von Joe Mayer

KA56 - Meine 4 besten Methoden für bessere Rhythmik auf dem Saxophon

sicher Noten lesen - Mitklopfen - Metronom - Rhythmussprache

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In dieser Episode:

Viele Musiker haben ansehnliche Technik, flinke Finger.  Auch schon einen kernigen Ton. Aber ihre Melodien klingen noch immer nicht gut?

Wieso?

 

Meist fehlt ihnen die sichere und stabile Rhythmik!

 

Und vor allem wenn du als Saxophonist moderne Musik spielst, brauchst du unbedingt

Ein stabiles Rhythmusfeeling. Denn vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass Musiker mit gutem Timing also mit stabiler Rhythmik auch nur 2 oder 3 Töne spielen brauchen und es klingt schon genial.

 

Also im Funk, Pop, Rock, Jazz brauchst du unbedingt stabilen, deutlichen sicheren Rhythmus,

Denn da läuft ein Rhythmus ab und du musst da genau dabei sein.

 

Ich zeige dir jetzt gleich, wie Du Deine Rhythmik sicherer und stabiler machst. Das ist die Grundlage für dein Spiel, vor allem für dein Zusammenspiel mit anderen! Und am Ende zeige ich dir noch eine enorm hilfreiche Methode, mit der du auch vermeintlich grausam schwierige Rhythmen knackst!

 

Los geht’s!

 

Wir besprechen also heute die besten Methoden und Übungen, damit Du Dich in Deiner Rhythmik verbesserst, stabiler und sicherer wirst.

 

Auch fleißige Schüler haben Rhythmusprobleme.  Am häufigsten höre ich, dass Viertel und Achtel sich zu wenig unterscheiden. Also Vierteltöne sind schneller, Achtelwerte zu langsam.

 

Das 2. sehr häufige Problem sind Temposchwankungen. Leichte Stellen spielt man schneller, bei schwierigen Stellen bremst man. Das darf natürlich nicht sein, und deshalb werden wir heute mit meinem besten Basis-Methoden diese Probleme lösen.

1. RICHTIGES NOTEN LESEN

Das Auge muss also mit einem Blick sofort die Downbeats, also die Schläge, Schwerpunkte sehen. Das sind im 3/4-Takt: die Schläge 1-2-3, im 4/4 Takt: die Schläge 1-2-3-4

 

Also nochmal: wenn ich auf ein Notenstück blicke, dann Teile ich natürlich das Stück in Takte ein, und jeden Takt sofort mit einem Blick in die 4 Schläge. Ich kann dir also beim ersten Blick auf einen Takt sofort sagen, wo die Schläge sitzen!

 

Wenn ich dann spiele, bin ich immer mit den Augen mindestens 3-4 Töne voraus, im Idealfall einen Takt voraus. Was ich also aktuell spiele, schaue ich gar nicht mehr an. Das ist wie Autofahren, Radfahren – immer möglichst weit voraus blicken!

 

Ich übe das mit den Schülern, indem ich sie von Noten spielen lasse, und dabei die aktuell zu spielende Note mit einem Blattpapier zudecke. Damit müssen sie immer voraus sein. … Und automatisch spielen sie flüssiger und sicherer.

 

2. MITKLOPFEN

Es geht also darum, die Schläge als Vergleichsmaßstab mit zu klopfen. Meistens klopft man die Viertel im gleichen Tempo von Anfang bis zum Ende durch. Auch bei Pausen, die Schläge sind ja immer da. Jeder Takt hat dann immer die gleiche Zahl an Schlägen. Ich zähle immer 1-2-3-4. Beginne also bei jedem Takt neuerlich auf der 1.

 

Es kursieren zum Mitklopfen die unterschiedlichsten Meinungen. Ich hatte selber Musikprofessoren, die das Mitklopfen absolut abgelehnt haben, andere Musikprofessoren haben wie selbstverständlich mitgeklopft.

 

Mir persönlich und den meisten meiner Kollegen oder Schülern auch hilft das Mitklopfen sehr, der Rhythmus wird dadurch stabiler und deutlicher. Aber es funktioniert nur, wenn man es regelmäßig übt.

 

Wie machen wir das, wie starten wir damit? Klopfe nur mit den Zehen oder leicht mit dem Vorderfuß.  Durch das Mitklopfen darf das Saxofon nicht wackeln!

 

Wenn Du noch nie Mitgeklopft hast, dann spiele nur Viertel und klopfst viertel mit: Also: da-da-da. Danach machst Du nur Halbe Noten und dann nur Achtel-Noten.

 

Wichtig: du startest zuerst mit dem Klopfen, und dann nach 3-4 Schlägen

Beginnst du erst , zu spielen, niemals gleichzeitig!

  1. Schritt: Spiele einfachste Melodien und klopfe mit, also Anfängermelodien mit Viertel, Halbe-Noten im Idealfall.
  2. Schritt: Spiele reine Rhythmus Melodien auf einer Tonhöhe.

Ein bis zwei Zeilen pro Übungseinheit regelmäßig gespielt, verbessern dich enorm.

 

3. METRONOM VERWENDEN

Metronomspielen hilft dir am besten, Tempo zu halten. Du kannst zum Metronom dazu klopfen, oder auch ohne klopfen spielen, das ist egal.

 

Wieder startest du mit dem einfachsten Level:  Starte also mit möglichst einfachen – also langsamen Tempo! Spiele am Anfang wieder einfachste Melodien, Übungen, die du supersicher beherrscht. Du konzentrierst dich allein darauf, dass du deine Schläge auf den klick des Metronoms spielst.

 

Und nach und nach kannst du die Schwierigkeit steigern,  Du nimmst also schwierigere Melodien Oder du steigerst stufenweise das Tempo.

 

Ich persönlich übe mindestens 80 % meiner Übungszeit mit Metronom. Meist übe ich aus Skalen und Tonleitern so. Aber hier meist mit einer Groove-Software wie i-real-pro, band in a box oder der App Drum School oder toontrack solo. Das macht mit begleitung auch mehr Spaß, weil das ganze lebendiger wird.

 

Und hier übe ich Viertel, Achtel, Sechzehntel kontrolliert, starte langsam und steigere schrittweise das Tempo. Der enorme Vorteil, du bleibst rhythmisch stabil, wirst immer schneller, immer besser, und siehst tatsächlich auch deine Steigerung, wenn du von 80 auf 140 erhöhst. Eine bessere Methode kenne ich nicht!

 

4. RHYTHMUS-SPRACHE

Ich verwende bei meinen Schülern Rhythmussprache, wenns um richtig komplizierte

Rhythmen geht. Damit lernen Sie den Rhythmus sofort und können die Noten sofort richtig umsetzen, Und ich meine wirklich sofort. Ich habe diesen Trick von Schlagzeugern abgeschaut, die diese Methode natürlich  extrem ausreizen und einige haben ja dazu ganze Bücher geschrieben.

 

So wie machen wir das? Wir legen auf die Noten oder besser gesagt auf Rhythmen die passenden Wörter. Denn Wörter haben ja auch einen natürlichen Rhythmus und den nutzen wir.

 

Es gibt da viele Wörter-Systeme, fast jeder Musiker/Lehrer hat sein eigenes, i ch möchte dir hier meines zeigen. Du kannst auch für dich dann deine Wörter dazu erfinden.

 

Beginnen wir mit den Viertelnoten:

Hier verwende ich natürlich ein Einsilbiges Wort.

Mein Wort für Viertelnoten ist abstrakt:

TA

 

Eine reihe von Vierteltönen sind also : TA TA TA TA – dazu klopfen wir natürlich dazu

 

Die Achtelnoten sehe ich immer als Notenpaar und nenne sie: TA-Ti

Ich klopfe wieder und spreche sie: TA-TI

Wichtig ist, dass Du die zwei als EINE Einheit liest und verstehst.

 

Jetzt machen wir das ganze gleich komplizierter:

Eine relativ schwierige Notengruppe ist die hier: 2 16tel und eine 8tel

Wichtig ist, dass Du diese wieder als EINE EINHEIT liest. Blick also nicht jede einzelne Note an, sondern fasse sie als Gruppe zusammen, lies sie als Gruppe.

Das Wort dafür ist MICKEYMAUS! Oder du kannst auch Donnerstag sagen

Wieder klopfen wir dazu und sprechen: Mickeymaus, Mickeymaus.

 

Umgedreht kann natürlich auch bei diesen drei Tönen die lange Note voranstehen, also die 8tel.

Dann verwende ich das Wort: Schaumrolle oder Schneebesen, Zahnbürste, Türglocke und klopfe wieder dazu. Du kannst dir davon eines aussuchen, und bleibst dann bei diesem Wort.

 

Und im nächsten Schritt suche ich mir spezielle Melodien und spreche diese zeilenweise mit Schülern durch. Laut sprechen und dazu klopfen oder klatschen. Denn wir haben ja pro Schlag nur ein Wort, und das Tempo der Schläge bleibt gleich: Nachdem ich den Rhythmus durch gesprochen habe, dann spiele ich gleich. Du kannst das ganze auch Taktweise machen. So wie es für dich einfacher ist!

 

Ich habe noch viele weitere Wörter für Rhythmen, aber wenn du einmal das Prinzip verstanden hast,  dann kannst du dir selber Wörter suchen, oder du schreibst mir kurz eine Mail, dann Sende ich dir eine Liste von Wörtern – verbunden mit Rhythmen.

 

So jetzt bist du wieder an der Reihe. Suche dir z.B. einfache Melodien mit Achteln, Vierteln.

Und übe sie. Du kannst sie durchsprechen. Du kannst sie spielen und dazu klopfen. Du kannst sie mit Metronom spielen und das Tempo steigern.

 

Viel Spaß dabei!

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