… und wenn ich valsch spiehle?

zum Fehler-Bild: “kleiner Haltungsfehler” – sicher findest du sofort den Fehler, oder?

 

… und wenn ich “valsch spiehle”?

Tja, ist passiert und wird wieder passieren.

“Wer arbeitet macht Fehler!” – ein oft zitierter und wahrer Satz!

Aber in unserer Musikwelt sind wir natürlich bestrebt, möglichst fehlerfrei zu spielen. Kein Zuhörer (mit Ausnahme der eigenen Familie 😉 ) akzeptiert schlecht gespielte – also fehlerhafte – Musik in einem Konzert. Auf CD, im Stream, im Radio hören wir sowieso nur perfekte Musik.

Wir aktive Musiker sind also permanent gefordert, möglichst fehlerfrei zu spielen. Und wir selbst wollen das ja natürlich auch.

Ich möchte hier nicht diesen Druck rausnehmen, sondern möchte meine heutigen schnellen Gedanken zu diesem Dauerthema KURZ darstellen:

  1. Allgemeines Lernen:
    1. Der Lernprozess  bewegt sich ständig an der Grenze zum “Neuen”. Beim Überschreiten unseres aktuellen Könnens passieren Fehler. Eine tägliche Normalität, die wir ständig ausloten.
    2. Nur, wenn ich regelmäßig an die Grenzen meiner Fähigkeiten gehe, verbessere ich mich. Damit erweitere ich mein Können: ob technisch mit Fingerschnelligkeit, neue Töne, Rhythmik … immer gehe ich so weit, bis die Fehler kommen!
    3. Jeden Tag kann ich damit meine Grenzen – meine Fähigkeiten – erweitern. Das ist der Weg!

 

  1. Speziell für uns Musiker:
    1. In der Musik ist die Genauigkeit von Beginn an hohes Kriterium: Tonlänge, Rhythmik, Artikulation sollen schon die Anfänger über ein ganzes Stück hinweg fehlerlos beherrschen. Ein einziger Fehler (falsche Note, falscher Rhythmus) kann das Ausscheiden bedeuten – man wird aus dem Stück geworfen!
    2. Niemand spielt dauerhaft fehlerlos: wir müssen also lernen, auch bei Konzerten mit Fehlern zu spielen, und weiter zu spielen: Am Besten man übt/spielt das Musikstück immer wieder (z.B. am Ende der Übungsstunde) wirklich komplett durch, hört also nicht auf zu spielen, selbst wenn Fehler passieren. Man muss mit Fehlern spielen lernen.
    3. Spielfehler kommen garantiert. Sind sie passiert, kann man sie nicht mehr “gut machen”. Oft stoppen Schüler nach einem Fehler und wiederholen die Stelle – ist gut gemeint, ich finde aber, beim Vorspiel ist das nicht “notwendig”  (ich habe das als Schüler natürlich auch gemacht) – Also WEITERSPIELEN nach Fehlern!
    4. Finde die Fehlerquelle: das ist oft schwierig! Bei uns Saxofonist(inn)en oft die fehlende Intensität des Luftstroms, weniger die Finger, manchmal das zu schnelle Tempo … es gibt endlose Fehlerquellen.

 

  1. FAZIT:
    1. Bei Spielfehlern: 1. Fehlerquelle finden // 2. Tempo reduzieren // 3. Spiele die Stelle mindestens 5 x ohne Rhythmus Ton für Ton // 4. langsam im Rhythmus // 5. Spiele die Stelle eine Woche lang mindestens 5 x täglich mit steigendem Tempo // 6. Übe immer schneller, bis der Fehler wieder kommt // 7. Gehe zurück in den “sicheren Tempobereich”
    2. Akzeptiere deine Fehler: Spielen heißt immer lernen heißt immer auch Fehler machen.
    3. Der erste Schritt ist die ACHTSAMKEIT: höre dir möglichst genau zu – oder noch besser: nimm dein Spiel mit dem Handy auf!
    4. Konzentriere dich nicht nur auf die Fehler, sondern auch auf die vielen Noten/Töne, die du sehr gut – fehlerfrei – gespielt hast!
    5. Lass dir durch die Fehler nicht den Saxofon-Spass verderben. Wenn du dich zu sehr ärgerst, spiele einfachere Musik. Natürlich wollen wir gut und besser werden, aber dieser Prozess ist ein ständiges Auf und Ab.

 

… und was für dich valsch klingt, kann für den anderen vielleicht gar nicht zu hören sein oder im Extremfall gut klingen …

… unterschätze/überschätze dein Publikum nicht: jeder hat “andere Ohren” und anderes Vorwissen:

es gibt viele Formen von valsch: fahlsch, fhalsch, fallsch, faltsch, …

Im Endeffekt entscheiden wir selber “was für uns falsch ist” und wie wir damit umgehen – mein letzter Tipp: entspannt sein, locker bleiben und nicht aufgeben: denn: unser ZIEL IST DER WEG 😉

in diesem Sinne: wünsche ich dir frohes Schaffen mit und ohne Fehler!

Was waren deine schönsten Saxofonfehler?

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