von Joe Mayer

KA26 - Achte auf Details

Willst du besser Saxofon spielen? Achte auf Details!!!!!

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detail2

das monatliche
Übungsprogramm
von November - März

komplett GRATIS

MONATLICH:
1 bekanntes Musikstück
2 Basis-Übungen
1 Gehörtrainingsübung

mit
- Anleitungsvideos zum Üben
- PDFs zum Download
- Audiodateien zum Download

In dieser Episode:

Aktuell können Interessierte Saxofonisten sich für den SaxMonat anmelden,

Das ist ein monatliches Übungspaket, bestehend aus einem Musikstück, 2-3 Übungen zu Ton und Artikulation und ein Gehörtraining.

Ich finde es, ist genial. Die Abwechslung und der Nutzen sind wirklich großartig.

 

Ein Saxofonist hat mich dann gefragt, ob das nicht wenig wäre und vielleicht auch langweilig werden würde, man spielt ja einen Monat lang dasselbe.

 

Und deshalb mache ich jetzt diese Episode:

 

Denn im Grunde ist es egal was du spielst:

Ob du lange Töne bläst, komplizierte Rhythmen trainierst, oder an deiner Artikulation arbeitest: Je konzentrierter du auf deine Bewegung, Haltung, Ton etc. achtest, desto größer sind deine Fortschritte.

 

Diese Regel ist im übrigen universell. Sie gilt in allen Bereichen: im Sport, in der Musik, einfach überall.

 Achtsamkeit und Konzentration sind also hier die Basis.

 

Wenn man achtsam übt, dann kommt man sehr schnell “ins Detail”. Jede kleine Bewegung, Position, Fingerdruck wird plötzlich wahrgenommen. Es geht um Millimeter und feinstes Fühlen und Wahrnehmen.

 

Damit sind wir beim Fokus auf das Detail angelangt. Also nochmals: Durch Achtsamkeit und Konzentration auf ein bestimmtes Thema zentriert sich die Wahrnehmung auf kleinste Details.

 

Details sind so wichtig, denn: Die Arbeit an Details ist genau der Turbo beim Lernen! Im Grunde ist es dann eigentlich egal, was man übt. Entscheidend ist, dass man die Übungen im kleinsten Detail übt.

 

 

Anhand von drei kurzen Geschichten möchte ich die Bedeutung von Details veranschaulichen.

 

1.Geschichte: Dirk Nowitzki, NBA-Basketballstar
Der Autor Thomas Pletzinger hat kürzlich die Biografie von Dirk Nowitzki, dem besten “nicht-amerikanischen” Basketballspieler in der NBA, veröffentlicht.

Ein Großteil von Nowitzkis Erfolg erklärt sich durch das Jahrzehnte lange Einzeltraining mit Holger Geschwindner. Nowitzki absolvierte also 20 Jahr lang fast täglich ein Mannschaftstraining und ein mehrstündiges Einzeltraining.

In diesen Einzeltrainings perfektionierten sie seinen Abwurfwinkel, Spielszenarios, Bewegungsabläufe uvm – es war ein Training, das aufgrund der Methodik, Denkansätze und Querverbindungen zum Jazz neue Maßstäbe setzte. Zum Beispiel hat Geschwindner basierend auf Nowitzkis Körpergröße und Armlänge die exakte Abwurfhöhe und den Abwurfwinkel sowie die Fingerstellung berechnet. Geschwindner ist studierter Naturwissenschaftler und ein perfektionistischer Tüftler.

Niemand durfte aber beim Training zusehen. Wenn die beiden in den Basketballhallen rund um die Welt (eben dort wo Nowitzki gerade mit seinem Team spielte) alleine trainierten, waren die Hallen versperrt.

Jedoch wurde ihr Training einmal zufällig gefilmt, als sie bei einem NBA-Auswärtsspiel keine absolut verschließbare Halle organisieren konnten. Ein Kameramann war zufällig anwesend, filmte das Training und stellte es online.

Nowitzki war furchtbar verärgert über diese Aktion.

Doch Geschwindner beruhigte ihn. Er sagte zu Nowitzki: Wenn auch andere nun versuchen, diese Übungen nachzumachen, es wird ihnen kaum Nutzen bringen, denn sie kennen die Details nicht. Sie wissen nicht, worauf es ankommt und an welchen Details man sich orientieren muss!

 

 

 

2.Geschichte: Melissa Aldana, die Queen des Saxofons


Ende Oktober dieses Jahres traf ich Melissa Aldana, die “Queen of Saxophone” für ein Interview

In München. Ich war zu früh im Jazzclub. Melissa sagte, sie müsse noch 30 Minuten üben und ich wartete neben dem Übungszimmer gespannt, was sie wohl üben würde.

Ich war wirklich erstaunt, denn was hat sie 30 Minuten lang gespielt? Keine ultraschnellen Melodiepassagen, keine spektakulären Riffs in der 3. und 4. Oktavlage, keinen kniffligen Standard.

Nein sie hat tatsächlich 30 Minuten lang im sehr langsamen Tempo Akkordzerlegungen, Harmoniefolgen und Skalen geübt. Langsam Ton für Ton. Ganz entspannt und ruhig.

Als ich sie dann auf ihre Übungen ansprach, erklärte sie mir, dass sie ihr aktuelles Instrument erst seit wenigen Wochen spielen würde, und dass sie daher ganz langsam und noch genauer üben müsse, damit sie das Saxofon “in den Griff bekommt” und sich wirklich wohlfühlen kann.

Also wieder: Nur Detailarbeit bringt uns weiter!

 

 

 

3.Geschichte: Eddie Daniels, herausragender Jazz-Klarinettist


Von Eddie Daniels gibt es zahlreiche Lernvideos, in denen er seine Sichtweisen zu Artikulation, Ton und auch Fingerbewegungen erklärt.

Die Herausforderung auf der Klarinette im Gegensatz zum Saxofon ist die notwendige Genauigkeit der Fingerbewegung: Während man beim Saxofon nur auf Klappen drückt und die Klappen wiederum die Löcher schließen, müssen Klarinettisten die Löcher der Klarinette mit den Fingern schließen. Das verlangt sehr genaue Bewegungen und Platzierung aller Finger von der ersten Übungsstunde an.

In einem Video erklärt Eddie Daniels die Position der Finger: Man muss die Position jedes einzelnen Fingers achtsam fühlen. Die erste Übung für “schnelle Finger” ist daher das Aushalten von Tönen, damit die Fingerpositionen wahrnimmt.

Ändert man die Griffe, drücken also mehr oder weniger Finger auf die Löcher, so muss das zunächst sehr langsam und sanft vor sich gehen. Jede Bewegung muss achtsam verfolgt werden können.

 

Nur so kann der Finger in optimaler Position auf das Loch gesetzt werden. Je genauer dieser Vorgang passiert, desto schneller kann man die Finger später bewegen, desto schneller kann man spielen.

Letztendlich kommt daher Schnelligkeit auf einem Instrument nur von langsamer Genauigkeit mit ständiger Fingerkontrolle. Man muss also zu jeder Zeit wissen, was jeder Finger tut, wo er aufliegt.

Also wieder: Nur das langsame Detail führt zur Schnelligkeit auf dem Instrument.

 

Man sieht also in Musik und Sport arbeiten die Besten ständig an Details. Sie haben es immer schon getan, von Anfang an mit maximaler Konzentration und Achtsamkeit. Nur deshalb entwickelten sie sich zu den Besten ihrer Branche.

 

 

 

Was können WIR davon ableiten?

Im Grunde ist die Antwort sehr einfach: Alles was wir spielen, üben, proben sollen wir mit höchster Genauigkeit machen. Achte auf das Detail. Langsames Tempo hilft dabei natürlich sehr.

 

 

Was aber soll man üben?

Johannes Enders sagte mir einmal: “Man kann nicht alles üben!” Im Grunde ist es egal, was man übt, Hauptsache man ist genau!

 

Natürlich gibt es Empfehlungen, die kennst du wohl schon, denn sie sind immer dieselben:

Tonqualität, Artikulation, Ausdruck, Dynamik und vor allem das Gehör!

 

Hier möchte ich nochmals auf den SaxMonat hinweisen: Mein aktuelles gratis-Monatsübungspaket. Das sind ganz einfache Übungen zum Einstieg.

Der Trick liegt in der Genauigkeit jeder einzelnen Übung, damit ist Langeweile unmöglich!

 

Also fokusiere deine Aufmerksamkeit.

Spüre deine Fingerposition, die Bewegung, den Druck.

Bewege Finger ganz langsam.

 

Wenn du Töne aushältst: Fühle den Hals, die Zungenposition, ändere die Zunge ein bisschen und höre auf das Ergebnis, spüre den Luftstrom, die Bauchspannung, fühle deinen Klang in dir, höre auf deinen Ton, den Tonrand, den Tonkern

 

Es gibt so vieles, was man beobachten und im Detail verbessern kann, das hört nie auf.

 

In diesem Sinne wünsche ich dir eine aufregende Übungszeit!

 

 

 

 

Die Shownotes zu dieser Episode findest du unter

www.saxofonlernen.com/E26

 

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Wenn du Saxofon-Themen hast, die Dich interessieren, schreib mir:

joe@saxofonlernen.com

Und ich versuche, das Thema ins Programm aufzunehmen

 

ICH danke dir für deine Saxofon-Zeit!

Und wünsche dir noch einen Schönen Tag

Bis zur nächsten Episode!

Dein Joe Mayer