Meine Steinmauer und meine Saxofonmelodien!

Ich baue mir in unserer Hauseinfahrt gerade eine Trockenmauer. Seit einer Woche schlichte ich jeden 2. Tag Stein auf Stein. Stundenlang!

Klingt jetzt nicht so schwierig. Ist es im Grunde auch nicht. Die Aufgabe besteht darin, jede der einzelnen Steinreihen möglichst waagrecht in allen Richtungen zu legen. 3 Mauern werde ich bauen. Meine erste wird 4,50 m lang und 1 m hoch. Das sind ungefähr 10 bis 12 Steinreihen. Jede einzelne Reihe MUSS waagrecht sein.

Die Steine sind aber alles andere als gleichmäßig, schon gar nicht rechteckig. Luserna Gneis – eine wunderschöne Steinsorte aus Oberitalien – leuchtet orange, rot, braun. Für das Setzen eines einzigen Steines – im Schnitt zwischen 15 – 30 cm lang und 6 – 12 cm hoch – brauche ich ungefähr 20 Minuten.

Das Setzen ist aber meist gar nicht das Problem, denn ich muss zuvor den passenden Stein erst mal finden. Dazu habe ich 5 riesige Holzcontainer voller Steiner – wie ein riesiges Puzzle!

Diese ruhige gleichmäßige Arbeit macht aber wirklich Spaß. Man baut, Stein für Stein, man sieht sein Tageswerk.

Ganz nah am Stein schaut die Mauer fürchterlich aus, wenn man wie ich vor allem immer saubere glatte oder gemauerte Mauern kennt.

Vorgestern habe ich einen wirklich grässlichen Stein eingebaut. Er hat an der Unterkante eine so starke “Nase”, die selbst in der groben Flucht der Mauer noch deutlich herausragt.

Gehe ich 5 Meter zurück und sehe mir die Mauer im Gesamten an, so ergibt sich tatsächlich ein stimmiges und sehr schönes einheitliches Bild.

Diese Steine und auch die Mauer erscheinen mir  wie Melodien, dachte ich mir bald, als ich so in meiner meditativen Steinsuche zwischen den Steinkörben verlor, als ich wieder mal einen passenden Eckstein suchte.

Tatsächlich war ich von dem Gedanken fasziniert. Die Mauer hat sehr viel mit meiner Musik, mit meinen Melodien, gemeinsam.:

Wenn ich auf dem Saxofon Melodien spiele, dann zählt “am Ende des Tages” nur die Gesamtheit, die Einheit, der EINE Eindruck der Melodie. Natürlich besteht jede Melodie aus einzelnen (vielen oder wenigen) Tönen. Aber was uns anspricht, sind nicht die einzelnen Töne sondern die Melodie. Nur das zählt – die Melodie als EIN gesamtes Bild.

Will ich aber jetzt selber eine Melodie überzeugend spielen, die mir gefällt, oder die ich vertreten kann, die ich aufnehme und stolz online stelle, dann muss ich mich um jeden einzelnen Ton kümmern. Damit kommen wir wieder bei unseren einzelnen Mauersteinen an – den Tönen.

Welcher Ton passt wann und wo. Oder: wie forme, artikuliere und spiele ich den 3. Ton (das h”) usw. … und da sind auch manchmal einzelne schreckliche Töne dabei, aber in die Melodie passen sie doch.

Meine Melodien sind wie meine Steinmauer! Töne wie der grässliche Nasenstein, die herausragen und vielleicht zuerst stören, verschwinden im Melodieverlauf, sie gehören einfach dazu und machen die Melodie interessanter. Manchmal sind sie geplant manchmal passieren sie mir ungewollt. Das ist echt.

Trotzdem poliere ich ständig meine Steine – meine Töne – Tonübungen, Intonation, Artikulation, Bindungen – immer wieder, immer wieder – und ich genieße das auch, weil vieles gut klingt. Denn ich möchte sie ja möglichst gut beherrschen. Eckig, schroff, grässlich, unförmig werden sie von alleine, indem ich letztendlich beim Spielen nicht auf einzelne Töne sondern auf meine Melodien höre – und die sind menschlich mit allen Nuancen, Feinheiten, Fehlern und versuchter Schönheit – wie meine Trockenmauer aus Luserna Gneis.

Super-Sax-Tipps: Achte auf die Verbindung Korpus zum S-Bogen

Saxofonspielen ist grundsätzlich das Einfachste der Welt. Kein Scherz 😉

Die komplizierte Mechanik des Instrumentes macht es für uns Saxofonisten wirklich supereinfach.

Diese Mechanik benötigt bei guten Saxofonen im Prinzip keine aktive Instandhaltung durch den Spieler. Das richtige Ablegen reicht schon: immer mit den langen Stangen auf der Unterseite!

Trotzdem kämpfen viele Saxofonisten mit Schwierigkeiten: Tonverbindungen zwischen hoher und tiefer Lage funktionieren nicht, oder Töne sprechen nicht sofort an.

Ein häufiger Grund dafür liegt nicht beim Saxofonisten, sondern bei der Zapfen-Ring-Verbindung zwischen Korpus und S-Bogen – siehe Bild: Dabei wird die Mechanik mit dem Zapfen (er kommt vom Korpus) mit dem Ring (dieser kommt vom Hals) verbunden.

ACHTUNG – ZENTRALER TIPP: Nachdem der S-Bogen auf dem Korpus gedreht und die Schraube zugedreht wurde, muss immer CA. 1 – 2 MM ABSTAND zwischen Zapfen und Ring vorhanden sein! ZAPFEN UND RING DÜRFEN SICH NICHT BERÜHREN.

Mit diesem kleinen Abstand ist garantiert, dass vor allem die Töne der unteren Lagen sauber ansprechen!

Falls der Zapfen den Ring berührt gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Du drehst den S-Bogen ein wenig. Damit kann der Abstand u.U. hergestellt werden.
  2. Du drückst beim S-Bogen mit einer Hand die Klappe zu – drückst sie also zu (mit ganzer Hand oder mit Dauen) und ziehst gleichzeitig den Ring mit den Fingern ein wenig nach außen, also vom Zapfen weg – aber ganz vorsichtig. Wenn du ziehst, darf oben die Klappe nicht aufgehen, weil du ja die Klappe auf dem S-Bogen ganz vorne beim Loch zudrückst. Nach jedem kleinen “Ziehversuch” prüfst du, ob ein kleiner Abstand vorhanden ist! (Wenn du dir hier nicht sicher bist, dann lass es deinen Lehrer machen oder schreib mir kurz, dann sende ich dir ein kurzes Video).

 

 

Diese Saxofonisten jetzt live hören! Lass dich inspirieren!

Lass dich inspirieren!

Am besten du hörst und siehst Saxofonisten live im Konzert!

Die Energie, das Auftreten, die Kommunikation innerhalb der Band und auch zum Publikum sind für mich immer eine Inspirationsquelle.

Mit CDs oder Videos ist ein Live-Konzert deshalb nicht vergleichbar!

Ich bin überzeugt: Nach einem Live-Konzert ist man ein “anderer Mensch”! Die direkte Wirkung der Musik und die Energie, die du aufnimmst drängen dich geradezu, selber aktiv zu spielen!

Hier habe ich einige Saxofonisten gelistet, die in den nächsten Wochen und Monaten im deutschsprachigen Raum unterwegs sind. Ich stelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Manche Konzerte findet man nicht im Internet und doch tauchen die betreffenden Musiker plötzlich auf 😉

Mein Tipp:

Du kannst zu jedem Musiker auf Youtube viele Videos sehen und hast damit vorab einen Eindruck über den Stil. Somit kannst du ganz einfach entscheiden, ob die Musik “deinem Geschmack” entspricht.

 

Hier die Liste und Spielorte!

Joe Lovano:

Ein atemberaubender Jazz-Tenorsaxofonist. Kann alle Jazzstile spielen!

Wien, München, Regensburg, Berlin

 

Candy Dulfer:

Funk/Soul: tolle Stimmung auf Konzerten, Saxofon zum Tanzen!

Spielte mit Prince, Dave Stewart (Eurythmics)

Ulm, Straubing, Rottweil, Zürich, Aschaffenburg

 

Maceo Parker:

Soul/Funk der Weltklasse! Saxofon zum Tanzen

Spielte jahrelang bei Soulmeister James Brown

Linz, Stuttgart, München, Frankfurt, Bremen, Wuppertal

 

Joshua Redman:

Die pure Musikalität! Ein großartiger Geschichtenerzähler!

Moers mit WDR-Bigband, Luxemburg, Ennenda/Glarus

 

Quadro Nuevo:

Tango-Weltmusik mit Flair!

Saxofonist Mulo Francel spielt regelmäßig mit Quadro Nuevo im deutschsprachigen Raum.

 

Too Many Zooz:

Wilde Power-Musik! Baritonsaxofonist Leo Pellegrino ist mit dieser Band seit Jahren die Attraktion

Nicht nur in den U-Bahnen New Yorks sondern auch auf allen Jazzfestivals weltweit

Tilburg am 13. Mai

 

Asya Fateyeva

Die herausragende ARD-Musikpreis-Gewinnerin spielt klassisches Saxofon (meist Sopran) auf höchstem Niveau!

Schleswig Holstein Musikfestival – August,  Rostock im Juni, Elbphilharmonie im Mai

 

Tower of Power

Die beste Soulband mit unglaublich virtuosen und groovenden Saxofonisten, vor allem der Baritonsaxofonist Doc Kupka ist schon eine Sensation!

Zürich, Ulm, Bonn, Hamburg, Mainz, Koblenz

 

Roger Hanschel

Meiner Meinung nach der Altsaxofonist mit den schönsten und lyrischten Melodien sowie ein atemberaubender Techniker

Bonn, Dortmund, Bremen, Köln, Aachen

 

Johannes Enders

Moderner Jazz auf dem Tenorsaxofon: Kreativ und pure Musikalität

Zürich, Mannheim, Nürnberg, München, Karlsruhe

 

Klaus Doldinger

Fusion-Jazz / Klaus Doldinger mit Passport zählt seit Jahrzehnten zu den besten und kreativsten Jazzbands Europas. Doldinger feiert am Sonntag seinen 84. Geburtstag (!!!)! Seine Musik kennen alle: Tatort, Das Boot, die unendliche Geschichte uvm ! Neben seiner Filmmusik ist Klaus Doldinger ein begnadeter Saxofonist, der noch immer herausragend musiziert!

 

Ich wünsche viel Spaß beim Stöbern und vor allem viel Freude bei den Live-Konzerten!

 

Meine 2 aktuell wichtigsten Sax-Tools

Wenn man schon jahrelang Saxofon spielt, so hat man vieles Kommen und Gehen sehen. Angefangen von Saxofongurte (ich habe ca. 10 verschiedene zu Hause und mindestens 2mal so viele ausprobiert) über Mundstücke bis hin zu Blätter, Koffer und Mikrofone.

Meine zwei aktuellen Haupt-Tools sehe ich da als große Ausnahme. Ich benutze sie wirklich TÄGLICH. Sie bieten für mich zwei unschlagbare Vorteile:

  1. Beide sind leicht zu bedienen!
  2. Beide bringen sofortige Verbesserung!

Legen wir los:

Der ReedGeek:

Im Prinzip eine einfache “Erfindung”. Der ReedGeek ist ein Metallstab mit extrem scharfen Kanten zur einfachen Bearbeitung von Blättern. Der ReedGeek löst folgendes Problem: Jedes Holzblatt schwingt “unbearbeitet” nur schlecht oder unzureichend, weil es auf der flachen Unterseite niemals wirklich glatt und eben ist. Mit dem ReedGeek schabt man z.B. 3-4mal mit der Kante über diese Unterseite, ein “Hauch von kleinen Spänen” ist nun an der Kante zu sehen. Das Ergebnis ist aber phänomenal:

  1. Die Töne sprechen unglaublich leicht an!
  2. In allen Tonlagen!
  3. Die Töne klingen klarer und besser.
  4. Das Blatt kann man in der Folge noch genauer bearbeiten: sogar einzelne Töne bzw. die jeweiligen Seiten (links/rechts/vorne/hinten) können sehr genau und fein bearbeitet werden.

Damit kann man ein Blatt in weniger als einer halben Minute extrem verbessern. Früher habe ich mit Schachtelhalmen, Rasierklingen und Schleifpapier gearbeitet. Der ReedGeek hat alles ersetzt. Er ist klein, passt in jede Hosentasche und unverwüstlich!

Was ich dazu auch empfehle: Immer wieder Desinfektionsmittel auf den ReedGeek! Hier warum: Ich bearbeite nahezu alle Blätter meiner Schüler damit: am Beginn der Unterrichtseinheit streiche ich mit der Kante 2-3mal (auf keinen Fall öfter) über die Unterseite. Sofort sprechen alle Töne besser an. Damit ich keine Krankheitserreger übertrage, streiche ich den ReedGeek regelmäßig mit ein wenig Desinfektionsmittel ein.

Auf YouTube gibt es mittlerweile einige sehr interessante und empfehlenswerte Videos – unbedingt ansehen.

Der einzige Wermutstropfen ist der Preis: Der kleine Wunderstab kostet bei Thomann mittlerweile stolze 77 Euro!!! Aber ich kann versichern, er ist es tatsächlich Wert! Sofern man den Stab nicht verliert, wird man ihn “ewig” als treuen und schnellen Helfer – für mich täglich – an der Seite haben.

Und noch etwas sollte man bei der Entscheidung für oder gegen den ReedGeek bedenken: Aus meiner Erfahrung hat sich gezeigt, dass die Qualität des Blattes (= Ansprache, Klang) mehr Einfluss auf den Saxofonton hat, als das Mundstück oder das Saxofon.

Es herrscht bei vielen – auch sehr guten Saxofonisten die Meinung, dass jeder Saxofonist auf den verschiedensten Mundstücken und Saxofonen GLEICH KLINGEN! Meistersaxofonist Branford Marsalis hat mir kürzlich in München erzählt, dass für ihn das Setup keine große Rolle spielt. Der Klang entsteht in der Vorstellung! Und ich habe erlebt, dass er während seines Konzertes in München spontan die Blätter gewechselt hat. Und die Blätter waren alle neu und unverpackt – das Verpackungspapier lag nach dem Konzert auf dem Bühnenboden – klanglich hatte man nach dem Wechsel keinen Unterschied gemerkt! Der Klang entsteht also im Kopf!

Das Blatt ist der wichtigste Bestandteil bei der Ansprache und beim “Wohlfühlen”! Also eindeutig Kaufempfehlung für den ReedGeek!

 

2. DRONE TUNER

Jeder seriöse lernwillige Musiker beschäftigt sich mit Intonation. Man muss diese genauso üben, wie Technik oder Klang. Bisher haben wir immer die gängigen Stimmgeräte (früher) und später die unzähligen Handy-Apps genutzt. Völlig in Ordnung, elegante Lösung und großartige Genauigkeit.

Jetzt habe ich aber im AppStore den Drone Tuner entdeckt und habe gefunden was ich gesucht habe. Der Drone Tuner ist ein Stimmgerät, das in reiner Stimmung misst und dazu noch die Intonation von Akkorden (!!!) anzeigt! unglaublich !!!!

Also nochmals – das bietet der Drone Tuner:

  1. Er misst die Reine Stimmung (beste Stimmung) bezogen auf einen Grundton (diesen muss man einstellen)
  2. Er misst die richtige Intonation von Akkorden: Man sieht also ob z.B. die Terz oder Quinte stimmt oder nicht
  3. Er zeigt deinen gespielten Ton als graphische Figur (Kreis …) an. Diese Figur ist in Drehbewegung, wenn du falsch spielst: Linksdrehung = dein Ton ist zu tief; Rechtsdrehung = dein Ton ist zu hoch ; Stillstand: dein Ton stimmt richtig.
  4. Dazu kann die App den Grundton als Referenzton spielen (in sehr guter Tonqualität). Nach diesem Ton kannst du dann auch deine Töne (beginne so: Prime => Oktave => Quinte => Terz => Sext => Sekund => Sept)

Es gibt meines Wissens kein Stimmgerät mit diesem Leistungsumfang

Klare Kaufempfehlung: Dein Gehör und deine Intonation wird sich schnell verbessern.

Leichte Bedienung und kleiner Preis mit echt großer Wirkung!

 

Hier die Links:

ReedGeek bei Thomann

ReedGeek Website

ReedGeek Youtube Original-Tutorial

Drone Tuner – Website

Drone Tuner – im App Store

 

Meine 3 wichtigsten Prinzipien beim Saxofonüben

Ich versuche ständig zu reflektieren, welche Übungen mich am besten voran bringen. Mittlerweile habe ich unzählige Methoden und Tricks beim Saxophonüben gefunden und wiederholt angewendet. Manche sind sehr speziell, sodass ich diese selten brauche, manche setze ich gerne ein, weil sie einfach Spaß machen und darüber hinaus zu sofort spürbaren Verbesserungen führen.

Aber einige wenige Methoden wende ich in jeder Übungseinheit an, weil damit das Üben

  • extrem effizient,
  • einfach,
  • erfolgsorientiert und
  • kurzweilig bleibt.

Zusammengefasst wurden diese Methoden zu meinen Übungsprinzipien aus zwei verständlichen Gründen:

  1. Ich kann diese Prinzipien immer und bei jeder Musik anwenden!
  2. Diese Prinzipien bringen den schnellsten Fortschritt und damit spürbaren Erfolg!

Ich habe diese Prinzipien bisher gar nicht aufgelistet, doch die aus meiner heutigen Sicht wichtigsten Prinzipien stelle ich hier vor. Du kannst diese Prinzipien selbstverständlich auch auf andere Instrumente übertragen, sie funktionieren auf allen Instrumenten.

 

1. Mache immer Musik! Spiele ständig ein Fantasie-Konzert!

Dieses erste Prinzip erscheint auf den ersten Blick fast banal oder vielleicht “schulmeisterlich”! Dahinter steckt aber der eigentliche Ursprung unseres Musizierens: Musik ist für Zuhörer gedacht. Natürlich können wir auch nur für uns selbst spielen und machen das auch die meiste Zeit, indem wir regelmäßig üben. Aber das eigentliche Ziel soll doch das Vorspiel, das Konzert, der Act, die Show … vor Zuhörern sein. Damit wird Musik zu einem Austauschmedium zwischen Spieler und Hörer, Kommunikation entsteht, Gefühl füreinander – das ist das eigentlich spannende an der Musik – das Gefühl der Zuhörer und ihr Feedback zu spüren!

Auf die Zuhörer oder das Zuhören ist Musik also ausgerichtet! Das bedeutet für uns Musiker, das wir etwas vermitteln: Eine Geschichte, eine Idee, eine Stimmung, was auch immer!

Und es spielt dabei keine Rolle ob wir einen einzigen Ton oder eine ganze Symphonie spielen. Was wir brauchen ist “eine Idee” mit der wir unsere Töne, Melodien, Harmonien vermitteln.

VOR dieser Idee – so sollte man meinen – muss aber zunächst die Beherrschung des Instrumentes erfolgen. Wenn ich zum Beispiel keine spanischen Vokabel kenne, wie soll ich dann erst jemanden auf Spanisch zum Essen einladen?

Aber NEIN, genau so wie man Technik, Melodieführung etc. übt muss man auch “das Gestalten” sofort üben. Man darf auf keinen Fall bis zum Auftritt damit warten und hoffen, dass man vor Publikum den Schalter automatisch umlegt.

Also: sobald ich eine Passage, eine Teilmelodie beherrsche versuche ich sie sofort überzeugend musikalisch zu spielen. Ich gestalte sofort, probiere verschiedene Varianten aus.

Dasselbe mache ich mit Skalen, Tonleitern, Dreiklängen – sofort überzeugend gestalten. Alles andere ist leblos und uninteressant!

 

  1. Übe vom Leichten zum Schwierigen – Anstrengung verboten & Lockerheit ist Pflicht

Regelmäßig wird man beim Üben auf persönlich schwierige Stellen treffen. Die Frage die sich dabei stellt: stürzt man sich sofort mit aller Energie auf die harte Nuß?

Ich mache das nie! Wenn ich mich mit Tonübungen aufwärme, so beginne ich immer mit den einfachsten Saxofontönen: c2, h1, a1. Von da aus arbeite ich mich nach oben und unten weiter. So wärme ich Atmung und Lippenmuskeln auf und bleibe von Beginn an entspannt.

Dasselbe Prinzip wende ich bei der Einübung einer Etüde, eines Konzertstückes, eines Standards etc. an. Damit bleibe ich entspannt und nehme diese Lockerheit in die schwierigen Bereiche mit.

Darüber hinaus wende ich dieses Leicht=>Schwierig-Prinzip auch bei schwierigen technischen Stellen an, indem ich mir diese vereinfache und zu leichten Stellen mache. Am besten gelingt das, durch Spielen im langsamen Tempo. Durch langsames Tempo wird jede schwierige Stelle zu einer relativ einfachen Stelle.

Ich verlangsame also so weit, bis ich mich sicher und wohl fühle. Von diesem Tempo steigere ich mich in kleinen Stufen in Richtung Originaltempo. Also wieder unbedingt “einfach machen”!

Aus meiner Sicht steht fest: Nur wenn man seriös und dauerhaft an der genauen Finger- und Tonkontrolle arbeitet – und zwar unbedingt in langsamen Tempo – so kann man in der Folge auf der Basis dieser Genauigkeit auch komplizierte Musik spielen.

Wir müssen also versuchen unser Instrument möglichst mit genauen Bewegungen zu kontrollieren. Damit können wir noch besser Musik machen (Siehe Punkt 1)!

Der beste Weg zur Beherrschung und Kontrolle des Instrumentes ist das Prinzip “vom Leichten zum Schwierigen”, weil nur so die Genauigkeit und Lockerheit im Spiel in schwierige Regionen mitnehmen kann.

 

  1. Übe in kleinen Einheiten – Üben ist wie LEGOSPIELEN!

Mit dem 2. Prinzip (Leicht=>Schwierig) verbinde ich immer auch das Üben in kleinen Einheiten. Dieses 3. Prinzip wirkt wahre Wunder. Ich spiele und übe meist sinnvolle Kleinmelodien, verdrehe diese, transponiere diese durch den Quintenzirkel und versuche den Sinn und die Idee hinter der Melodie zu verstehen.

Mein Ziel ist immer das Auswendigspiel dieser Melodie – und zwar musikalisch überzeugend. Dazu verwende ich verschiedene Methoden: Die einfachste ist, wenn ich eine Melodie 5 mal wiederhole und ab dem 3. Mal mit geschlossenen Augen spiele.

Ich habe zum Spiel in kleinen Einheiten bereits unzählige Techniken und Methoden entwickelt, die ich selber anwende und auch immer mit meinen Schülern übe.

Das Prinzip ist genial einfach: zerlegen wie LEGO und wieder zusammenbauen. Wenn meine Kinder LEGO-spielen, so bin ich immer wieder fasziniert von deren Fantasie. Obwohl mittlerweile die Legoteile doch schon sehr anwendungsspezifisch gebaut werden (anders als zu meiner Zeit mit einer Farbe und 3 verschiedenen Längen;), bauen die beiden mit denselben Steinen Raumschiffe, Häuser, Höhlen und alles, was die Fantasie so hergibt.

So lebendig kann auch die Musik werden, wenn wir sie zerlegen. Ich finde diese Methode genial: Auf diese Weise wird die Musik lebendig und das Üben abwechslungsreich.

Ich spiele also mit dem Material immer wieder herum. Ändere Töne, Rhythmen, verschiebe Akzente, transponiere, spiele Umkehrungen.

Das alles möglichst auswendig, denn nur auf “Auswendig-Niveau” klingt Musik wirklich frei und gut!

Johannes Enders im Gespräch

Johannes Enders ist ein deutscher Saxofonist, Komponist, Produzent und Lehrer. Seit 2009 hat er eine Professur für Jazz-Saxofon an der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy inne.

Seine Karriere verlief steil, rasant und international. Sein Weg führte ihn über Musikstudien in München und Graz nach New York, in die Hauptstadt des Jazz, um dort zu studieren und mit Größen wie Chris Potter, Jaki Byard, Roy Hargrove, Jeff Tain Watts und unzähligen weiteren Spitzenmusikern zu spielen.

Schließlich setzt er sich auch dort schnell durch und gewinnt die Silbertrophäe beim “American Music-Fest” in San Francisco (1990) und ist Finalist im legendären Thelonious Monk-Saxofon-Wettbewerb 1991, wo er neben Joshua Redman, Chris Potter und Eric Alexander spielte.

Zurück in Deutschland etabliert er sich als eine der wichtigsten Jazzsaxofonisten Europas und wird beim Label ENJA unter Vertrag genommen. Hier gründete er eine Reihe von eigenen Projekten: Das Johannes Enders Quartett, die ZeitGeistMaschine, Endersroom, Endersdom sowie die spannenden Duoprojekte mit Günther Baby Sommer und Rainer Böhm.

Die Liste seiner Preise und Auszeichnungen ist lang:
1989: 1. Preis beim ersten internationalen Jazzwettbewerb in Österreich
1990: Bester Solist beim 2. internationalen Jazzwettbewerb in Österreich
1991: Best Band – Silver Award – Musikfest Oakland
1991: Finale Thelonious Monk Wettbewerb
1998: Kulturförderpreis der Stadt München
2003: SWR Jazzpreis
2005: Weilheimer Kulturpreis
2007: Neuer Deutscher Jazzpreis
2012: Bester Solist Deutscher Musik
2012: Autorenpreis Echo Jazz

Links:

Website von Johannes Enders

Thelonious Monk Jazz Wettbewerb

Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig

Selmer Saxofone – Johannes Enders MAG …

So klingt die Podcast-Musik

Mein Podcast “Klappe auf” – der Saxofon-Podcast mit Joe Mayer startet ENDLICH nächste Woche, am Dienstag!

Nach langem herumtüfteln habe ich nun endlich eine Titelmusik gefunden. 
 
Und glaube mir, ich habe es mir nicht leicht gemacht. 
 
Mein “Plan A” war, dass ich meine Titelmusik selber einspiele. Und mit dem Einspielen des Jingles habe ich den ganzen Samstag Abend und den Sonntag vormittag verbracht!
 
Ich dachte WOW – GENIAL, das gefällt sogar mir – und das noch am 2. Tag. Denn hin und wieder habe ich am 1. Tag eine geniale Idee und beim “Kontrollhören” am 2. Tag fällt mir dann auf, dass die Melodie oder der Groove eine Kopie eines aktuellen Radiosongs oder einer meiner Lieblingsaufnahmen ist. 🙁
 
Naja, also – ich war echt begeistert und habe die Aufnahme gleich meiner Frau vorgespielt und sie war überhaupt nicht begeistert: “Was sollen das für Klänge sein, sind das tatsächlich Saxofone oder was? Klingt wie ein Mickey-Mouse-Saxofon!” meinte sie!
 
PATSCH! Das hat gesessen! ich sofort zurück in mein Studio und wieder kontrollhören. TATSÄCHLICH!
 
Der grausame Saxklang ist mir überhaupt nicht aufgefallen, ich hatte meine Ohren ganz wo anders!
Die Saxofone klangen wie billigstes Midisax, wie man es von alten Videospielen kennt.
 
Ich hatte 5 Saxofonspuren eingespielt – und alle klangen gleich mikrig!
 
Wieso? 
 
Sofort habe ich Robert (einen befreundeten Tontechniker) angerufen. Noch am Sonntag Abend habe ich mir 3 seiner Spitzenmikrofone (Sennheiser, AKG, EV) zum Testen geholt.
 
Ergebnis: weiterhin katastrophal!
 
Und so beiläufig im nächsten Telefonat mit Robert, sprachen wir über Kabel und Eingänge und Audioschnittstellen.
 
Und danach holte ich mir schnell mal 2 seiner Wunder-Kästchen (also diese Audioschnittstellen, welche ein Mikrofonsignal in eine digitale Information umwandeln).
 
und …. TA – TA – TA – TAM: das Ergebnis kam wie aus einer anderen Welt!
Plötzlich klang mein Saxofonton echt, breit und natürlich 😉
 
Ich hatte wohl ein schlechtes Kabel oder einen schlechten Kontakt in meiner Schnittstelle!
 
So, das war vorgestern Abend. Mir lief also die Zeit davon, weil ich ja die ersten Episoden jetzt bereits – Tage vorher – an die Podcastfirma schicken musste!
 
Deshalb suchte ich bereits vorgestern in meinem Archiv nach einer “Ersatzmusik” – also Plan B:
 
 
Und xxxxxmal Dank an Robert!
 
Kennst Du die Gruppe?
Es sind 5 geniale Saxofonisten aus Deutschland – mehr verrate ich nicht 😉
Den Leadsaxofonisten wirst Du sogar in einen der ersten Episoden (vss. im März) im Interview hören …
Du hörst darauf 5 verschiedene Saxofone (ich bin mir selber nicht ganz sicher – aber hier mein Tipp): Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton
 
Die Auflösung gibts im nächsten Mail!

Wie gefällt dir der Jingle?

Start des Podcasts ist 5. Februar!!!

Du kannst die Podcastinhalte im Blog lesen (www.saxofonlernen.com/blog) hören oder auch auf der Podcastunterseite: www.saxofonlernen.com/podcast

 
Bis bald!
Joe
Der Podcastofonist!
 
PS: Ach ja, was wurde jetzt aus meinem PLAN-A (also meinem eigenen Jingle)? Den nehme ich jetzt in Ruhe auf und präsentiere ihn dir in den nächsten Wochen – ich finde ihn noch immer genial – und ich hoffe dir gefällt er dann auch 😉

“Klappe auf” – Bild und Podcast-Titel

Hallo liebe Saxofonfreunde,

jetzt habe ich einen Namen und Bild für meine Podcast:

Der Podcast-Titel lautet “Klappe auf” Der Saxofonpodcast von Joe Mayer.

Ich hoffe diese “Doppelbödigkeit” wird zumindest ansatzweise erkannt: 

1. Auf dem Saxofon sind ja unzählige Klappen verbaut, welche man mit den Fingern auf die Löcher (Kamine) drückt und damit die Tonhöhe ändert – also Melodien spielt!

2. Und natürlich “meine Klappe” sprich Mundwerk soll “aufgehen”, damit ich euch viel Spannendes, Interessantes und Unterhaltsames über Saxofone und Saxofonisten bringen kann!

Nächste Woche bereite ich eine erste Themenvorschau vor: Die Titel, Inhalte und Saxofonisten der ersten Episoden werde ich dann bereits bekannt geben!

Start des Podcasts ist voraussichtlich , 5. Februar!!!

Ihr könnt die Podcastinhalte im Blog (also hier) hören oder auch auf der Podcastunterseite: www.saxofonlernen.com/podcast

 

beste Podcast-Grüße

Joe

PS: besten Dank für die vielen Vorschläge! Viele haben mir wirklich gut gefallen und ich habe lange gegrübelt – letztendlich wurde es eine “Bauchentscheidung”!

hier das Bild mit Namen – schreibt mir doch bitte einen KOMMENTAR, wie es euch gefällt!

Podcast startet

Hallo liebe Saxofonfreunde,

ich werde endlich meinen Saxofon Podcast starten, und ich freue mich schon riesig darauf. 

ANFANG FEBRUAR IST ES SO WEIT:

Mit dem Podcast will ich für das Saxofon begeistern! Aktive Saxofonisten (egal ob Top-Profis, Weltstars oder Anfänger), Saxofonhersteller, Saxofonüben, Mundstücke, Tipps, Tricks, Lustiges, Verrücktes … alles werde ich bringen!

Ich habe lange schon Inhalte gesammelt. Habe bereits seit Herbst regelmäßig Saxofonisten interviewt. Und nun will ich einfach nicht länger warten – sondern starten!

Wow!

Es soll nicht mein Podcast werden, sondern UNSER Podcast werden! Jeder Interessierte darf sich einbringen und z. B. Themen vorschlagen, Ideen einbringen!

Deshalb die erste Frage an euch: WER HAT EINEN INTERESSANTEN NAMEN FÜR DEN PODCAST?

 

beste Podcast-Grüße

Joe