

Deshalb rate ich für den Start zu einem supereinfachen, verlässlichen und günstigen Mundstück: Yamaha 4C! Dieses Mundstück gibt es für Alt-, Sopran- und Tenorsaxofone für ca. 50 Euro zu kaufen. Dazu eine passende Blattschraube und z.B. Blätter von Vandoren Classic – Stärke 1,5 – und man hat ein verlässliches Equipment für den Start.

Mit dieser Kombination hat man natürlich keinen brillanten Sound, aber am Anfang braucht man vor allem verlässlich ansprechendes Material.

Auf das Mundstück klebe ich feine Gummibißplatten. Damit berühren meine oberen Schneidezähne nicht direkt das harte Mundstück, sondern liegen quasi auf einem leichten Gummi auf. Das Gefühl ist angenehmer und das Mundstück kann besser fixiert werden.

Bißplatten sind günstig und halten auf einem Mundstück für gewöhnlich mindestens ein Jahr oder länger. Damit schonen wir sowohl die Schneidezähne als auch das Mundstück.

Allen meinen Schülern empfehle ich zudem einen Saxofongurt mit Karabinerhaken. Damit kann der Gurt nicht aus der Öse am Saxofon rutschen, ein plötzliches Hinunterfallen wird unmöglich. Vor allem in den ersten Wochen ist man in der Handhabe des Instrumentes noch nicht routiniert. Unachtsamkeiten kommen hier immer wieder vor und es genügt eine kleine Bewegung, ein Ruck, eine Drehung – und das Saxofon geht zu Boden! Ein Karabiner verhindert diese Sax-Katastrophe 😉

 

  1. Notenmaterial

Im nächsten Schritt musst Du oder dein Lehrer das Notenmaterial bestimmen, mit dem du Griffe, Stücke, Rhythmen usw. lernst. Ich habe mittlerweile mehr als 15 Anfänger-Saxofonbücher. Jedes Buch ist für sich sehr gut. Die Aufgabe eines Lehrers ist es, für jeden Saxofonanfänger das für ihn geeignete Buch zu verwenden: Es gibt Bücher die von Beginn an sehr anspruchsvoll – also sehr schwierig – sind, und es gibt Bücher, die geben dem Schüler Zeit und sind sehr langsam und ausführlich.

Willst Du selber Saxofon autodidaktisch lernen, so empfehle ich dir das Saxofonbuch von Klaus Dapper. Dieses Buch ist im Mittelfeld einzuordnen – nicht zu schwierig, nicht zu leicht. Die ersten 15 Kapiteln sind sehr gut, danach wird es aufwendiger, zum Teil stufenweise sehr schwierig. Ab diesem Zeitpunkt muss man den Sprung zu anderen Büchern und Heften machen.

Die Grundlagen am Start sind für alle späteren Stilrichtungen gleich. Egal ob du jetzt schon weißt, dass du später nur Jazz, nur Rock, nur Klassik etc. spielen wirst…,

in den ersten Jahren sollen alle Saxofonisten eine solide Grundlage bestehend aus Tonbildung, Artikulation, Technik aufbauen. Mit dieser soliden Basis und Beherrschung des Instrumentes kann dann jeder “seinen Weg” einschlagen.

 

  1. Ablageplatz für das Saxofon

Wo lege ich mein Saxofon ab, wenn ich nicht spiele. Dieses Thema ist von enormer Bedeutung, weil es die Häufigkeit des Spielens beeinflusst!

So wie wir nach Süßigkeiten greifen, wenn sie auf dem Tisch liegen, genauso werden wir häufiger Saxofon spielen, wenn es auf dem Tisch liegt.

Also: Süßigkeiten weg und dafür Saxofon her! 😉

Im Ernst: ich empfehle allen meinen Schülern, das Saxofon unbedingt ausgepackt und möglichst spielbereit (Blatt abmontieren und neben das Saxofon legen) auf einem sicheren Platz z. B. auf einen Tisch oder Sideboard abzulegen. Damit fällt das Instrument ins Auge und in weniger als 20 Sekunden (Montage des Blattes) kann man losspielen!

Wie bei allen anderen Lernfeldern spielt die Häufigkeit des Saxofon-Übens/Spielens eine extrem wichtige Rolle.

Daher ist eine guter und sichtbarer Ablageplatz enorm wichtig.

Ich habe zum Beispiel in 2 verschiedenen Räumen meine Saxofone auf Tischen liegen. Meistens lasse ich das Mundstück auf dem Saxofon, es ist aber ratsam, das Mundstück vom Saxofon zu nehmen, da es sich sonst am Korkring des S-Bogens festsaugt.

Somit habe ich meine Faulheit ausgetrickst und spiele öfter am Tag, wenn auch nur manchmal für ein paar Minuten.

Dieses Thema wird aus meiner Erfahrung unterschätzt

 

  1. Übungsplätze

Wo wir schon beim nächsten Thema ankommen: Übungsplätze.

Übungsplätze müssen “Wohlfühlplätze” mit einer Mischung aus Inspiration und Funktionalität sein. So sieht mein Übungsplatz aus: Auf dem Schreibtisch steht mein Notebook mit verschiedenen Softwareprogrammen und Dateien, die ich zum Üben verwende. Gleich daneben steht mein Keyboard. Hier verwende ich oft die Metronomfunktion und das Notenpult als meinen Notenständer und natürlich übe und spiele ich auch immer wieder auf dem Instrument. Daneben habe ich einen Mikrofonständer mit Mikrofon und ein Interface mit Kopfhörer. Mit dieser Kombination nehme ich regelmäßig mein Saxofonspiel zum Beispiel auf Garage Band auf. Die Wände dieses Zimmers schmücken Saxofon(isten)bilder und Regale mit Büchern, CDs, Noten und Instrumentenkoffer. Die Akustik ist in Ordnung – nicht zu trocken nicht zu hallig. Der Raum hat eine Außentür und ein Außenfenster, ist also einigermaßen hell. Und der Raum befindet sich am anderen Hausende der Schlafzimmer, sodass die Familie ihren wohlverdienten Schlaf findet, während ich mich zur selben Zeit am Saxofon austoben kann.

Damit kann man die wichtigsten Elemente eines guten Übungsplatzes sehr gut verstehen. Ein Übungsplatz sollte aus meiner Sicht haben:

  • Platz für dich und das Saxofon
  • Platz für Noten (Notenständer)
  • Trennung von anderen Wohnbereichen
  • Freundliche und motivierende Einrichtungen (Bilder, Licht)
  • eine motivierende Akustik (aber nicht zu hallig)

Die Akustik des Übungsraumes ist ein wichtiges und oft diskutiertes Thema. Gleich neben meinem Übungsraum befindet sich die Autogarage mit “Riesenakustik”. Manchmal – eher zufällig – wenn ich stehe, gehe ich rüber und spiele plötzlich wie in einer Klang-Kathedrale, das macht wirklich Spaß. Zu viel Hall (wie in Garagen, Duschen oder Bädern) ist für das dauerhafte Üben nicht ratsam, weil man sich für den Saxofonklang sehr wenig anstrengen muss. Umgekehrt wäre das Üben im Freien wohl wirklich am sinnvollsten, aber durch den fehlenden Hall wird das Üben doch sehr mühsam, jeder Ton verklingt sofort, es gibt nahezu keine Reflexion, es sei denn, man spielt dicht an einer Wand.

Sitzen oder Stehen?

Natürlich Stehen! Im Stehen sind die Körperbewegungen harmonischer, die Energie fließt ungehindert, die Konzentration ist höher, aber auch der Energieverbrauch ist höher. Im Sitzen kann man länger spielen und wenn man konzentriert an der Stuhlkante mit aufrechtem Oberkörper und guter Fußhaltung (beide Fußsohlen zur Gänze am Boden) sitzt, ist in dieser Haltung ein gutes Musizieren selbstverständlich auch möglich. Unzählige Orchester und Bigbands beweisen das.

 

  1. Ziele

Es gibt nichts besseres am Saxofonstart als ein starkes und konkretes Ziel.

Ziele können und sollen vielfältig sein: Einen bestimmten Song (Take Five, Pink Panther etc.) zu spielen, oder bei einer bestimmten Band/Orchester mitspielen.

Natürlich sind EIGENE Ziele die besten Ziele. Sie bewirken Motivation und Energie, um dieses Ziel zu erreichen.

Nimmt man Unterricht bei einem Lehrer so gibt meistens der Lehrer die Wochenziele im Rahmen von Hausaufgaben vor. Das hat den großen Vorteil, dass der Lehrer abschätzen kann, was innerhalb dieser Zeit leistbar ist und man zudem nach einer Woche vom Lehrer auf diese Ziele geprüft wird.

Lernende Erwachsene haben gegenüber lernenden Kindern im Bereich des Lernfortschrittes keine Nachteile. Aus meiner Erfahrung lernen sie genau so schnell, manchmal schneller. Erwachsene unterscheiden sich von Kindern im Lernprozess in zwei Punkten:

  • sie sind strenger mit sich selber, weil sie viel genauer sind
  • sie üben mit größerem Ernst

Diese zwei Punkte können im Hinblick auf Ziele zugleich Vor- und auch Nachteile sein: Erwachsene erreichen mit gleichem Zeitaufwand das gleiche Niveau meist schneller als lernende Kinder, sie spielen mit größerer Genauigkeit! Zugleich tendieren sie zu größerer Unzufriedenheit, weil sie meist schon genauere Vorstellungen von ihren Zielen haben.

Für die Definition von Zielen bei Erwachsenen gebe ich daher folgende Ratschläge:

  • Ein EIGENES konkretes Ziel soll definiert werden
  • Das konkrete Ziel sollte man in ca. einem Jahr, maximal 2 Jahren erreichen
  • Ist das Ziel noch größer und daher zeitlich weiter entfernt (Mitwirkung in einer Bigband), so soll man unbedingt halbjährliche und jährliche EINFACHE ZWISCHENZIELE haben (z.B. dieses Buch spiele ich bis 12.10.2019 durch …)
  • Ziele sind nicht unbedingt starr, je nach Lebenssituation muss man sie anpassen
  • Ziele müssen unbedingt MOTIVIEREN, nur dann sind sie sinnvoll. Angstgedanken oder Kraftlosigkeit bzw. Resignation sollten beim Gedanken an ein Ziel auf keinen Fall auftauchen. Dann ist das Ziel falsch definiert!
  • Ziele müssen in einem Aktionsplan umgesetzt werden: Dieser Aktionsplan beantwortet, was du TUST, um das Ziel zu erreichen. Also was brauchst Du dazu (Noten, Zeit, CDs, Unterrichtsstunden), wem brauchst Du dazu (Lehrer, Musiker …)
  • Letztendlich entsteht aus den Zielen ein (wöchentlicher, monatlicher) Übungsplan. Hier muss man keine Wissenschaftsarbeit entwerfen, sondern einen “Fahrplan” durch eine Übungsstunde mit den wichtigsten Übungsthemen auflisten. Aus meiner Erfahrung reicht ein wöchentlicher Übungsplan, denn die Themen sollten ja unbedingt über mehrere Tage in gleicher Weise wiederholt werden, und spontane Änderungen ergeben sich sowieso 😉

 

  1. Motivation

Du brauchst ständige Motivation zum Spielen. Diese Motivation MUSST du selber ORGANISIEREN. Bitte nicht warten, bis jemand anruft oder dich zum Saxofon hinstupst!

Im Grunde sind hier die “Motivierer” – also die Inhalte – leicht zu finden, schwieriger ist die zeitlich KONSTANTE Motivation über Wochen und Monate hinweg. Deshalb immer einen kleinen Plan machen. Zum Beispiel in JEDEM MONAT:

  • eine Saxofon-CD kaufen
  • ein Saxofon-Konzert besuchen
  • den Saxofon-Podcast hören
  • auf Youtube ein Video ansehen
  • einen kleinen Konzertauftritt spielen

So ein Monatsplan ist in 5 Minuten aufgestellt und du ziehst daraus enormen Profit, weil deine Energie hoch bleibt!

 

  1. Übungsplan

Das Üben nach einem konkreten Übungsplan ist alternativlos. Ohne Übungsplan überlässt man seinem Fortschritt dem Zufall und man verliert viel Zeit und Energie.

Ein Übungsplan gibt dir einen klaren Fahrplan durch deine Übungszeit. Darüber hinaus wird ein intelligenter Übungsplan die einzelnen Themen in geschickter Reihenfolge auflisten. So wird z.B. das 1. Thema (Atmen) die perfekte Vorübung für das folgende Thema (Tonübungen) sein.

Ein Übungsplan muss nicht superdetailliert sein. Es reichen die 4 – 8 Punkte. Hast Du Unterricht bei einem Lehrer, so wird er dir meist eine Hausaufgabe geben und hoffentlich dazu, einen Übungsplan, wie du die einzelnen Stücke, Übungen und Etüden am einfachsten durchspielst.

Ziel des Übungsplans:

Ziel und Grundlage des Übungsplan muss es sein, das Üben und somit auch den Fortschritt so leicht und einfach wie möglich zu machen.

Üben darf nicht anstrengend sein. Spielfehler sollen so gut wie nicht vorkommen. Der Übungsplan soll diese Ziele sicherstellen!

Um dir zu helfen, kannst Du hier ein leeres Übungsplanformular herunterladen: HIER KLICKEN – ZUM ÜBUNGSPLAN-FORMULAR

 

Viele Spaß mit dem Saxofon!

Joe

 

9 unschlagbare Vorteile des Saxofons

Episode hier anhören:

Ich freue mich auf eine gute Bewertung bei i-tunes!

 

 

Das Saxofon hat immer die Nase vorn! Es ist DAS Instrument meiner Wahl. Natürlich hinkt jeder Vergleich. Natürlich bin ich in meinen Einschätzungen subjektiv. Und vielleicht würde ein Trompeter, Pianist oder Schlagzeuger ähnliche oder ganz andere Argumente für SEIN Instrument finden!

Die 9 unschlagbaren Vorteile, die ich hier anführe spiegeln aber die enorme Beliebtheit des Instrumentes wieder. Das Saxofon ist in der modernen Musikwelt das führende Blasinstrument! Nicht weil es nur einfach zu spielen ist, nicht weil es einfach sehr gut aussieht, nicht weil es aufregend klingt,

sondern weil das Saxofon eben alle diese Vorteile in einer unschlagbaren Kombination vereint!

 

  1. Das Aussehen

Schon allein die geschlungene Form ist ein Hingucker. Dazu die Haltung des Instrumentes vor dem Körper: Die Armhaltung ist ähnlich eines Fahnenträgers. Das Instrument wird in der Vertikalen gespielt, geht mit dem Ende in die Tiefe, das letzte Teilstück zeigt aber wieder nach oben. Die Form wirkt offen, positiv und energiegeladen!

Saxofone werden an einem Halsgurt eingehakt, der damit Arme und Hände entlastet. Auch ohne Saxofon wirkt dieser Gurt wie eine Medaille, meist edel und schwarz! Viele Saxofonisten erkennt man daher im Bühnenbereich auch ohne Instrument, eben am Halsgurt.

Das Material des Instruments kann variieren. Von gold-glänzend über Silber, Bronze bis zu Kunststoff ist alles möglich. Der schützende Klarlack  bringt das Instrument zum glänzen. Manche Saxofonisten haben ihn bewusst vom Instrument entfernt. Das Saxofon erhält damit ein mattes und erdiges Aussehen. Es kursiert sorgar die Meinung, das die Entfernung des Schutzlackes zu einem noch besseren Klang führt ….

 

  1. Tonlich flexibel

Ich kenne kein Naturinstrument, das man klanglich so variabel spielen kann. Die Bandbreite ist enorm: vom klassischen cello-artigen Klang, der dunkel und samt-weich klingt bis zum extrem aggressiven und schrillen Sound der Pop- und Rocksaxofonisten.

Viele Komponenten bewirken in Summe diese Flexibilität, hier die wichtigsten:

  • die eigene Klangvorstellung bewirkt unterschiedliche Hohlräume im Mund- und Rachenraum sowie unterschiedliche Lippen- und Kinnspannungen
  • die Wahl des Saxofonblattes
  • die Wahl des Mundstückes
  • die Wahl des Materials: Silber bewirkt einen hellen Klang, Bronze einen dunklen Klang

 

  1. Das Saxofon kann alle Stimmlagen abdecken

Ein Saxofonist kann in allen Stimmlagen spielen. Vom Sopran bis zum Bass. Dazu braucht er die unterschiedlichen Saxofongrößen: Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass.

Das Griffsystem ist auf allen Saxofonen gleich: Damit startet ein Saxofonist auf einer beliebigen Größe – z.B. Altsaxofon – und kann damit automatisch auch alle anderen Saxofongrößen spielen!

Viele Saxofonisten spielen zwei oder noch mehr Saxofongrößen. Die meisten Saxofonisten besitzen ein Alt- und ein Tenorsaxofon, wobei sehr oft ein Instrument als Hauptinstrument gesehen wird.

Eine Saxofongröße als “Hauptinstrument” zu behandeln ist deshalb sinnvoll, weil das Feingefühl für die Saxofonmechanik und für die Lippentechnik auf diese Weise am besten entwickelt werden kann. Denn obwohl das Saxofon, grundsätzlich sehr einfach zu spielen ist, müssen vor allem die fortgeschrittenen Saxofonisten zur Verbesserung ihrer Technik sehr präzise und feine Bewegungen durchführen. Würde man hier ständig zwischen unterschiedliche Saxofongrößen wechseln, bekämen Finger und Lippenmuskel für ihre Mikrobewegungen ständig widersprüchige Informationen.

Und natürlich gibt es auch Saxofonisten, die mehrere Größen auf extrem hohem Niveau beherrschen. Diese Fertigkeiten werden aber nur mit einem guten Übungskonzept und einem intelligenten Setup (Mundstücke und Blätter) – und mit vielen Übungsstunden erreicht 😉

 

  1. Das Saxofon spielt in allen Musikrichtungen

Natürlich ist das Saxofon “DAS Symbolinstrument” für Jazz. Es wurde auch spieltechnisch von vielen Jazzsaxofonisten enorm weiterentwickelt. Vor allem die einfache Griffweise hat diese Entwicklung begünstigt.

Aber mittlerweile finden wir Saxofonisten in allen Musikrichtungen: Rock, Pop, Folk, Klassik, Moderne, Folklore bis zur neuen Volksmusik! Diese Entwicklung lässt sich vor allem durch das ständig steigende Ausbildungsniveau und durch die vielen extrem guten Mundstückhersteller erklären. Dadurch kann das Saxofon tatsächlich in jeder Klangfarbe und Lautstärke gespielt werden.

Folglich haben Saxofonisten jetzt auch die Möglichkeit in allen erdenklichen Formationen zu spielen: Bigband, Blasorchester, Streichorchester, Duo, Trio, Quartette.

Das Saxofon hat nämlich ein Klangspektrum, das für die Vermischung mit anderen Instrumenten oder auch anderen Saxofonen hervorragend geeignet ist. Es kann klanglich und akustisch dominieren, es kann aber auch in den Hintergrund treten.

Meine klanglich bevorzugten Duokombinationen sind:

Sopransaxofon & Akkordeon

Altsaxofon & Gitarre

Tenorsaxofon & Klavier

 

  1. Mobilität

Saxofone sind einfach zu transportieren. Ob im Urlaub, auf Geschäftsreise oder auf Konzerttour – das Saxofon ist schnell eingepackt und im Kofferraum verstaut.

Für jede Reiseart (ob Fahrrad, Auto, Zug oder Flugzeug) gibt es mittlerweile Spezialkoffer in allen erdenklichen Farben und Materialien. Hervorragende Koffer erhält man im Fachhandel bereits für weniger als 100 Euro!

Auf der Konzertbühne oder im Club haben Saxofonisten den überragenden “Vorteil der Einfachheit”. Ausgepackt und sofort zusammengesteckt – in nicht einmal einer halben Minute ist man spielbereit. Keine lästige Verkabelung, Mikrofone, Ständer oder Verstärker mit Lautsprecher sind notwendig! Ich spiele in fast allen Clubauftritten ohne Mikrofon.

Und wenn ich ein Mikrofon – z.B. für Open-Air-Bühnen – benötige,dann gibt es ganz einfache Lösungen: Clip-Mikrofone die man auf dem Becher klippt – mit Funk oder ohne Funk.

Einfache Einstellung und los gehts.

 

  1. Das Saxofon ist ein “einfaches” Start-Instrument

Folgende Fakten sprechen dafür:

  • Das Griffsystem ist das einfachste aller Instrumente: Die Griffe in den zwei Hauptoktaven sind exakt gleich mit dem Unterschied der gedrückten oder nicht-gedrückten Oktav-Daumenklappe. Der Saxofonist greift also z.B. ein a1 genau so wie ein a2 (hier mit Daumen). Dieses Griffsystem macht das Erlernen von Tonleitern, Skalen und Dreiklängen extrem einfach.
  • die Tonproduktion ist relativ einfach im Vergleich zur Klarinette, Oboe, Querflöte, Trompete etc. Mundstück und Blatt ist relativ größer, sodass vor allem am Beginn bereits mit “relativ wenig” Feingefühl ansprechende Tonergebnisse produziert werden können.
  • Der Saxofonist drückt mit seinen Fingern immer nur auf Metallklappen, die wiederum die Löcher im Korpus verschließen. Im Gegensatz dazu müssen Querflötisten, Oboisten, Klarinettisten, Flötisten ihre Finger Millimeter-genau auf tatsächliche Löcher legen, um dieses abzudecken. Wer schon einmal diese Instrumente gespielt hat, weiß genau, wie schwierig das sein kann.

Aber Vorsicht! Bitte nicht falsch verstehen: Das Saxofon ist das Instrument mit der steilsten Lernkurve in den ersten Monaten und Jahren. Die Lernfortschritte in den ersten Monaten sind oft spektakulär – je nach Voraussetzungen und Vorwissen der Einsteiger. Je weiter sich der Saxofonist aber entwickelt, umso flacher wird seine Lernkurve. Schließlich bewegt sich ein sehr fortgeschrittener Saxofonist im gleichen Fortschrittstempo wie andere Instrumentalisten auch.

 

  1. Der günstige Einstiegspreis

Neue Saxofone kann man jetzt bereits in einem seriösen Zustand für ca. 250 Euro bei einem verlässlichen Händler in Deutschland kaufen. Diese Saxofone werden vor dem Versand in der Fachwerkstätte nochmals überprüft: funktioniert die Mechanik, decken alle Polster, sind alle Schrauben festgezogen, sind die Teilstücke passgenau …

Damit bekommt man ein solides Einstiegsinstrument und kann die ersten Saxofonschritte mit einem verlässlichen Instrument gehen.

Die zentrale Frage, die hinter jedem Saxofonkauf stehen muss ist: Was macht ein qualitativ gutes Saxofon aus? Was ist Pflicht und was ist Kür?

Zu den unbedingt notwendigen Anforderungen eines Saxofons zähle ich:

  • Die Töne müssen leicht ansprechen: dazu müsssen das Mundstück und Blatt zusammenpassen und die Polster exakt eingestellt sein
  • Das Instrument muss eine gute Intonation aufweisen, was bis zu einem gewissen Grad auch durch die Einstellung der Klappen und Polster erreicht werden kann.
  • Das Instrument muss verlässlich verarbeitet sein: relativ hartes Metall in der Mechanik, damit es zu keinen Verbiegungen kommt; beständiges Material bei den Polstern, damit diese die Löcher dauerhaft gut abdecken können.

Der Rest ist Kür: Tonfarbe, Aussehen, Klang …

Für ca. 250 Euro sind aktuell tatsäch bereits Saxofone mit diesen Anforderungen erhältlich, also verlässliches Material, mit dem man seine Saxofontöne schon genießen kann.

Natürlich gibt es – wie bei allen anderen Musikinstrumenten – Top-Qualitäts-Saxofone, die ein Vielfaches dieses Einstiegspreises kosten, aber für den einfachen Start wird das oben genannte Einstiegsmaterial reichen.

Wer bereits am Anfang mehr investieren will, der soll natürlich z.B. ein Yamaha-Saxofon für ca. 800 – 1000 Euro kaufen. Diese Instrumente sind im langfristigen Preis-Leistungs-Verhältnis – und ich spreche hier von Jahrzehnten – nahezu unerreicht. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein Lebern lang seine wahre Freude am Saxofonspiel haben.

Will man dieses Qualitätsniveau mit anderen Instrumenten wie Geigen, Klaviere, Klarinetten, Querflöten oder vielleicht sogar Harfen vergleichen, so wird man sehr schnell feststellen, wie preisgünstig Saxofone im allgemeinen sind.

 

  1. Wenig Üben

Ich schreibe nicht gerne über dieses Phänomen, aber man muss es erwähnen: Immer wieder sieht man Gitarristen, Pianisten, Sänger in Bands, die bei einer oder zwei Nummern plötzlich zum Saxofon greifen und souverän losspielen! Wie kann das möglich sein, da es offensichtlich nur das “zweite oder dritte” Instrument ist?

Hier komme ich wieder auf die “schnelle Lernzeit am Saxofonstart” zurück. Musiker, die bereits ein Instrument spielen können durch ihr Vorwissen sehr schnell Saxofon lernen:

  1. Die Tonproduktion ist relativ einfach (vgl. Klarinette, Querflöte, …)
  2. Das Griffsystem ist absolut einfach

Daher können sie sehr schnell einfache Pop-Melodie mit dem notwendigen “Feeling” aufladen und große “Wirkung” erzielen. Natürlich erkennt der geübte Hörer/Saxofonist sofort, ob hinter der gespielten Melodie eine “seriöse und dauerhafte Übungsarbeit” steckt, oder ob man schnell ein paar Saxofoneffekte erzielen möchte. Aber bis zu einem gewissen Niveau können gewisse Musiker mit Vorkenntnissen mit sehr geringem Aufwand kommen. Es ist tatsächlich erstaunlich!

Diese schnelle Entwicklung ist bei allen anderen Instrumenten wie Klarinette, Querflöte, Klavier, Geige, Gitarre, Trompete usw undenkbar.

 

  1. Improvisieren

Das Saxofon ist ein zentrales Instrument im Jazz. Die relativ junge Jazz-Musik hat ein zentrales Element: die Improvisation! Improvisieren bedeutet das spontane Erfinden von Melodien, Akkorden am Instrument. Zur Vorbereitung üben Jazzmusiker Tonleitern, Skalen und Dreiklänge als Bausteine ihrer Improvisation.

Das Saxofon zeichnet sich – wie oben erwähnt – dadurch aus, dass Tonleitern, Skalen und Dreiklänge aufgrund des einfachen Griffsystems extrem leicht zu erlernen sind, weil die Griffe in den jeweiligen Oktavlagen absolut gleich sind. Dies ist auch bei der Querflöte der Fall, aber nicht bei der Klarinette.

Das bedeutet, Saxofonisten lernen in gleicher Zeit schneller zu improvisieren. Dieser Umstand führte unter anderem zur Dominanz im Jazz. Viele virtuose Spieltechniken wurden von Jazzsaxofonisten entwickelt und optimiert. Mittlerweile gibt es unzählige brillante Jazz-, Pop- und Rocksaxofonisten, die alle auf höchstem Niveau improvisieren. Dies führt wieder zur Verbesserung von Lernmaterialen (Bücher, CDs, Videos, Software etc.), was wiederum das Niveau anhebt.

Neben der leichten Grifftechnik hilft die klangliche Flexibilität des Instrumentes enorm: bereits mit einem einzig geblasenen Saxofonton kann man unterschiedlichste Klangfarben, Nuancen und Effekte erzielen, welche die Improvisation verstärken. Diese Möglichkeiten sind auf anderen Instrumenten um vieles geringer bzw. schwieriger!

Wenn ich selbstverständlicher Weise hier zunächst nur Lobeshymnen auf mein Instrument singe, so möchte ich doch auch auf zwei Knackpunkte der Saxofone hinweisen:

  1. Das Saxofon ist ein “transponierendes Instrument”: Spielt ein Altsaxofonist ein für ihn notiertes c2 in seinem Saxofonbuch, so erklingt tatsächlich ein es1. Ein Pianist/Gitarrist/Geiger/Querflötenspieler müsste also ein es1 spielen damit derselbe Ton (c2 für den Altsaxofonisten) erklingt. Saxofonisten brauchen also immer eigene Noten und können nicht dieselben Noten wie Gitarristen oder Pianisten spielen.
  2. Der Tonumfang des Saxofons nach unten ist relativ begrenzt. Dies hat zur Folge, dass man eben mehrere Saxofongrößen braucht um einen größeren Tonumfang abzudecken (nicht so bei Klarinette, Horn, Klavier, Gitarre).

 

Zusammenfassend möchte ich voraussagen, dass dem Saxofon eine goldene Zukunft bevor steht: Einfachheit & Flexibilität & Aussehen & Preis bewirken schon alleine eine unschlagbare Kombination und Anziehungskraft für Musikinsteressierte!

Nicht umsonst wurde das Saxofon erst kürzlich zum “Musikinstrument des Jahres 2019” gewählt!