Vier brennende Fragen zum Saxofon-Start

 

4 brennende Fragen zum Saxofonstart

Regelmäßig erhalte ich Fragen zum Saxofonstart. Die wichtigsten und meist gestellten Fragen möchte ich in diesem Blogbeitrag relativ kurz behandeln.

 

  1. Benötige ich Vorkenntnisse?

Mit Vorkenntnissen sind hier vor allem das Wissen über musiktheoretischen Grundlagen gemeint. Für den Saxofonstart sind musiktheoretische Vorkenntnisse NICHT NOTWENDIG.

Es spielt keine Rolle, welches Saxofonbuch man verwendet, oder mit welchem Lehrer oder System man arbeitet. Denn mit der schrittweisen Verbesserung auf dem Instrument – also dem praktischen Lernprozess lernt man theoretisches Wissen (wie Notennamen, Notenwerte etc.) ebenso schrittweise.

Saxofonschüler lernen also immer zunächst ein neues Element auf dem Saxofon in praktischer Form – spielen es also – und dazu begleitend den dazugehörigen theoretischen Begriff (wie zum Beispiel den Notennamen zum gerade gespielten Ton)

Der Lernfortschritt erfolgt also auch im Theoriebereich schrittweise, im Idealfall so elegant mit der Praxis verbunden, dass man den Wissenszuwachs bewusst gar nicht wahrnimmt.

 

  1. Welche Saxofongröße ist ideal für den Saxofonstart?

Zunächst sind 4 Saxofongrößen am meisten verbreitet: Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon. Grundsätzlich kammen auf jeder dieser 4 Größen starten. Meine Empfehlung ist aber ganz klar das ALTSAXOFON. Diese Größe empfehle ich aus folgendne Gründen:

  1. a) Das Altsaxofon hat ein noch angenehmes Gewicht – im Schnitt ca. 2,5 kg – die um den Hals gehängt werden. (Beim Tenorsaxofon sind es durchschnittlich bereits 3,5 kg).
  2. b) Der Aufwand/Umfang an Atemluft zur Erzeugung des Tones ist für jeden beherrschbar. Auch Anfänger im Alter von ca. 9-10 Jahren können locker stabile und lange Töne erzeugen.
  3. c) Altsaxofon-Mundstücke haben eine angenehme Größe, sodass einerseits weniger Feingefühl (wie beim Sopransax) benötigt wird und andererseits man keinen größeren Gegenstand (wie beim Tenorsax) im Mund hat. d) Eine gute Intonation ist mit dem passenden Mundstück (enge Bahn) leichter zu erreichen, als bei allen anderen Größen.
  4. d) Altsaxofone sind von allen vier Größen vergleichsweise am billigsten.
  5. e) Das Spiel auf der Altsaxmechanik (Drücken der Klappen) ist aus meiner Sicht am einfachsten. Das Sopran erfordert hier schon viel Feingefühl, das Tenor erfordert schon größere Fingerbewegungen.

 

  1. Welche Marke soll ich kaufen?

Es gibt mittlerweile viele ausgezeichnete Saxofonhersteller – sehr bekannte, bekannte und unbekannte. Nahezu jeder Hersteller hat verschieden Saxofonserien im Angebot, vom Anfängermodell bis zum Profisaxofon.

Dazu muss man beim Kauf wissen, was ein “gutes funktionierendes Saxofon” überhaupt ausmacht. Aus meiner Sicht muss ein funktionierendes Saxofon zunächst 2 Bedingungen erfüllen: 1. Die Töne müssen leicht ansprechen: Die Mechanik aus Klappen, Stangen, Federn und Polster muss in Summe so eingestellt sein, dass Töne mit leichtem Fingerdruck leicht ansprechen – die Klappen also gut die Kamine verschließen. Dazu gehört aber sicherlich auch im tiefen Tonregister vor allem ein gut funktionierendes Mundstück und Blatt sowie die richtige Blastechnik. Aber, ohne gut eingestellte Mechanik ist man in diesen Tonregionen “machtlos”. 2. Das Instrument sollte bestmögliche Intonation aufweisen. Alle Töne sollen also möglichst genau stimmen. Dies kann man zum Teil mit geschultem Gehör gut hören oder auch mit einem Stimmgerät genau feststellen.

Würde ich aus meiner heutigen jahrzehntelangen Erfahrung zurück in den Anfängerstatus versetzen, so würde ich mir ein Yamaha-Altsaxofon für den Start kaufen, aus folgenden Gründen:

  1. Die Intonation ist bei Yamaha-Saxofonen nahezu perfekt
  2. Der Klang ist bereits bei den Anfänger-Saxofonen von Yamaha sehr ausgewogen und sauber über die gesamte Tonreihe. Es gibt keine schlecht klingenden Töne.
  3. Die Mechanik ist aus bestem Material gefertigt: Stangen, Federn, Klappen sind aus relativ hartem Metall, sodass es zu keinen Verbiegungen oder Verschiebungen kommt. Korke und Polster sind sorgfältig geklebt. Die Mechanik funktioniert über Jahren hinweg zuverlässig.
  4. Das Instrument liegt perfekt in der Hand. Die Klappen schmiegen sich nahezu an die Handform, sodass diese mit wenig Bewegungsaufwand zu drücken sind.
  5. Der Yamaha-Schutzlack ist der beste Lack von allen Saxofonen. Selbst nach Jahrzehnten hält dieser Lack und schützt das Instrument.
  6. Übriges Equipment, wie Mundstücke, Blätter funktionieren auf Yamaha-Saxofonen tadellos.
  7. Yamaha-Saxofone sind enorm wertstabil. Sie halten bei guter Pflege fast ihren Kaufpreis.

 

Yamaha-Saxofone bieten also vor allem im Einstiegsbereich (900 – 1200 Euro) das beste Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem Yamaha-Saxofon wird man ein ganzes Leben lang einen zuverlässigen Partner haben. Viele herausragende Supersaxofonisten spielen Yamaha-Saxofone, weil sie vor allem die oben genannten Vorteile schätzen.

Vielleicht fragst du dich, wieso man dann immer wieder bei sehr vielen Profis auch alte Saxofone – wie zum Beispiel Selmer – sieht. Dazu muss man wissen, dass Profis vor allem nach einem gut KLINGENDEN Saxofon suchen. Hier hat Selmer mit seinen alten Saxofonen (Balanced Action, Super Balanced Action, Mark 6) vor allem eine perfekte Kombination aus leicht gängiger Mechanik (das war der große Entwicklungsschritt von Selmer) und einem interessanten Klang geschaffen.

In Puncto Mechanik hält  das Yamaha mit jedem anderen Saxofon locker mit, ist vielleicht sogar der Marktführer. In Puncto Klang gehen die Meinungen auseinander und das ist schön und gut so 😉

 

  1. Mit welchem Lernsystem soll ich starten?

Mittlerweile gibt es auch im Saxofonbereich verschiedene Lernformen. Welche Lernform die bessere ist, muss jeder für sich entscheiden. Dabei spielen Vorwissen, verfügbare Zeit, Finanzkraft und individuelle Ansichten und Wünsche eine Rolle. Hier die wichtigsten Lernformen mit Vor- und Nachteilen:

4.1. Persönlicher Unterricht bei einem Saxofonlehrer:

Positiv:

  • wird oft regelmäßig im Wochenrhythmus gehalten, daher ist ein möglichst kontinuierlicher und überwachter Fortschritt sehr wahrscheinlich
  • direktes Feedback vom Lehrer an den Schüler: Motivation, Korrekturen, Anregungen
  • Der Lehrer kann direkt auf den Schüler eingehen, schnell seine Probleme lösen

 

Negativ:

  • Teuer im Vergleich zu anderen Formen
  • Zeitaufwendig

 

4.2. Autodidaktisch – sich das Spielen also selber beibringen:

Positiv:

  • Dazu kauft man sich ein Saxofonbuch und spielt die Kapiteln selbständig durch.
  • Diese Form funktioniert vor allem bei Musikern, die schon ein Instrument spielen, insbesondere bei Klarinettisten und Flötisten.
  • Man ist frei: wählt seine Musik, sein Tempo

Negativ:

  • Gefährlich ist hier das fehlende Feedback, denn gewisse Elemente sind nicht einfach, selbständig zu lernen – vor allem im Fortgeschrittenenbereich.
  • Ohne musikalische Vorerfahrung ist diese Lernform sehr mühsam, da das motorische Feingefühl in Fingern und Lippen erst aufgebaut werden muss.

 

4.3 Das Lernen mit Videos und Software:

Negativ:

  • Hier fehlt grundsätzlich auch das Feedback, man weiß also nicht, ob man Ansatz, Artikulation, Atmung etc. richtig ausführt.
  • kein persönlicher, direkter Kontakt zu einem Lehrer

Positiv:

  • Man kann mit dem Lernmaterial zeitlich grenzenlos arbeiten
  • Das Material ist sehr genau und detailliert: kleine Lernschritte, motivierende Playbacks
  • Der Lehrer im Video kann ganz genau beobachtet werden, ein großer Vorteil für das Imitieren der Musik
  • Das Lerntempo ist völlig frei, man kann zeitlich pausieren und wieder weiter spielen
  • der Preis ist sehr günstig

 

TIPP: Man kann die Lernformen kombinieren. Es spricht nichts dagegen, persönlichen Unterricht mit Videokursen zu kombinieren. Jeder muss für sich entscheiden und probieren. Wichtig: Mit der Wahl einer Lernform hat man keine endgültige Entscheidung getroffen. Man kann im Prinzip auch in der Folge zu jederzeit auf eine andere Lernform wechseln, man hat also nichts verloren.

Ich möchte hier kurz auf meinen kostenlosen Einstiegskurs mit Videos hinweisen: www.saxofonlernen.com

 

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