Die wichtigsten Töne auf dem Mundstück

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Die wichtigsten Töne, die man auf dem Mundstück für Saxophon spielen können muss: A und G und F
Kannst du diese drei Töne spielen, dann hast du den optimalen Ansatz für Altsaxophon und Tenorsaxophon!
UNBEDINGT AUSPROBIEREN – FUNKTIONIERT GARANTIERT!

Für Altsaxofon:

Klassikansatz: ein klingendes A – gegriffen FIS

Jazzansatz: ein klingendes G – gegriffen E

Für Tenorsaxofon:

Klassikansatz: ein klingendes G – gegriffen A

Jazzansatz: ein klingendes F – gegriffen F

Mit der Kieferspannung und Lippendruck dieser Zieltöne spielst du ALLE DEINE ANDEREN TÖNE, egal ob hoch oder tief!

Viel Spaß dabei 😉

Joe

Coole Saxophonmelodie mit Obertönen

Hier eine relativ einfache Saxofonmelodie mit der Einbindung nur eines Obertons: Zuerst zeige ich die Obertonverbindung:
  1. Greife ein G2 und spiele ein G2
  2. Greife ein C1 (Grundton) und spiele weiter ein G2 (= damit der 2. Oberton)
Mit dem Griffwechsel bleibt der Ton (G2) grundsätzlich gleich. Aber der Oberton G2 (also mit c1 gegriffen) hat eine andere Klangfarbe. Der Ton klingt voller, weil mehr Luft in der Saxophonröhre schwingt. Übungsvorschlag für dich: Über zunächst eine solche Verbindung (1.) und dann spiele mit den Tönen rund um diese Verbindung herum. Ich habe auf dem Video einfach herumprobiert und meine Melodien rund um das g2 kreisen lassen. Wenn du so eine einfache Übung auswendig lernst und in dein “Repertoire” aufnimmst, bist du sehr flexibel: du kannst diesen sehr modernen Effekt bei allen Tonarten mit G einbauen, ist das nicht genial! Viel Spaß dabei! 😉 und wenn du tiefer in die Obertöne eintauchen möchtest dann: HIER KLICKEN ZUR GANZEN PODCAST EPISODE – OBERTÖNE!

Super-Tempo-Übung

Tempo will jeder haben. Es kann gar nicht zu schnell sein. Übezeit dafür ist aber immer zu wenig. Man hat ja soviel zu Tun.

Hier zeige ich meine Lieblings-Tempo-Übung. Ich übe diese Übung täglich mehrmals mit verschiedenen Skalen, Tonleitern, Melodiefiguren.

Sie bringt mir Abwechslung!

Sie bringt mir Flexibilität!

Sie bringt mir Tempo!

Es gibt keine Shortcuts (=Abkürzungen). Mit dieser Übung kommst du aber sehr schnell sehr weit!

Wichtig dabei:

1. Du musst dich immer auf einer Tempostufe superwohlfühlen, also absolut sicher spielen, bevor du zur nächsten Tempostufe gehst.

2. Sei ein Detektiv: fokussiere deine Fingerbewegung und finde deine Schwachstellen, die du dadurch verbesserst, indem du eine Tempostufe zurückgehst und LANGSAMER gang genau greifst!

Viel Spaß dabei!

Schreib mir, wie du die Übung findest!

BITTE VERZEIH DIE TONECHOS!!! WICHTIG IST, DASS DU DAS PRINZIP VERSTEHST UND SELBER GLEICH AUSPROBIERST! (du musst das Video nicht komplett durchsehen;)

Wo ist die Grenze zum Ausflippen?

Foto: Scott Paddock (aus den USA) – ein genialer Saxofonist –  spielt Saxofon auf der aktuellen Eros-Ramazzotti-Welt-Tour in großen Stadien. Scott spielt aber genauso in kleinen Clubs vor 20 oder 50 Zuschauern.

 

 

 

Ein Konzert vor 20 Leuten ist einfach.  Mit dem Saxofon auf einer Familienfeier aufzutreten ist eine schöne Geste. Aber vor 200 zu spielen, bringt dir schlaflose Nächte?

Wo ist die Grenze?

Sind 20 Zuhörer anders als 50 oder 150?

Wenn ich über diese Grenze nachdenke, dann finde ich keinen Unterschied in der Zahl.

Der Unterschied liegt für mich viel mehr im Konzertprogramm:

Ich kann mich noch gut an Klassenkonzerte im Studium erinnern: Vor vielleicht 20 Zuhörer spielte ich und meine Studienkolleg(inn)en das aktuell geübte Programm: Eigentlich immer weit über unserem Können, das war nicht souverän. Wenn man da auf die Bühne ging, konnte man sich überhaupt nicht sicher sein, wie das Konzert verlaufen würde: Fliegt man komplett raus, sind nur ein paar unmerkliche “Patzer” dabei. Je nach psychischer Stärke sind diese Konzerte manchmal wirkliche Höllenfahrten: Die Studienkollegen (und wenn es nur 5 sind) sitzen unten und schauen dir genau auf die Finger. Sie kennen die Musik supergenau. Ich möchte wirklich nicht behaupten, dass man sich über den Fehler des anderen freut, aber es herrscht ordentliche Konkurrenz in der Klasse. Einfach Wettbewerb – mit Druck! Man kann es freundlicherweise vielleicht so beschreiben: Bei missglückten Konzerten bekommt man ganz selten Mitleid. Man ist quasi im Profigeschäft und die Anforderung ist hier eben, möglichst perfekt zu spielen.

Bei einem Klassenkonzert – ich kann mich noch sehr gut erinnern – funktionierte ein Teil der Mechanik auf dem Instrument nicht. Wenige Minuten vor meinem Auftritt überprüfte ich die Mechanik und ein, zwei Töne sprachen nicht an. Mein Professor ignorierte das trotz meiner fieberhaften Erklärungsversuche (vielleicht dachte er, ich wolle mich vor dem Auftritt drücken…) Das Konzert war ein kleines Desaster. In den schnellen Passagen (und es waren viele) hörte man unzählig viele Tonlöcher, manche Melodien waren nicht erkennbar, weil markante Töne nicht losgingen …

… war ja nur ein Konzert von vielen. Hat nicht weh getan (zumindest nicht körperlich) und hat auch nicht extra gekostet! – möchte ich fast jetzt leichtfertig sagen. Aber in diesen “intensiven Momenten” und Stunden und Tage danach waren meine Zweifel am “Konzertbusiness” schon beträchtlich.

… es gibt sie also, die unschönen, stressigen Momente, Krisen, Unfälle bei Konzerten.

Mein Prof. erzählte mir einmal, dass er einmal bei einem Duokonzert von einem Pianisten begleitet wurde, der sich bei den ersten Takten den Fingernagel bei einer Klaviertaste aufriss. Sie spielten ohne Unterbrechung weiter. Am Ende waren viele Klaviertasten blutverschmiert.

Man könnte ganze Bücher mit Konzertanekdoten schreiben.

Die Zuschauerzahl spielt selten eine Rolle. Ich spiele in kleinen Klubs vor 30 oder 50 Zuhörern genauso, wie in großen Hallen oder auf riesigen Plätzen. Die Zuschauergröße ist dabei egal.

Viel wichtiger ist das Konzertprogramm.

Wenn nur irgendwie möglich, achte darauf, dass du dein Konzertprogramm zu 200 % beherrscht – du musst also echt darüberstehen – quasi im Schlaf spielen können. “200 % sind wichtig, weil 100 % zieht es dir durch die Spannung und Nervosität automatisch herunter”, sagte mir mein Prof.

Und er hat natürlich recht.

Also Fazit: Wenn du wählen kannst, spiele immer die Stücke, mit denen du dich wohl fühlst und die du supersicher beherrscht. Dann kannst du mit Genuss, Freude und Überzeugung spielen. Du freust dich auf deinen Auftritt, weil du sicher bist, dass du das Publikum überzeugen wirst und dass ihr GEMEINSAM Spaß haben werdet.

Dem Zuhörer ist es ABSOLUT EGAL, ob deine gespielte Musik (für dich) einfach oder schwierig ist, sie muss aber immer musikalisch überzeugend und mit Freude gespielt sein – das will man von uns hören.

Und dann spielt die Zuschauerzahl von 2 oder 20 oder 200 oder vielleicht 2000 überhaupt keine Rolle 😉

Es geht nich um das Saxofon!!!!

Die Klarinettistin Sabine Meyer (ein Weltstar) gewann mit 11 Jahren auf der GEIGE den größten Musikwettbewerb Deutschlands: den Bundeswettbewerb von Jugend musiziert!

Zwei Jahre später gewinnt sie wieder im Bundeswettbewerb: aber mit der Klarinette!

Bei dem hohen Niveau und der Dichte dieses Wettbewerbes wohl einzigartig!

Aber nicht selten erfahre ich von Kollegen, dass sie bereits vorher ein anderes Instrument auf hohem Niveau gespielt haben.

Und immer wieder bestätigt sich bei mir der Verdacht/die Vermutung/ und die Überzeugung, dass jeder dieser herausragenden Musiker wahrscheinlich auf jedem anderen Instrument ein großer Meister geworden wäre!

Matthias Schorn, Soloklarinettist bei den Wiener Philharmonikern, hat mich in meiner Meinung bestätigt. Er ist überzeugt, dass es keine expliziten Voraussetzungen – wie Trompeterlippen, Pianistenfinger etc. – für ein bestimmtes Instrument gibt.

Branford Marsalis sagte mir erst kürzlich, dass ihm das Saxofon, die Saxofongröße (Alt, Sopran, Tenor) eigentlich egal sind. Für ihn ist es ein bloßes Mittel für den musikalischen Ausdruck!

Heute haben wir eine Musik-Leistungsprüfung abgehalten. Die Schülerin war sehr gut vorbereitet. Sie spielte souverän, musikalisch, alles, was man sich wünscht. Und doch findet man als Lehrer natürlich immer etwas, das es zu verbessern gilt.

Meist dreht es sich dabei um die Haltung von Fingern, Händen oder auch – wie heute – um den linken Fuß, dessen Spitze nach oben gestreckt war (!!!!) – und zwar bei der kompletten Prüfung!

Musikmachen ist ein Körpergefühl, ist Körperausdruck, ist Körperarbeit. Wir Musiker sollen in der eigentlichen Grundhaltung so entspannt wie möglich spielen – mit lockeren Schultern, lockeren – flexiblen Handgelenken – weichen “Wattefingern”.

Die Spannung entwickeln wir in der Musik selber. Sie muss sich aber entsprechend der Melodien wieder auflösen.

Zurück zum Körper: Wenn wir viel spielen, viel Musik machen, regelmäßig stundenlang üben, dann empfinden wir das Instrument sogar als verlängerter Körperteil. Das Feingefühl für das Instrument wird derart ausgeprägt und genau, dass man das Instrument beim Spielen vergißt.

Es geht also nicht um das Saxofon (obwohl so ein schönes Instrument), oder um das Klavier, die Trompete …

Es geht um unser Körpergefühl, unsere Bewegungen. Dadurch entsteht Musik. Deshalb mein Appell an euch, an uns  – und immer auch an mich (aufgrund der heutigen Erfahrung): WIR MACHEN MUSIK: Fühlen wir unsere Atmung, Fühlen wir unsere Fingerbewegungen, spüren wir unsere Zungentupfer auf dem Blatt, fühlen wir die Fußsohlen fest auf dem Boden, hören wir die Töne bevor wir sie spielen, bewegen wir uns harmonisch im Fluß unserer Musik!

Das Saxofon spielt dabei keine wirkliche Rolle! Aber es ist doch so schön, dass wir es in den Händen halten dürfen! 😉

In diesem Sinne: spüren, spüren spüren!

Gratulation an Joe Lovano als bester Tenorsaxofonist des Jahres 2019

Saxofon-Großmeister Joe Lovano wurde wieder einmal vom wichtigsten Jazzmagazin der Welt – DOWNBEAT –

zum besten Tenorsaxofonisten im Jahr 2019 gewählt. WOW! Genau genommen haben die wichtigsten Jazzkritiker für das Magazin in der sogenannten critics-poll diese Wahl vorgenommen!

 

Herzliche Gratulation, lieber Joe!

Ich traf Joe vor ein paar Wochen in München und wir hatten wirklich eine lustige Zeit. Joe erzählte mir viele Anekdoten und Geschichten, angefangen von seinen ersten Lernjahren bei seinem Vater bis hin zur Woody-Hermanns-Zeit – er hat mit den Allerbesten gespielt und zählt mittlerweile seit Jahrzehnten ununterbrochen zu den weltweit kreativsten und besten Saxofonisten – 2019 hat er wieder zugeschlagen 😉

Das gesamte Interview gibts später noch in diesem Jahr in meinem Podcast “Klappe auf” zu hören!

 

Hier zur Übersicht aller Gewinner!

 

Die Leader am Sopran – Exoten und Trendsetter

Für meinen Songkurs arrangiere ich aktuell einige wirklich schöne Lieder, darunter Petite Fleur.

Während findige Internet-Shopper sich darunter wohl zunächst trendige Schalen-BHs, Slips und Jazzpants vorstellen (Petit Fleur ist mittlerweile eine führende Unterwäsche-Marke) bedeutet der Song vor allem den Sopransax-Liebhabern hoffentlich enorm viel.

Wenn ich also ein Arrangement für Petite Fleur schreibe, dann gehe ich (in der Manier von Maestro Hanoncourt) zunächst auf das Sax-Original zurück, auf Meister Sidney Bechet (Kompositeur und Interpret auf dem Sopran) – und ich war schockiert!

Die Melodielinien fantastisch, das Vibrato aber aus heutiger Sicht schon sehr “ausschweifend”, einer Schülerin habe ich das heute vorgespielt. Wir übten gerade Vibrato und ich wollte ihr Bechets Vibrato vorspielen. Ich musste ausdrücklich dazusagen: ja das ist tatsächlich Vibrato  aus dem Jahre 1959, damals ein Welthit 10 Millionen mal verkauft.

Also Bechets Komposition = natürlich genial

Seine Melodien – (minus) Vibrato = zeitlos genial!

Im Schatten Bechets suche ich also meine Melodien, die noch an seine Lines erinnern, und doch einfach spielbar sind – ein Spagat!

Natürlich muss man hier dazu erwähnen, dass Bechet als der 1. Sopransaxofonist von internationalem Ruhm war: er verhalf diesem Instrument in der westlichen Welt zu großer Popularität. Selbstverständlich war er ein überragender Techniker, er beherrschte das Sopran und auch die Klarinette in überragender Weise.

In seinem Fahrwasser “spülte” schon  der herausragende John Coltrane bereits ein Jahr später 1960 mit My Favorite Things aus dem Salzburg-Musical “Sound of Music” das Sopransaxofon an die Spitze aller Saxofongrößen.

Natürlich darf man hier auf keinen Fall den großartigen Steve Lacy vergessen, der tragischerweise neben dem Sopran durch seinen viel zu frühen Krebstod mit Bechet verbunden ist. Lacy war ein kreativer Meister – kommend aus dem Dixieland – bis hin zu Monk und zum Impro-Kollektiv – eine extreme Entwicklung innerhalb von 45 Jahren!

Und dann … natürlich mein “Sopran-Liebling” – Meister Branford. Durch seine Melodien bei Sting bin ich persönlich zum Sopran gekommen. Branford Marsalis ist ein echter “Ohr-Spieler”. Er übt keine Patterns oder Licks, die er durch den 12-Tonarten-Fleischwolf dreht – hat er mir selber gesagt. Er ist einfach zu faul dazu, tritt lieber auf, oder übt Altsaxofon. Das hört man auch in seinem Spiel. Wenn man sich vorstellt, dass er zu Stings Musik einfach ins Studio ging – ohne Vorahnung – die Musik hörte und einfach aus dem Bauch mitspielte – dann müsste man einen Hutladen stürmen, um vor ihm alle Kappen, Hauben und Mützen zu ziehen. Nochmals: Sting war damals schon ein Weltstar als er “Englishman in New York” aufnahm. Branford riskierte also enorm, aber wer ihn kennt, der weiß, dass nur er mit seiner “Charakterstärke” solche Sopranwunder mit 26 Jahren(!!!) zustande bringen konnten!

Natürlich spielen heute auf dem Sopran unzählig viele Saxofonisten wirklich außergewöhnlich saugut – du kennst sie sicher: Jane Ira Bloom (aus New York), Emile Parisien (Europa-Top und sehr vielseitig), ja und dann natüüüürrrlich: Kenny G – der Softjazz-Großmeister, dessen White Christmas ich schon mmal in der Ankunftshalle des Shanghai-Airport Anfang März über alle Lautsprecher hören durfte.

Habe ich jemanden vergessen: 100e, 1000e, aber sicher nicht Wayne und Jan, Dave, Dexter, Archie, John, Anthony, Pharoah, Joe (leider nicht “Mayer” sondern Farrell), Grover, Bill, Ronnie, und Charles, und Chris und Joshua und Seamus, oder Asya Fateyeva, die Klassik-Sopran-Queen aus Berlin.

Alle schauen zurück auf Bechet und seiner kleinen Blume, und keiner hat sich je wieder an die Blume gewagt, bis auf Hugo Strasser und Victor Goines (durfte das wohl nur unter der Aufsicht von Großkonservator Wynton Marsalis), welche aber beide wieder vorsichtshalber auf die Klarinette auswichen.

Bleibt also wieder nur Bechet, Bechet, Bechet. Mercy beaucoup Monsieur Sidney!

 

Notfall mit Serviette

Heute spielte ich mit meiner Schülergruppe ein sonniges Mittagskonzert.

Gestern bereits, hatte mich eine Schülerin kontakt, dass ihr Saxofon nicht mehr funktioniere. Das c2 spricht nicht mehr an.

Heute vor dem Konzert nahm ich mir gleich das Saxofon in Ruhe vor:

Ich suchte zunächst im Oktavmechanismus. Fand aber dann, dass sich bei der Verbindungsstange, die das c2 eben richtig in Intonation bringt, ein Kork gelöst hat. Somit stand die eine Klappe ein bisschen offen und es erklang ein wunderschönes cis2, sehr schön aber eben nicht wirklich passend.

Auf diesen Defekt war ich tatsächlich nicht vorbereitet. ich musste also ein kleines Teil in der Dicke eines Korkes einbauen: ca. 2 mm dick – und es musste halten.

In meiner Not, ich reparierte das Saxofon in einem Speisesaal, nahm ich eine Serviette und einen Tesa. Ich faltete die Serviette 3mal, schnitt davon einen ca. 1 cm dicken Streifen ab und schlang diesen Streifen um die Saxofonstage. Mit Tesa habe ich die Position der Serviette fixiert. Sah wild aus, hat aber über das gesamte Konzert gehalten.

2 Lessons learned:

  1. Neben der herrkömlichen kleinen Werkstatt (Schraubenzieher aller Größen) sollte man immer auch Kleber und Kork mithaben – aber Schrauben oder Federn würde für mich zu weit gehen …;)
  2. Wenn möglich spiele unbedingt verlässliche Marken wie Yamaha, Selmer, Yanagisawa, Keilwerth. Ich habe noch nie erlebt, dass sich bei diesen Instrumenten ein Kork vom Saxofon gelöst hat…. und ich habe schon sehr, sehr viele gesehen.

Aber natürlich ist immer alles möglich, auch bei diesen Superherstellern!

 

Das Saxofon ist unglaublich einfach: Grifftechnik und Tonentstehung bewirken vor allem in den ersten Monaten und Jahren enorme Fortschritte. Die extrem leichte Spielweise wird aber erst durch diese unglaublich komplizierte Mechanik ermöglicht!

Blockflöte ist in der Grifftechnik um vieles komplizierter!

Seien wir also froh um dieses “mechanische Wunderwerk” –

und solange Konzertorte, Servietten, Tesa und Scheren verleihen ist kein Saxofonist zu bremsen 😉

Sehen ist mehr als Hören!

Natürlich sind wir Musiker auf den Höreindruck geschult und gedrillt. “Dieser und jener klingt fantastisch – oder – dieser Akkord klingt schlecht …”

Musik ist eben zunächst ein Hörereignis. Jeder, der Musik hört, und vor allem selber spielt, entwickelt automatisch ein feineres Gehör. Damit ist nichts anderes als eine Klangvorstellung (vielleicht das persönliche Ideal) und der dauernde Abgleich dieser Vorstellung mit dem aktuellen Klang (dem eigenen Ton, …)  gemeint.

Je mehr man spielt, übt, zuhört, desto feiner und vielschichtiger werden die Ohren. Ist wohl logisch, und in anderen Fächern – egal wo – werden auch mit dem wiederholten Üben spezielle Fähigkeiten entwickelt.

Doch unter Musikern gibt es einen netten – vielleicht auch gemeinen Spruch: Die Konzertbesucher sehen besser als sie hören! Dieser Gag läuft meist unter Kollegen, wenn wir über die Konzertkleidung diskutieren!

und es stimmt! – natürlich auch für mich als Konzertbesucher!

Besser angezogene Musiker spielen einfach besser, oder besser gesagt: das Publikum findet sie besser! Wer gut angezogen ist, muss doch auch gut spielen. Wer eine saubere Rasur hat, muss doch auch eine saubere Intonation haben!

Dies ist tatsächlich kein Musikergesetzt, das wirklich überall zu beobachten wäre: z. B. im Pop, und Rock erwartet man natürlich oft andere Kleidung, ist ja klar …

zurück zum Sehen!:

Ich bin definitiv der Meinung, dass zum Hören auch das ZUSEHEN gehört. Der Eindruck wird viel intensiver (z.B. ein Livekonzert oder ein Musikvideo): also mehr Emotion!

Beispiel: Ich bin ein riesiger Fan von Eric Marienthal, einem der weltbesten Altsaxofonisten. Sieh in dir in Youtube-Videos an: er lächelt, er grinst, er strahlt beim Saxofon-Spielen, seine Hemden finde ich lässig und cool – natürlich spielt er dazu absolut genial – er zählt zur absoluten Weltspitze!

Durch Eric habe ich tatsächlich wieder mehr Altsaxofon geübt. Bis Seamus Blake kam. Ein Tenorsaxofonist. Seamus ist genial, seine Anzüge sind irre – vor allem die Kombination mit Turnschuhen finde ich ein Wahnsinn für einen fast 50jährigen, aber naja! Vor allem aber ist er ein Schelm, witzig, ideenreich, er verschmelzt mit seinem Saxofon, ein mitreißender Storryteller – so genial!

… und ich wollte wieder mehr Tenor spielen!

Nur im reinen Anhören würde ich viele Eindrücke nicht haben: Die Haltung, den Gesichtsausdruck, die Bewegungen, die Interaktionen mit anderen Musikern …

Jedesmal, wenn ich mich motivieren möchte, dann klicke ich mich durch meine “Motivationssaxofonisten”: Seamus Blake, Eric Marienthal, Joshua Redman, und viele mehr!

Ich will sie sehen, nicht nur hören!

Musik wirkt bei mir am besten wenn ich höre UND sehe!