9 unschlagbare Vorteile des Saxofons

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Ich freue mich auf eine gute Bewertung bei i-tunes!

 

 

Das Saxofon hat immer die Nase vorn! Es ist DAS Instrument meiner Wahl. Natürlich hinkt jeder Vergleich. Natürlich bin ich in meinen Einschätzungen subjektiv. Und vielleicht würde ein Trompeter, Pianist oder Schlagzeuger ähnliche oder ganz andere Argumente für SEIN Instrument finden!

Die 9 unschlagbaren Vorteile, die ich hier anführe spiegeln aber die enorme Beliebtheit des Instrumentes wieder. Das Saxofon ist in der modernen Musikwelt das führende Blasinstrument! Nicht weil es nur einfach zu spielen ist, nicht weil es einfach sehr gut aussieht, nicht weil es aufregend klingt,

sondern weil das Saxofon eben alle diese Vorteile in einer unschlagbaren Kombination vereint!

 

  1. Das Aussehen

Schon allein die geschlungene Form ist ein Hingucker. Dazu die Haltung des Instrumentes vor dem Körper: Die Armhaltung ist ähnlich eines Fahnenträgers. Das Instrument wird in der Vertikalen gespielt, geht mit dem Ende in die Tiefe, das letzte Teilstück zeigt aber wieder nach oben. Die Form wirkt offen, positiv und energiegeladen!

Saxofone werden an einem Halsgurt eingehakt, der damit Arme und Hände entlastet. Auch ohne Saxofon wirkt dieser Gurt wie eine Medaille, meist edel und schwarz! Viele Saxofonisten erkennt man daher im Bühnenbereich auch ohne Instrument, eben am Halsgurt.

Das Material des Instruments kann variieren. Von gold-glänzend über Silber, Bronze bis zu Kunststoff ist alles möglich. Der schützende Klarlack  bringt das Instrument zum glänzen. Manche Saxofonisten haben ihn bewusst vom Instrument entfernt. Das Saxofon erhält damit ein mattes und erdiges Aussehen. Es kursiert sorgar die Meinung, das die Entfernung des Schutzlackes zu einem noch besseren Klang führt ….

 

  1. Tonlich flexibel

Ich kenne kein Naturinstrument, das man klanglich so variabel spielen kann. Die Bandbreite ist enorm: vom klassischen cello-artigen Klang, der dunkel und samt-weich klingt bis zum extrem aggressiven und schrillen Sound der Pop- und Rocksaxofonisten.

Viele Komponenten bewirken in Summe diese Flexibilität, hier die wichtigsten:

  • die eigene Klangvorstellung bewirkt unterschiedliche Hohlräume im Mund- und Rachenraum sowie unterschiedliche Lippen- und Kinnspannungen
  • die Wahl des Saxofonblattes
  • die Wahl des Mundstückes
  • die Wahl des Materials: Silber bewirkt einen hellen Klang, Bronze einen dunklen Klang

 

  1. Das Saxofon kann alle Stimmlagen abdecken

Ein Saxofonist kann in allen Stimmlagen spielen. Vom Sopran bis zum Bass. Dazu braucht er die unterschiedlichen Saxofongrößen: Sopranino, Sopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass, Kontrabass.

Das Griffsystem ist auf allen Saxofonen gleich: Damit startet ein Saxofonist auf einer beliebigen Größe – z.B. Altsaxofon – und kann damit automatisch auch alle anderen Saxofongrößen spielen!

Viele Saxofonisten spielen zwei oder noch mehr Saxofongrößen. Die meisten Saxofonisten besitzen ein Alt- und ein Tenorsaxofon, wobei sehr oft ein Instrument als Hauptinstrument gesehen wird.

Eine Saxofongröße als “Hauptinstrument” zu behandeln ist deshalb sinnvoll, weil das Feingefühl für die Saxofonmechanik und für die Lippentechnik auf diese Weise am besten entwickelt werden kann. Denn obwohl das Saxofon, grundsätzlich sehr einfach zu spielen ist, müssen vor allem die fortgeschrittenen Saxofonisten zur Verbesserung ihrer Technik sehr präzise und feine Bewegungen durchführen. Würde man hier ständig zwischen unterschiedliche Saxofongrößen wechseln, bekämen Finger und Lippenmuskel für ihre Mikrobewegungen ständig widersprüchige Informationen.

Und natürlich gibt es auch Saxofonisten, die mehrere Größen auf extrem hohem Niveau beherrschen. Diese Fertigkeiten werden aber nur mit einem guten Übungskonzept und einem intelligenten Setup (Mundstücke und Blätter) – und mit vielen Übungsstunden erreicht 😉

 

  1. Das Saxofon spielt in allen Musikrichtungen

Natürlich ist das Saxofon “DAS Symbolinstrument” für Jazz. Es wurde auch spieltechnisch von vielen Jazzsaxofonisten enorm weiterentwickelt. Vor allem die einfache Griffweise hat diese Entwicklung begünstigt.

Aber mittlerweile finden wir Saxofonisten in allen Musikrichtungen: Rock, Pop, Folk, Klassik, Moderne, Folklore bis zur neuen Volksmusik! Diese Entwicklung lässt sich vor allem durch das ständig steigende Ausbildungsniveau und durch die vielen extrem guten Mundstückhersteller erklären. Dadurch kann das Saxofon tatsächlich in jeder Klangfarbe und Lautstärke gespielt werden.

Folglich haben Saxofonisten jetzt auch die Möglichkeit in allen erdenklichen Formationen zu spielen: Bigband, Blasorchester, Streichorchester, Duo, Trio, Quartette.

Das Saxofon hat nämlich ein Klangspektrum, das für die Vermischung mit anderen Instrumenten oder auch anderen Saxofonen hervorragend geeignet ist. Es kann klanglich und akustisch dominieren, es kann aber auch in den Hintergrund treten.

Meine klanglich bevorzugten Duokombinationen sind:

Sopransaxofon & Akkordeon

Altsaxofon & Gitarre

Tenorsaxofon & Klavier

 

  1. Mobilität

Saxofone sind einfach zu transportieren. Ob im Urlaub, auf Geschäftsreise oder auf Konzerttour – das Saxofon ist schnell eingepackt und im Kofferraum verstaut.

Für jede Reiseart (ob Fahrrad, Auto, Zug oder Flugzeug) gibt es mittlerweile Spezialkoffer in allen erdenklichen Farben und Materialien. Hervorragende Koffer erhält man im Fachhandel bereits für weniger als 100 Euro!

Auf der Konzertbühne oder im Club haben Saxofonisten den überragenden “Vorteil der Einfachheit”. Ausgepackt und sofort zusammengesteckt – in nicht einmal einer halben Minute ist man spielbereit. Keine lästige Verkabelung, Mikrofone, Ständer oder Verstärker mit Lautsprecher sind notwendig! Ich spiele in fast allen Clubauftritten ohne Mikrofon.

Und wenn ich ein Mikrofon – z.B. für Open-Air-Bühnen – benötige,dann gibt es ganz einfache Lösungen: Clip-Mikrofone die man auf dem Becher klippt – mit Funk oder ohne Funk.

Einfache Einstellung und los gehts.

 

  1. Das Saxofon ist ein “einfaches” Start-Instrument

Folgende Fakten sprechen dafür:

  • Das Griffsystem ist das einfachste aller Instrumente: Die Griffe in den zwei Hauptoktaven sind exakt gleich mit dem Unterschied der gedrückten oder nicht-gedrückten Oktav-Daumenklappe. Der Saxofonist greift also z.B. ein a1 genau so wie ein a2 (hier mit Daumen). Dieses Griffsystem macht das Erlernen von Tonleitern, Skalen und Dreiklängen extrem einfach.
  • die Tonproduktion ist relativ einfach im Vergleich zur Klarinette, Oboe, Querflöte, Trompete etc. Mundstück und Blatt ist relativ größer, sodass vor allem am Beginn bereits mit “relativ wenig” Feingefühl ansprechende Tonergebnisse produziert werden können.
  • Der Saxofonist drückt mit seinen Fingern immer nur auf Metallklappen, die wiederum die Löcher im Korpus verschließen. Im Gegensatz dazu müssen Querflötisten, Oboisten, Klarinettisten, Flötisten ihre Finger Millimeter-genau auf tatsächliche Löcher legen, um dieses abzudecken. Wer schon einmal diese Instrumente gespielt hat, weiß genau, wie schwierig das sein kann.

Aber Vorsicht! Bitte nicht falsch verstehen: Das Saxofon ist das Instrument mit der steilsten Lernkurve in den ersten Monaten und Jahren. Die Lernfortschritte in den ersten Monaten sind oft spektakulär – je nach Voraussetzungen und Vorwissen der Einsteiger. Je weiter sich der Saxofonist aber entwickelt, umso flacher wird seine Lernkurve. Schließlich bewegt sich ein sehr fortgeschrittener Saxofonist im gleichen Fortschrittstempo wie andere Instrumentalisten auch.

 

  1. Der günstige Einstiegspreis

Neue Saxofone kann man jetzt bereits in einem seriösen Zustand für ca. 250 Euro bei einem verlässlichen Händler in Deutschland kaufen. Diese Saxofone werden vor dem Versand in der Fachwerkstätte nochmals überprüft: funktioniert die Mechanik, decken alle Polster, sind alle Schrauben festgezogen, sind die Teilstücke passgenau …

Damit bekommt man ein solides Einstiegsinstrument und kann die ersten Saxofonschritte mit einem verlässlichen Instrument gehen.

Die zentrale Frage, die hinter jedem Saxofonkauf stehen muss ist: Was macht ein qualitativ gutes Saxofon aus? Was ist Pflicht und was ist Kür?

Zu den unbedingt notwendigen Anforderungen eines Saxofons zähle ich:

  • Die Töne müssen leicht ansprechen: dazu müsssen das Mundstück und Blatt zusammenpassen und die Polster exakt eingestellt sein
  • Das Instrument muss eine gute Intonation aufweisen, was bis zu einem gewissen Grad auch durch die Einstellung der Klappen und Polster erreicht werden kann.
  • Das Instrument muss verlässlich verarbeitet sein: relativ hartes Metall in der Mechanik, damit es zu keinen Verbiegungen kommt; beständiges Material bei den Polstern, damit diese die Löcher dauerhaft gut abdecken können.

Der Rest ist Kür: Tonfarbe, Aussehen, Klang …

Für ca. 250 Euro sind aktuell tatsäch bereits Saxofone mit diesen Anforderungen erhältlich, also verlässliches Material, mit dem man seine Saxofontöne schon genießen kann.

Natürlich gibt es – wie bei allen anderen Musikinstrumenten – Top-Qualitäts-Saxofone, die ein Vielfaches dieses Einstiegspreises kosten, aber für den einfachen Start wird das oben genannte Einstiegsmaterial reichen.

Wer bereits am Anfang mehr investieren will, der soll natürlich z.B. ein Yamaha-Saxofon für ca. 800 – 1000 Euro kaufen. Diese Instrumente sind im langfristigen Preis-Leistungs-Verhältnis – und ich spreche hier von Jahrzehnten – nahezu unerreicht. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein Lebern lang seine wahre Freude am Saxofonspiel haben.

Will man dieses Qualitätsniveau mit anderen Instrumenten wie Geigen, Klaviere, Klarinetten, Querflöten oder vielleicht sogar Harfen vergleichen, so wird man sehr schnell feststellen, wie preisgünstig Saxofone im allgemeinen sind.

 

  1. Wenig Üben

Ich schreibe nicht gerne über dieses Phänomen, aber man muss es erwähnen: Immer wieder sieht man Gitarristen, Pianisten, Sänger in Bands, die bei einer oder zwei Nummern plötzlich zum Saxofon greifen und souverän losspielen! Wie kann das möglich sein, da es offensichtlich nur das “zweite oder dritte” Instrument ist?

Hier komme ich wieder auf die “schnelle Lernzeit am Saxofonstart” zurück. Musiker, die bereits ein Instrument spielen können durch ihr Vorwissen sehr schnell Saxofon lernen:

  1. Die Tonproduktion ist relativ einfach (vgl. Klarinette, Querflöte, …)
  2. Das Griffsystem ist absolut einfach

Daher können sie sehr schnell einfache Pop-Melodie mit dem notwendigen “Feeling” aufladen und große “Wirkung” erzielen. Natürlich erkennt der geübte Hörer/Saxofonist sofort, ob hinter der gespielten Melodie eine “seriöse und dauerhafte Übungsarbeit” steckt, oder ob man schnell ein paar Saxofoneffekte erzielen möchte. Aber bis zu einem gewissen Niveau können gewisse Musiker mit Vorkenntnissen mit sehr geringem Aufwand kommen. Es ist tatsächlich erstaunlich!

Diese schnelle Entwicklung ist bei allen anderen Instrumenten wie Klarinette, Querflöte, Klavier, Geige, Gitarre, Trompete usw undenkbar.

 

  1. Improvisieren

Das Saxofon ist ein zentrales Instrument im Jazz. Die relativ junge Jazz-Musik hat ein zentrales Element: die Improvisation! Improvisieren bedeutet das spontane Erfinden von Melodien, Akkorden am Instrument. Zur Vorbereitung üben Jazzmusiker Tonleitern, Skalen und Dreiklänge als Bausteine ihrer Improvisation.

Das Saxofon zeichnet sich – wie oben erwähnt – dadurch aus, dass Tonleitern, Skalen und Dreiklänge aufgrund des einfachen Griffsystems extrem leicht zu erlernen sind, weil die Griffe in den jeweiligen Oktavlagen absolut gleich sind. Dies ist auch bei der Querflöte der Fall, aber nicht bei der Klarinette.

Das bedeutet, Saxofonisten lernen in gleicher Zeit schneller zu improvisieren. Dieser Umstand führte unter anderem zur Dominanz im Jazz. Viele virtuose Spieltechniken wurden von Jazzsaxofonisten entwickelt und optimiert. Mittlerweile gibt es unzählige brillante Jazz-, Pop- und Rocksaxofonisten, die alle auf höchstem Niveau improvisieren. Dies führt wieder zur Verbesserung von Lernmaterialen (Bücher, CDs, Videos, Software etc.), was wiederum das Niveau anhebt.

Neben der leichten Grifftechnik hilft die klangliche Flexibilität des Instrumentes enorm: bereits mit einem einzig geblasenen Saxofonton kann man unterschiedlichste Klangfarben, Nuancen und Effekte erzielen, welche die Improvisation verstärken. Diese Möglichkeiten sind auf anderen Instrumenten um vieles geringer bzw. schwieriger!

Wenn ich selbstverständlicher Weise hier zunächst nur Lobeshymnen auf mein Instrument singe, so möchte ich doch auch auf zwei Knackpunkte der Saxofone hinweisen:

  1. Das Saxofon ist ein “transponierendes Instrument”: Spielt ein Altsaxofonist ein für ihn notiertes c2 in seinem Saxofonbuch, so erklingt tatsächlich ein es1. Ein Pianist/Gitarrist/Geiger/Querflötenspieler müsste also ein es1 spielen damit derselbe Ton (c2 für den Altsaxofonisten) erklingt. Saxofonisten brauchen also immer eigene Noten und können nicht dieselben Noten wie Gitarristen oder Pianisten spielen.
  2. Der Tonumfang des Saxofons nach unten ist relativ begrenzt. Dies hat zur Folge, dass man eben mehrere Saxofongrößen braucht um einen größeren Tonumfang abzudecken (nicht so bei Klarinette, Horn, Klavier, Gitarre).

 

Zusammenfassend möchte ich voraussagen, dass dem Saxofon eine goldene Zukunft bevor steht: Einfachheit & Flexibilität & Aussehen & Preis bewirken schon alleine eine unschlagbare Kombination und Anziehungskraft für Musikinsteressierte!

Nicht umsonst wurde das Saxofon erst kürzlich zum “Musikinstrument des Jahres 2019” gewählt!

 

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