So hörst du dich selber am besten!

“Der Saxofon-TON ist am wichtigsten!”

Mein erster Lehrer, der Erwin, hat mir das immer wieder gesagt. Das erste, was die Zuhörer von dir wahrnehmen, das ist DEIN KLANG – und das meinte er wirklich sehr persönlich.

Hier nochmals deutlich: Egal ob man im 240er-Tempo noch saubere 32tel-Läufe spielen kann oder die unglaublichsten Solo-Licks spielen kann, das erste, mit dem wir am Instrument überzeugen müssen, das ist der Ton!

Mir war das lange nicht klar. Aber jeder Lehrer, Professor und Superprofi sagte mir später immer wieder dasselbe: Zuerst der Ton!

Es gilt also insbesondere für Saxofonisten im Jazz, Rock, Pop einen eigenen persönlichen Ton zu finden.

Hier die Formel dazu: (Saxofonisten anhören + eigene Idealvorstellung finden) x Tonübungen x Fokus auf den Klang x (passendes Mundstück + passendes Blatt + passendes Instrument) = der eigene bestmögliche Klang!

Diesen Weg will ich hier aber gar nicht weiter ausführen.

Ich möchte hier den Fokus auf unsere eigene Wahrnehmung beim Saxofonspielen lenken:

Wenn wir Saxofonspielen, dann hören wir den Klang anders, als der Zuhörer vor uns. Zunächst empfinden wir den Ton leiser als der Zuhörer vor uns, weil der Klang durch Trichter und Löcher nach vorne abstrahlt. Dazu finde ich, dass der Ton im Gegensatz zum Zuhörerbereich in meiner eigenen Wahrnehmung weicher klingt.

Wir hören unseren eigenen Ton also leiser und weicher als der Zuhörer. Für uns ist aber vor allem die Wahrnehmung des Zuhörers entscheidend. Deshalb müssen wir möglichst diesen Klang finden. Also wie hört uns der Zuhörer? Hier zwei einfache Methoden. Damit bekommst du relativ einfach einen Eindruck deines Saxofonklanges, so wie er beim Zuhörer ankommt.

TIPP:

Um den bestmöglichen Eindruck vom eigenen Ton zu erhalten, kannst du dich

  1. mit einem möglichst guten Mikrofon aufnehmen (Bsp. dpa, EV RE20, AKG, Neumann – in einem kommenden Beitrag werde ich Saxmikrofone empfehlen)
  2. ca. 1 m vor eine möglichst glatte Wand stellen und gegen diese Wand spielen. Der Ton wird sofort von der Wand reflektiert und kommt relativ sauber und rein sofort zu dir zurück.

 

Lösung 2 ist wohl die schnellste und einfachste Art, einen möglichst genauen Eindruck deines Klanges zu erhalten, und zwar so, wie er beim Zuhörer ankommt. Ich spiele immer wieder beim Üben vor einer Wand – ist für mich sehr aufschlussreich: Ton und Klang sind stärker und heller.

Probier nach deinen Möglichkeiten beides aus. Ich hoffe, sie helfen dir weiter. Musik machen ist immer auch ein Ausprobieren, insbesondere ein Suchen nach hilfreichen Methoden und Techniken.

Bitte erschrecke nicht. Deine Lautstärke wird dich womöglich überraschen und auch der etwas schärfere Klang könnte neu sein. ;))

Beste Sax-Wünsche

Joe

 

PS: Über den Ton, die Tonphilosophie, den Zusammenhang Ton-Material und Ton-Tonvorstellung kann man mehrere Bücher schreiben. Ich versuche hier zunächst immer die einfachsten und praktikabelsten Lösungen für etwaige Probleme oder Fragen zu bieten. 😉

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