Es geht nich um das Saxofon!!!!

Die Klarinettistin Sabine Meyer (ein Weltstar) gewann mit 11 Jahren auf der GEIGE den größten Musikwettbewerb Deutschlands: den Bundeswettbewerb von Jugend musiziert!

Zwei Jahre später gewinnt sie wieder im Bundeswettbewerb: aber mit der Klarinette!

Bei dem hohen Niveau und der Dichte dieses Wettbewerbes wohl einzigartig!

Aber nicht selten erfahre ich von Kollegen, dass sie bereits vorher ein anderes Instrument auf hohem Niveau gespielt haben.

Und immer wieder bestätigt sich bei mir der Verdacht/die Vermutung/ und die Überzeugung, dass jeder dieser herausragenden Musiker wahrscheinlich auf jedem anderen Instrument ein großer Meister geworden wäre!

Matthias Schorn, Soloklarinettist bei den Wiener Philharmonikern, hat mich in meiner Meinung bestätigt. Er ist überzeugt, dass es keine expliziten Voraussetzungen – wie Trompeterlippen, Pianistenfinger etc. – für ein bestimmtes Instrument gibt.

Branford Marsalis sagte mir erst kürzlich, dass ihm das Saxofon, die Saxofongröße (Alt, Sopran, Tenor) eigentlich egal sind. Für ihn ist es ein bloßes Mittel für den musikalischen Ausdruck!

Heute haben wir eine Musik-Leistungsprüfung abgehalten. Die Schülerin war sehr gut vorbereitet. Sie spielte souverän, musikalisch, alles, was man sich wünscht. Und doch findet man als Lehrer natürlich immer etwas, das es zu verbessern gilt.

Meist dreht es sich dabei um die Haltung von Fingern, Händen oder auch – wie heute – um den linken Fuß, dessen Spitze nach oben gestreckt war (!!!!) – und zwar bei der kompletten Prüfung!

Musikmachen ist ein Körpergefühl, ist Körperausdruck, ist Körperarbeit. Wir Musiker sollen in der eigentlichen Grundhaltung so entspannt wie möglich spielen – mit lockeren Schultern, lockeren – flexiblen Handgelenken – weichen “Wattefingern”.

Die Spannung entwickeln wir in der Musik selber. Sie muss sich aber entsprechend der Melodien wieder auflösen.

Zurück zum Körper: Wenn wir viel spielen, viel Musik machen, regelmäßig stundenlang üben, dann empfinden wir das Instrument sogar als verlängerter Körperteil. Das Feingefühl für das Instrument wird derart ausgeprägt und genau, dass man das Instrument beim Spielen vergißt.

Es geht also nicht um das Saxofon (obwohl so ein schönes Instrument), oder um das Klavier, die Trompete …

Es geht um unser Körpergefühl, unsere Bewegungen. Dadurch entsteht Musik. Deshalb mein Appell an euch, an uns  – und immer auch an mich (aufgrund der heutigen Erfahrung): WIR MACHEN MUSIK: Fühlen wir unsere Atmung, Fühlen wir unsere Fingerbewegungen, spüren wir unsere Zungentupfer auf dem Blatt, fühlen wir die Fußsohlen fest auf dem Boden, hören wir die Töne bevor wir sie spielen, bewegen wir uns harmonisch im Fluß unserer Musik!

Das Saxofon spielt dabei keine wirkliche Rolle! Aber es ist doch so schön, dass wir es in den Händen halten dürfen! 😉

In diesem Sinne: spüren, spüren spüren!

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