von Joe Mayer

KA55 - Saxofon Improvisation: So vermeidest Du langweilige Tonwiederholungen

Murmeltier-Melodien vermeiden

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In dieser Episode:

Improvisieren macht Spaß und kann jeder schnell lernen.

Viele jedoch erleben speziell am Anfang!

 

Ein besonderes Phänomen:

Sie beginnen immer vom selben Ton, die selbe Situation,

immer wieder derselbe Start, wie bei einem meiner Lieblingsfilme:

“Täglich grüßt das Murmeltier”

 

 

Ich zeig dir in diesem Video,

  1. wie solche Murmeltier-Melodien aussehen,
  2. Wie du selber überhaupt erkennst, ob du Murmeltiermelodien spielst,
  3. Welche Übungen du gegen Murmeltiermelodien machen sollst
  4. Und am Ende als Bonus noch, wie du gegen diese Murmeltiere beim Improvisieren ankämpfst.

Und wie deine Improvisationen damit sofort um 2 Stufen besser klingen!

 

Einmal vom C in C-Dur gestartet ist gut.

Das 2. Mal ist noch Ok, vielleicht um eine Phrase auszubauen.

Aber das 3. Mal ist jetzt schon ein Foul.

Und beim 4. Mal muss man die Rote Karte zücken!

 

Dann hier Tipp Nr. 1:

Wie erkennst du also selber, ob du Murmeltiermelodien spielst?

Ganz einfach: Nimm deine Impro mit dem Handy auf:

1 Minute reicht und du wirst beim Anhören schon viel über dein Spiel erfahren.

Achte hier natürlich auf den Beginn deiner Melodien.

Wenn deine Improvisationen immer nur mit denselben ein oder zwei Tönen beginnen,

Dann bist du im Murmeltierlager und solltest da schnellstens raus.

 

Es wäre ungefähr so, als wenn du eine Geschichte erzählen würdest,

Und jeder deiner Sätze beginnt mit:

Dann bin ich in den Wald gegangen.

Dann habe ich einen Fuchs gesehen.

Dann bin ich sofort in Deckung gegangen.

Vielleicht ist die Geschichte insgesamt spannend,

Aber du hast sie trotzdem grausam langweilig erzählt.

 

Und so verhält es sich natürlich auch beim Improvisieren,

Denn Improvisieren ist nichts anderes als Geschichten erzählen.

 

Keine Angst, nahezu jeder hat diese Phase durchlaufen.

 

Was wir also wollen ist Abwechslung in unseren Melodien,

Und das vor allem bei den Starttönen:

 

Wie schaffen wir das, bzw.

Was kannst Du gegen Murmeltiertöne tun:

Ganz einfach – hier meine 2 weiteren Tipps:

 

Also 2.Tipp:

Wenn du so fleißig bist, dass du für deine Improvisationen bereits Tonleitern und Skalen geübt hast,

Dann starte deine Tonleiter- oder Skalenübungen ab jetzt immer von möglichst allen Melodietönen.

 

Mit dieser Übung wirst du flink und flexibel mit jeder Tonleiter spielen können.

Und vor allem wirst du auf jedem einzelnen Ton wenden können,

Du wirst viel mehr Ideen haben und spannender spielen.

Und jetzt noch als großen Bonus zeige ich dir abschließend

Eine passende Impro-Übung gegen Murmeltiermelodien:

 

Wir improvisieren hier ganz bewusst immer mit wechselnden Starttönen!

Die Aufgabe lautet also: jede neue Improvisations-Melodie beginnt mit einem anderen Ton!

 

Am besten Du schreibst dir dafür am Beginn einen kleinen Plan:

Du startest z.B. die 1. Melodie vom 1. Ton der Tonleiter.

Die 2. Melodie vom 3. und die 3. Melodie vom 5.Ton.

Das sind die Dreiklangstöne, diese klingen am Beginn immer sehr gut.

 

Hier habe ich dir 3 Fahrpläne aufgeschrieben. Damit kannst Du zu jeder Tonleiter üben:

 

 

Plan A

Plan B

Plan C

1.Melodie

1.Ton

3.Ton

5.Ton

2.Melodie

3.Ton

1.Ton

3.Ton

3.Melodie

5.Ton

5.Ton

1.Ton

 

Solche Fahrpläne mit ganz bestimmten Starttönen machen dich extrem flexibel.

Denn hier musst du mit diesen Tönen starten.

Würdest du das nicht machen, dann würdest du zwar Starttöne wechseln,

du würdest aber immer noch deine 2 – 3 Lieblingsstarttöne wählen,

Und das wird auch wieder sehr schnell langweilig!

Und das wollen wir nicht, denn wir wollen flexibel sein.

2 Bonustipp dazu:

 Du kannst natürlich alle Töne der Tonleiter oder der jeweiligen Skala als Startton verwenden.

Der 1., 3. und 5. klingen natürlich am schönsten,

Aber du kannst genauso auf dem 2., 4, 6., und 7. Ton starten,

Du musst nur wissen, dass sie mehr Spannung verursachen, vielleicht schärfer oder schräger klingen,

Das macht aber nichts,

so lange du auf diesen Tönen nicht stehen bleibst, sondern weiter spielst.

 

Und jetzt der 3. und letzte Bonustipp:

Mach dir deine eigenen Fahrpläne mit Starttönen.

Ich empfehle aber nicht mehr als 4 fixierte Melodien mit 4 verschiedenen Starttönen.

Das reicht.

Du kannst ja 5, 10 oder 20 verschiedene Fahrpläne mit 4 Starttönen schnell auf einen Zettel schreiben, in denen du, die Töne mit Nummern durcheinander würfelst: z.B. 2134, oder 5461, oder 2435 finde ich sehr schön, ich spiele manchmal die Geburtsdaten oder Telefonnummern meiner Familienmitglieder, das ist auch lustig.

 

 

Noch ein wichtiger Trick beim Improvisieren, denn du unbedingt anwenden musst:

lass zwischen den Melodien ganz bewusst Pausen,

Wenn du willst auch einen Takt, das wirkt sehr gut und schafft Struktur und Spannung für den Zuhörer.

 

Und jetzt bist du dran!

Nimm dein Saxofon und probier das aus. Du kannst z.B. ireal-Pro als Begleitmaschine verwenden, hier kannst du beliebige Akkordfolgen eingeben und zu jedem Tempo und Groove improvisieren und dieses Software ist echt preiswert für ihre Funktion.

 

 

Web-Links